Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

„Litauen ist für mich eine zweite Heimat“

Alfons Hoping engagiert sich für die Kinder. 40 Porträts, 40 Gedanken zur Heimat, das ist die Idee der OV-Serie Heimat.Los.

Artikel teilen:

Heimat ist da, wo ich geboren wurde. Aufgewachsen bin ich in einer Großfamilie mit sieben Geschwistern, unter einem Dach mit drei Generationen.Wir acht Kinder mussten in unserer Jugendzeit hart arbeiten, um ein wenig Taschengeld zu verdienen. Aber das hat uns zusammengeschweißt. Ich habe meine Heimat nie ganz verlassen. In der Bundeswehrzeit, im Studium und im beruflichen Einsatz in Westeuropa und Nordamerika bin ich immer wieder zu meinen Wurzeln zurückgekehrt. Heimat bedeutet für mich Familie, Freunde und Geborgenheit. Sie ist dort, wo meine Kinder und Enkelkinder leben. Heimat, das bedeutet für mich auch, sich ehrenamtlich zu engagieren, zum Beispiel im Pfarreirat, Kirchenausschuss, als Schöffe und in der Schützenbruderschaft.

Litauen ist für mich eine zweite Heimat. In einer Zeit, in der wir in Deutschland sehr gut abgesichert sind, war es für mich schwierig zu verstehen, dass viele Menschen in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion unter teilweise erbärmlichen Verhältnissen leben. Die Tatsache, dass viele Kinder unter der Arbeitslosigkeit und dem weit verbreiteten Alkoholismus der Eltern leiden müssen oder als Waisen zurückgelassen werden, hat mich zu einer nachhaltigen Hilfe in Litauen bewogen.

Nach dem Tod unseres Sohnes Markus im Juni 1996 habe ich mich mit meiner lieben Frau Margret und meinen Kindern entschlossen, das Kinderheim St. Kazimier in Alvitas langfristig zu unterstützen. Die intensive Hilfe von Freunden hat mich dazu bewegt, die Patenschaft für das Kinderheim 1997 zu übernehmen und damit jungen Menschen zu helfen, die unsere Unterstützung benötigen. Wir wollen ihnen eine Perspektive und einen besseren Weg in die Zukunft ermöglichen. Die Dankbarkeit und Zufriedenheit der Kinder, die im Heim unter Obhut von Pfarrer Vytautas Kajokas und seinen Mitarbeitern ein gutes Leben führen können, bekräftigt uns Jahr für Jahr in unserem Wunsch, den Menschen weiterhin ihren Alltag zu erleichtern. Vor allem armen jungen Menschen in Litauen wollen wir eine neue Heimat ermöglichen. Als Ehrenbürger der betroffenen Region sehe ich mich dazu verpflichtet.

  • Das Projekt Heimat.Los der Oldenburgischen Volkszeitung und der Katholischen Akademie Stapelfeld wird von den Volksbanken, den HGVs Vechta/Damme und der Firma Cewe unterstützt.

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

„Litauen ist für mich eine zweite Heimat“ - OM online