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Linos Ensemble spielt in Lohne brillant auf

Von Debussy bis Beethoven: Die Kammermusiker begeistern das Publikum des Meisterkonzerts. Mit guten Freunden geht es durch die Jubiläums-Saison der Konzertreihe.

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Vielseitig: Das Linos Ensemble überzeugte auf ganzer Linie. Foto: Runnebom

Vielseitig: Das Linos Ensemble überzeugte auf ganzer Linie. Foto: Runnebom

Genauso wunderbar wie der Querflötist Kersten McCall im Prélude à l’aprés-midi d ́un faune mit seinem intensiven warmen Ton zu Beginn des 99. Meisterkonzertes die Zuhörer verzauberte, gestaltete sich das gesamte Konzert am Freitagabend in der voll besetzen Aula des Gymnasiums in Lohne. Ein weiter Spannungsbogen großer Werke von Debussy über Strauss (Sohn) bis Beethoven bot das Linos Ensemble auf eine beeindruckend durchsichtig klare und zugleich hochmusikalische Art.

Die unbeschreibliche Klangfarbenvielfalt, die der Ausdruckskraft eines sinfonischen Orchesters gleichkam, lag ins- besondere an dem sensiblen Zusammenspiel und der fein abgestuften Dynamik der Bläser. So waren die hohen Streicher, trotz der bei Debussy vorgeschriebenen Dämpfer, jederzeit, sowohl in den impressionistischen Klangflächen als auch in den bewegten Passagen immer deutlich zu hören. Ebenso brillant, und in den Wohlklang der Streicher und Bläser eingebunden, die Pianistin Konstanze Eickhorst. Klanglich besonders reizvoll und abrundend war auch der Einsatz des Harmoniums, welches von der Klangfarbe den drei Holzbläsern sehr nahekam. Für den französischen Komponisten Claude Debussy war das Prélude der künstlerische Durchbruch, seine Komposition wurde ein Hauptwerk des musikalischen Impressionismus und ist ein Wendepunkt in der Entwicklung zur modernen Musik am Ende des 19. Jahrhunderts.

Das gewählte Jahresthema „Mit guten Freunden durch die Jubiläumssaison“ beschreibt die Beziehung der Meisterkonzert- macherin Cornelia Rothkegel- Hartke zum Linos Ensembles wohl am treffendsten. Bereits in der ersten Meisterkonzert-Saison im Februar 1996 begann die intensive musikalische Freundschaft mit diesem mehrfach ausgezeichneten Ensemble.

Am vergangenen Freitag trat dieses unwahrscheinlich vielseitige Kammermusikensemble bereits das siebente Mal in verschiedenen Besetzungen mit Streichern, Bläsern, Klavier und Harmonium in Lohne auf. Es folgte das wunderschöne Quintett Es-Dur, op. 16 von Ludwig van Beethoven. Ebenso bemerkenswert wie die Komposition selbst, war die klare Gestaltung in der Artikulation und den langen melodiösen Phrasen der vier Bläser, sowie das virtuose Spiel der Pianistin.

Nach der Pause wurde dem Publikum mit dem gut 40-minütigen Septett Es-Dur op. 20 ein weiteres Werk von Ludwig van Beethoven dargeboten. Diese Komposition gilt als sein populärstes Werk zu Lebzeiten, bis 1830 als sein meist gespieltes Stück überhaupt. Dieses wunderbare Septett belegte noch einmal eindrucksvoll die einzigartige Qualität des Linos Ensembles – das eindrucksvolle Zusammenspiel der Streicher und Bläser, mit einer der schönsten Kantilenen Beethovens, die der Klarinettist Rainer Müller van Recum im Adagio mit innig warmen Ton spielte, alles aus einem Guss, mit einem musikalischen Gestus, in einer unglaublichen Musikalität und einem Miteinander wie von vertrauten Freunden in einer gemeinsamen Musiksprache.

Langanhaltender Applaus und Standing Ovation waren der Dank des begeisterten Publikums. Zugabe war die Wiederholung des bekannten Menuetts aus dem Septett.

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