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Kunstkreis zeigt Fotografien einer Weltbürgerin

80 Arbeiten von Evelyn Hofer sind bis zum 8. November in der Kunsthalle Cloppenburg zu sehen. Die Künstlerin genießt internationales Ansehen.

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© Courtesy Galerie m, Bochum

© Courtesy Galerie m, Bochum

Der Kunstkreis Cloppenburg zeigt vom 4. Oktober bis zum 8. November in der Kunsthalle 80 Arbeiten der „berühmtesten unbekannten Fotografin“ Amerikas. Die Arbeiten der deutsch-amerikanischen Künstlerin Evelyn Hofer (1922-2009) zählen zu den wichtigsten weiblichen Positionen der jüngeren Fotografie-Geschichte und bestechen durch Intensität und Klarheit der Formauffassung.

Evelyn Hofer wurde 1922 in Marburg/Lahn geboren, schon 1933 gibt die Familie die deutsche Staatsbürgerschaft auf und emigriert zunächst nach Madrid, 1936 in die Schweiz. 1942 folgt die Familie dem Vater nach Mexiko-Stadt, 1946 zieht die junge Fotografin nach New York City. Dort lebt sie fast 60 Jahre. Nach Anfängen in der Modefotografie arbeitet sie fortan als freie Fotografin, unter anderem für Vogue und Harper‘s Bazaar, Time Life Magazine und The New York Times Magazine.

Reisen führen in den 50ern in Weltmetropolen

Sie pflegt langjährige Freundschaften zu Künstlern wie Richard Lindner, Saul Steinberg, Andy Warhol und Hans Namuth. Ausgedehnte Reisen führen sie schon in den 1950er Jahren nach Istanbul, in den Libanon, nach Italien und Paris. Es entstehen umfangreiche Bücher, u.a. The Pleasures of Mexico (1957), The Stones of Florence (1959), Dublin. A Portrait (1967).

Die Bildfolgen vermitteln prägnante Einsichten in die Wesenhaftigkeit des Dargestellten, sei es nun eine Stadtansicht oder ein Porträt. Nicht das Zufällige und Schnappschussartige interessieren Hofer, sondern die Essenz der Dinge und Personen. So schauen wir heute fasziniert und melancholisch in die Gesichter einer gerade erst und doch schon längst vergangenen Epoche. Es ist die analoge Welt. Diese Qualität besticht in unserer digitalen Überflutung und berührt vielleicht auch deshalb so stark, weil sie sich dem Vergehen der Zeit widersetzt und es zugleich unabweisbar vor Augen führt.

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