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Literaturreferentin war als Kind süchtig nach Karl May

Dorothée Grütering ist schon seit Jahren gern gesehener Gast in Friesoythe. Bei Wein und Kerzenschein stellt die 66-Jährige im November erneut "Schmöker für lange Winterabende" vor.

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Bundesweit unterwegs: Dorothée Grütering bei einer ihrer früheren Büchervorstellungen in Friesoythe.  Foto: MT-Archiv

Bundesweit unterwegs: Dorothée Grütering bei einer ihrer früheren Büchervorstellungen in Friesoythe.  Foto: MT-Archiv

Ihr ein Buch zu schenken, ist ohne Absprache „die schwerste Aufgabe überhaupt“.  Nur der Ehemann zeigt sich in der Lage, sie mit der passenden Literatur zu überraschen, die dann ihren Platz in der hauseigenen Bibliothek findet. Ein Wunsch, den sich Dorothée Grütering schon vor vielen Jahren erfüllt hat. Die Bücherreihen beschränken sich jedoch längst nicht mehr nur auf die ursprünglich dafür vorgesehenen 4 Wände, „und vermutlich bekommen wir noch ein statisches Problem, wenn es so weitergeht“, verrät die Literaturreferentin und lacht.

Die 66-Jährige hat im Ruhestand ihre Leidenschaft quasi zum Beruf gemacht. Von Hennef im Rhein-Sieg-Kreis ist sie bundesweit unterwegs, um Bücher vorzustellen, zu besprechen und zu bewerten. Ab kommenden Montag startet die nächste 2-wöchige Reise, bei der sie traditionell auch in Friesoythe Station macht.

„Schmöker für lange Winterabende“ präsentiert die Expertin auf Einladung des Kulturkreises Bösel-Friesoythe-Saterland im Kulturzentrum „Alte Wassermühle“ und kommt dabei mit ihren Gästen in stimmungsvoller Atmosphäre ins Gespräch.

Vater entfacht das Faible für Bücher und Literatur

Das viel zitierte „gute Buch“ ist für Dorothée Grütering „relativ“. Sie hat schon als Kind „alles gelesen, was mir in die Finger kam“. Die Faszination des Verbotenen inbegriffen. Somit blätterte sie auch gerne in Geschichten, die ihr Vater als noch nicht für sie geeignet ansah. Durch ihn, einem Journalisten, wurde ihr Faible für Bücher entfacht, und nach Karl May war sie ebenso süchtig wie er. Mädchenbücher kamen eher nicht infrage, Liebesromane später auch nicht wirklich, dagegen stehen Krimis bis heute hoch im Kurs. Bei ihren Vorstellungen ist es jedoch ein breites Spektrum vorwiegend an Novitäten, das sie ihren Zuhörern anbietet.

Den Nerv zu treffen und Leute zum Lesen zu bringen, lautet das Ziel der Fachfrau, der Verlage zwar die Exemplare schicken, die jedoch unabhängig arbeitet. Deshalb muss die Rheinländerin auch kein Blatt vor den Mund nehmen und erlaubt sich während der temperamentvollen Vorstellungsweise durchaus auch mal kritische Töne.

In offizieller Funktion liest sie "am Tisch und nicht gemütlich"

Packt sie eine Autorin oder ein Autor, kann sie laut lachen oder leise weinen und tut es auch. In offizieller Funktion liest sie „am Tisch und nicht gemütlich“, selbst ein Buch zu schreiben, ist für sie allerdings ebenso wenig ein Thema wie der E-Book-Reader, der nur bei sehr langen Urlaubsreisen zum praktischen Begleiter im Gepäck wird. Hörbüchern kann die Referentin nur etwas abgewinnen, wenn sie von „tollen Leuten mit tollen Stimmen“ gesprochen werden. Somit sollten ihrer Ansicht nach viele Autoren schlicht darauf verzichten, ihre Werke auch selbst vertonen zu wollen.

Ihre Familie weiß natürlich nicht nur um ihre große Leidenschaft, sondern nimmt auch die daraus manches Mal resultierenden Konsequenzen in Kauf. Wie an Weihnachten, als die Hausherrin so vertieft in eine Geschichte war, „dass ich nicht mehr zum Kochen kam...“

  • Info: 19 ganz unterschiedliche Bücher wird die Literaturreferentin am 3. November (Mittwoch) ab 20 Uhr bei Wein und Kerzenlicht in der Wassermühle vorstellen. Wer schon 2020 eine Eintrittskarte erworben hat, kann sie einlösen. Anmeldungen sind möglich unter Telefon 04491/9289-16 oder per E-Mail an buecherei@stmarienfriesoythe.de. Tickets gibt es bei der Buchhandlung Schepers zum Preis von 5 Euro. An der Abendkasse kosten sie 7 Euro. Es gilt die 2G-Regel.

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