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Lachen – wieder live mit Désirée Nick im Metropol-Theater

Als „die letzte lebende Diseuse“ begeisterte die Kabarettkünstlerin in Vechta ihr Publikum am Weltfrauentag. Auch aktuelle Themen fanden in ihrer Show Platz.

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Désirée Nick ist ganz in ihrem Element: Sie unterhält das Publikum mit Gesangseinlagen und Anekdoten, begleitet von Pianist Tilmann Albrecht.    Foto: Stilkenböhmer

Désirée Nick ist ganz in ihrem Element: Sie unterhält das Publikum mit Gesangseinlagen und Anekdoten, begleitet von Pianist Tilmann Albrecht.    Foto: Stilkenböhmer

Die Kabarettkünstlerin Désirée Nick begeisterte ihr Vechtaer Publikum am Dienstag, dem Weltfrauentag, mit ihrem Programm „Mutter Corsage – die letzte lebende Diseuse“ im Zuge des Aktionsjahres und des Mottos „Macht. Chancen. Gleich“ des Landkreises. Zu sehen war Nick im Metropol-Theater. Freude war spürbar, dass nach 2 Jahren präsentes Kabarett in Vechta wieder stattfinden kann: Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Astrid Brokamp, und Andrea Schlärmann vom Familienbüro der Stadt Vechta begrüßten die Besucher mit den Worten: „Endlich wieder Kabarett in Vechta!“

Ihr Ziel sei es, neben der Unterhaltung besonders am Internationalen Weltfrauentag für Gleichberechtigung einzustehen und gegen strukturelle Benachteiligung vorzugehen. Daher sollen weitere Veranstaltungen und Aktionen folgen.

Bekleidet mit einem goldenen Abendkleid und einer mit Federn geschmückten Boa, betrat Desiree Nick, selbst ernanntes „It-Girl der Geriatrie“, die Bühne und erklärte als Paradiesvogel das Aussterben ihrer Art: „Viele sind heute überfordert, wenn ich meinen Beruf, Diseuse, im Arbeitsamt eintrage.“ Es läge die Verwechslung mit „Friseusen“ nahe.

Mit kleinen Sticheleien hält die Diseuse das Publikum auf Trab

Neben humorvollen Witzen rund um das Altern und Gesangseinlagen mit Flügelbegleitung blieb auch das Publikum nicht verschont. Mit dem bissigen Kommentar „Diese Arbeitertreppen sind einfach nicht für mich gemacht“, stieg sie trotz 10 Zentimeter hoher Absätze die Bühne herab. Ein bunter Mix aus Vechtas Gesellschaft war anwesend. Laut Nick herrschte an jenem Abend ein „besonders interessantes Altersgefälle“ in den Reihen. Männer im Publikum wurden neu benannt, der Presse zeitweise die Schreibunterlage entwendet. Doch auch aktuelle Themen wusste "die Nick" mit ihrer Show zu verbinden.

Sie selbst habe bereits Zeiten von Schweinepest, Vogelgrippe und Rinderwahn überlebt. „Eigentlich dürfte ich also gar nicht mehr hier sein“, sagte sie nachdenklich. Mit einem Vergleich schockte sie das Publikum erfolgreich: So würden mehr Leute „an Tripper leiden“, als an Corona. Sich selbst sieht sie außer Gefahr: „Ich habe so viel Hyaluron in mir, dass mich das Virus gar nicht mehr als Mensch identifiziert“, schlussfolgerte sie.

Doch neben der leichten Unterhaltung war es ihr wichtig, an Frauen im Showgeschäft wie Marlene Dietrich zu erinnern, die die Welt eroberten, um das Kulturgut des Kabaretts hochzuhalten. Das Ganze inszeniere sie stets rund mit 100 Jahre alten Liedern, „die wirken sollen, als seien sie für mich geschrieben worden“. Am Ende des Abends bedankte sich die Diseuse und freute sich über die Energie des Publikums, die ihr und dem Pianisten Tilmann Albrecht „immer in Erinnerung bleiben werden“.

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