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Kunstverein "Die Wassermühle" feiert 40-jähriges Jubiläum

Vier Ausstellungen werden im Jubiläumsjahr gezeigt. Mit einem Text- und Bildkatalog schaut der Verein auf die vergangenen 10 Jahre zurück. Ende 2022 präsentiert eine Lohner Künstlerin ihre Gemälde.

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Künstler Tobias Duwe beim Malen in Bern 2021. Vom 25. März bis zum 1. Mai werden seine Werke sowie die von Meike Lipp im Kunstverein "Die Wassermühle" zu sehen sein. Foto: Duwe

Künstler Tobias Duwe beim Malen in Bern 2021. Vom 25. März bis zum 1. Mai werden seine Werke sowie die von Meike Lipp im Kunstverein "Die Wassermühle" zu sehen sein. Foto: Duwe

Dieses Jahr soll ein besonderes Jahr für den Kunstverein "Die Wassermühle" werden: Zum einen will der Verein Corona hinter sich lassen und drei Ausstellungen durchführen, die in den vergangenen beiden Jahren noch abgesagt werden mussten. Zum anderen steht ein Jubiläum an: Seit 40 Jahren gibt es nun den Kunstverein "Die Wassermühle", der einst als "Kunstkreis Die Wassermühle" gegründet wurde.

Kunstverein lässt die vergangenen 10 Jahre Revue passieren

Anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Vereins erscheint im Frühsommer 2022 ein Bild- und Textkatalog, der rückblickend die Positionen aller Künstlerinnen und Künstler vorstellt, die von 2013 bis 2022 in der Wassermühle eine Ausstellung hatten. "In der Lohner Wassermühle stellten in den vergangenen 10 Jahren insgesamt 34 Künstlerinnen und Künstler aus dem gesamten nordwestdeutschen Raum aus", heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Vereins.

Die Ausstellungen im Jahr 2022 stehen indes ganz im Zeichen der Malerei. "Die fünf ausstellenden, aus Norddeutschland stammenden Künstlerinnen und Künstler sind alle von einer starken Faszination und Leidenschaft für das Medium Malerei angetrieben", schreibt der Kunstverein. Die malerischen Herangehensweisen von Tobias Duwe, Meike Lipp, Sonja Koczula, Matthias Kanter und Gisela Fox-Düvell schwanken zwischen gegenständlich-realistisch, gestisch, lyrisch-abstrakt bis hin zu meditativen Farbverläufen.

Norddeutsche Realisten, Meike Lipp und Tobias Duwe, 25. März bis 1. Mai

Die erste Schau 2022 stellt anhand der Malereien von Meike Lipp und Tobias Duwe die Künstlergruppe der „Norddeutschen Realisten“ vor. Lipp (Jahrgang 1955) und Duwe (1961) leben und arbeiten in Hamburg. Sie nehmen regelmäßig an den Ausstellungen und Symposien der Künstlergruppe teil, der 2019 auf der „Nordart“ der Publikumspreis zugesprochen wurde.

Ein Werk von Meike Lipp: Häuser in Altona, 2022, Öl auf Leinwand. Foto: privatEin Werk von Meike Lipp: Häuser in Altona, 2022, Öl auf Leinwand. Foto: privat

Die „Norddeutschen Realisten“ – seit 1995 firmiert der Künstlerkreis unter diesem Signet – haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Landschaft Norddeutschlands, insbesondere Impressionen der nordfriesischen Inseln und der Städte Hamburg, Kiel, Lübeck, Schleswig oder Rendsburg, malerisch einzufangen. Das künstlerische Erbe dieser Künstlergruppe liegt im Realismus und Pleinairismus des 19. Jahrhunderts und ist mit Namen wie Gustave Courbet oder der Schule von Barbizon verknüpft.

Spannungsräume, Sonja Koczula, 20. Mai bis 26. Juni

Die 2. Ausstellung in der Wassermühle im Jahr 2022 widmet sich den abstrakten, zeichenhaften Arbeiten der Nachwuchskünstlerin Sonja Koczula (Jahrgang 1976) aus Hamburg. Sie sagt: „Mein zentrales Thema ist die Bewegung.“ In gestischer Arbeitsweise setzt sie Zeichen ins Bildformat. „Diese Zeichen oder Spuren sind Mal-Spuren, die direkt vom meist energischen Farbauftrag herrühren. Mich interessiert deren spezifische Dynamik, das heißt der vermittelte Eindruck von Bewegung und damit auch von Raum.“

Die gebürtige Osnabrückerin sagt, sie schaffe Formen, die oft konkret Gegenständliches zu meinen scheinen – „tun es aber nicht“. Sie stünden allein für sich selbst. „Die Form existiert eigenständig, das Kunstwerk bildet nicht ab – es bildet seine eigene Wirklichkeit, in der thematisch einzig die dynamische Bewegung und die daraus resultierende Räumlichkeit ist.“ Ihre großformatigen Ölbilder entstehen in Serien.

Über Malerei, Matthias Kanter, 9. September bis 16. Oktober

„Kanters Arbeiten zeichnen sich durch die Nähe zur Abstraktion aus", würdigt der Kunstverein die Gemälde der 3. Ausstellung. Der betreffende Maler heißt Matthias Kanter (Jahrgang 1968) und lebt in Friedrichshagen bei Wismar in Mecklenburg-Vorpommern. Die Erfahrung konkreter Orte verdichtet Kanter in reduzierten Motivfragmenten zu einer flächenbezogenen Kompositionsstruktur. 

Anregungen für seine Arbeiten erhält der gebürtige Dessauer oft von Orten oder nimmt Bezug beispielsweise auf Inhalte der italienischen Malerei, vorrangig aus der Renaissance-Zeit. Seine Bilder befinden sich im Besitz vieler öffentlicher und privater Sammlungen, so kaufte zum Beispiel das Land Mecklenburg-Vorpommern 2018 Arbeiten von Kanter für die Landeskunstsammlung auf.

Places to be, Gisela Fox-Düvell, 25. November bis 1. Januar

Der Abschluss des Ausstellungsprogramms 2022 wird eine Art Heimspiel sein: Dann wird die Lohnerin Gisela Fox-Düvell (Jahrgang 1976) ihre Gemälde präsentieren. Sie ist mit dem Bildhauer und Grafiker Ulrich Fox verheiratet und gehörte 1982 zu den Gründungsinitiatoren des Kunstvereins "Die Wassermühle" in Lohne. Die Werke der Malerin und Grafikerin befinden sich in Museen, öffentlichen und privaten Sammlungen in Deutschland und im Ausland. Seit 1968 nimmt Fox-Düvell an Ausstellungen im In- und Ausland teil; 2006 wurden im Rathaus der Stadt Vechta Buchillustrationen von Gisela Fox-Düvell zu Heinrich Heines Werk "Deutschland ein Wintermärchen" ausgestellt.

Gisela Fox-Düvell im Februar 2013. Foto: M. NiehuesGisela Fox-Düvell im Februar 2013. Foto: M. Niehues

Über die Ausstellungen hinaus wird der Kunstverein vom 19. bis 21. August zudem eine Kunstreise anbieten. Die Reiseleitung übernehmen Kerstin Sommer und Ina Ribinski. Hauptziel wird die "Documenta 15" in Kassel sein, es stehen aber auch ein geführter Stadtrundgang durch die historische Innenstadt von Paderborn und ein Nachtwächterrundgang durch die mittelalterliche Stadt Hann. Münden auf dem Programm. Außerdem wird es eine Fahrt mit der Weißen Flotte über die Weser von Bad Karlshafen aus geben.

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