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Kunstkreis Friesoythe ist seit zehn Jahren kreativ

Die Erwartungen wurden insgesamt übertroffen. Jetzt wollen die Mitglieder die Kontakte wieder aktivieren, die coronabedingt zum Erliegen gekommen waren. Eine Ausstellung gibt es im September.

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Von Beginn an im Kunstkreis: Christa Anneken und Gerd Binder bilden darüber hinaus eine Ateleliergemeinschaft. Foto: Wimberg

Von Beginn an im Kunstkreis: Christa Anneken und Gerd Binder bilden darüber hinaus eine Ateleliergemeinschaft. Foto: Wimberg

„Mal sehen, wie es in zehn Jahren aussieht“, sagte Gerd Binder ganz unverbindlich in einer lockeren Runde, als der Kunstkreis Friesoythe 2012 offiziell gegründet wurde und keiner noch so recht wusste, welche Entwicklungen er nehmen würde.

2022 sind nun zehn Jahre um, die Erwartungen wurden übertroffen und „es sieht gut aus“, bewertet der Friesoyther Künstler Vergangenheit und Gegenwart. „Noch besser würde es sicher ohne Corona aussehen“, weiß der Polizeibeamte und verhehlt nicht, dass ihn die Krise „auf allen Ebenen“ gehemmt und blockiert habe. Auch kreativ.

Anders sieht es bei Christa Anneken aus, die mit ihm eine Ateliergemeinschaft bildet. Die Pandemie habe sie eher inspiriert und zu einem Plan B beflügelt. „Ich habe die Zeit genutzt, eigentlich mehr gemalt, Auftragsarbeiten angenommen und auch an verschiedenen Online-Ausstellungen teilgenommen“, erzählt die Studienrätin. Durch die Kunst Corona auszublenden, sei ihr persönlich gelungen.

Jährliche Ausstellung im September soll stattfinden

Doch der Ausnahmezustand habe auch dem Kunstkreis, der von Aktion und Austausch lebt, insgesamt nicht gut getan. Schwarzmalen wollen die Mitglieder jedoch nicht, stattdessen wieder in Kontakt treten, um unter anderem ihre jährliche Ausstellung im September im alten Schlachthof Vorwold zu planen, den der Kreis als besondere Präsentationsfläche nutzt.

Für die anstehende Veranstaltung werden sie auch ganz rustikal zu Farbe und Pinsel greifen und den Räumen wieder einen frischen Anstrich verleihen, da die Jahre der coronabedingten Pause im wahrsten Sinne ihre Spuren hinterlassen haben.

Neben einem großen Dank an Gerd Vorwold, der das Gebäude zur Verfügung stellt, danken die Mitglieder auch Alfred Bullermann für seine Initiative, den Kunstkreis ins Leben gerufen zu haben. Der Schmiedemeister und Diplom-Gestalter wusste damals um viele kreative Köpfe, die er zusammenbrachte, um nicht nur in der Szene bekannt zu sein, sondern sich auch in der Öffentlichkeit in Szene zu setzen.

24 Frauen und Männer teilen ihre Leidenschaft

Zum ersten Treffen unter dem Dach des Kulturkreises „Bösel Friesoythe Saterland“ kamen acht Leute, zum zweiten schon 12 und schnell wurde die erste Ausstellung organisiert, die auf eine riesen Resonanz stieß. Meistens von Künstlerin Kerstin Kramer formulierte Themen wie „Vollblutarbeiten“, „Glutrot“, Stadt, Land Fluss“, „Zugang verboten“ oder „Vergessen“ hatte jeder auf seine individuelle Art verwirklicht und luden mit Bildern, Plastiken und Skulpturen facettenreich zum Schauen, Interpretieren, Diskutieren und Philosophieren ein.

Aktuell sind es 24 Frauen und Männer, die ihre Leidenschaft teilen und sich „durch Zugpferde wieder Ziele setzen und darauf hinarbeiten wollen“, unterstreicht Christa Anneken. Angedacht ist unter anderem eine erneute Zusammenarbeit mit dem Malteser Hospizdienst Friesoythe. Anlässlich des 15-jährigen Bestehens haben sich die Künstler unter der Überschrift „Brücke“ Gedanken zum Umgang mit dem Tod, dem Diesseits und Jenseits gemacht und sie zum Eisenfest 2016 ausgestellt. Im Herbst 2021 blickten die Malteser auf 20 Jahre und „wir haben uns wieder für etwas Gemeinsames vereinbart“, berichtet Christa Anneken über Gespräche mit Marlies Steenken, stellvertretender Leiterin.

Auch der Austausch mit dem Kunstkreis in Friesoythes Partnerstadt Swiebodzin soll wieder aktiviert werden, „Tolle Leute“, berichtet Gerd Binder. Nicht zuletzt planen er und seine Atelierskollegin ein Projekt mit Yvonne Gunz aus Scharrel, die die Fotografie für sich entdeckt hat.

Die Ideen gehen nicht aus und der Kunstkreis macht sich weiter auf den kreativen Weg. Gibt es ihn in zehn Jahren immer noch? „Ganz sicher.“

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