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Löninger Künstler Peter Rüwe öffnet sein Atelier am Haseknie

Der Maler Peter Rüwe öffnet für den Kurs des Bildungswerks Löningen "Kunst in Löningen" sein Atelier. Er spricht über seinen Arbeitsalltag und einige Stationen in der Kunstgeschichte.

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Gibt einen Einblick in seine Arbeit: Der Maler Peter Rüwe öffnet sein Atelier für Hobby-Maler und Kunstinteressierte. Foto: Wienken

Gibt einen Einblick in seine Arbeit: Der Maler Peter Rüwe öffnet sein Atelier für Hobby-Maler und Kunstinteressierte. Foto: Wienken

"Am kreativsten ist man, wenn man träumt. Kurz vor dem Aufwachen, noch im Halbschlaf, komme ich auf die besten Ideen", sagt Peter Rüwe, bildender Künstler. Der Löninger hat sein Atelier an der Hase für Kunstfreunde und Hobby-Maler zu einem gemeinsamen Gedankenaustausch geöffnet. Bei der Besichtigung erläuterte der 66-Jährige den Teilnehmern des Bildungswerk-Kurses "Kunst in Löningen" unter anderem, wie ein Bild entsteht. Zudem berichtete Rüwe ihnen von seinen Erfahrungen als Künstler und blickte mit ihnen auf vier Stationen der Kunstgeschichte. Außerdem lud er sie zu einer Bildbesprechung ein.

"Seit 10 Jahren wurde ich darauf angesprochen, das Atelier für Interessierte zu öffnen", so der Löninger. Ansonsten zeige er seine Bilder nur auf Aufstellungen. Dort herrsche immer ein besonderes Flair, denn im Kontext eines anderen Gebäudes oder anderer Werke von Künstlerkollegen werde dem eigenen Schaffen eine neue Perspektive aufgezeigt. "Erst dann wird es richtig interessant", erklärt Peter Rüwe.

Die Teilnehmer des Kunstkurses bewegte vor allem die Frage, wann denn ein Bild fertig sei. Rüwe entgegnete: "Ich weiß nicht, wann ich fertig bin – aber das Bild weiß es." Mit einem Bild entwickele sich ein Organismus, den er nicht mehr bestimmen könne, sondern der ihn bestimme. Kunst sei daher in erster Linie Intuition, losgelöst vom geplanten und durchgetakteten Alltag.

Jüngstes Werk "Walnuss-Ernte" befindet sich in der Entwicklungsphase

Ähnlich gestalte es sich auch bei der Titelfindung seiner Bilder, verriet der Löninger. Rüwes Ideen ergeben sich aus einem "plötzlichen Gedankenstrom" oder gelegentlich auch aus alltäglichen Begebenheiten. "Zum Beispiel esse ich gerne Walnüsse. So kam spontan der nächste Name zustande."

Sein jüngstes Werk "Die Walnuss-Ernte" befindet sich noch in der Entwicklungsphase. Derzeit sei es ein Prozess vom Abdecken und Neumachen, so Rüwe. "Als Künstler geht es schließlich darum, sein eigenes Unvermögen zu überwinden. Dabei ist der Zweifel immer der Motor des Künstlers", wie der Löninger betont.

Peter Rüwe konzentriert sich in seinen Bildern vorwiegend auf Naturmotive und die Darstellung menschlicher Körper. Ähnlich wie bei Pablo Picasso sind Rüwes Werke nie komplett abstrakt, sondern beinhalten in der Regel immer etwas Figürliches. "Sie zeigen eine neugeschaffene Figürlichkeit", sagt Peter Rüwe. Grundsätzlich hätte sich das Verständnis von Schönheit im Laufe des 20. Jahrhunderts komplett gewandelt, sodass Künstlern in der heutigen Zeit keine ästhetischen Regeln mehr gesetzt seien. Stattdessen können sie diese selbst festlegen, sagt Rüwe. Die Herausforderung bestünde darin, die Arbeitsweise und die Inhalte selbst zu kreieren.

3. Seminartermin ist angedacht

So habe jedes Bild eine eigene Ordnung, beziehungsweise ein eigenes System. Es gebe keinen Kanon mehr, der bestimmt, was möglich und was schön ist in der Kunst. Daher brauchen Kunststudenten, so sieht es Rüwe, eine Form von "Geburtshilfe", um ihre eigene Künstlerpersönlichkeit zu entwickeln. So können sie sich in den Diskurs einbringen. Dabei sollte es darum gehen, dass die jungen Menschen einen eigenen Stil entwickeln, statt sich Vorbilder aus der Vergangenheit zu suchen.

Für Kursteilnehmerin Maria Göhrs war es ein Muss, bei der Atelier-Besichtigung dabei gewesen zu sein: "Ich kenne Peter Rüwe bereits seit 20 Jahren und male selbst in meiner Freizeit. Es entspannt mich einfach total." Besonders begeistert sei sie von Rüwes "Weißen Frauen", die der Löninger Künstler bei einer Ausstellung in Aschendorf präsentiert hatte.

Da der Atelier-Besuch bei vielen Kunstinteressierten gut ankam, denkt das Bildungswerk bereits über eine Wiederholung nach. Für Peter Rüwe steht fest: "Bilder erscheinen uns rätselhafter als das reale Leben. Deshalb kommt man mit der Malerei auch nicht zurande." Von daher wolle er auch weiterhin mit Menschen in den Austausch treten und sich gemeinsam mit ihnen ein Bild machen.

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