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Kunst zum Ausleihen: Cloppenburger haben in der Artothek die Qual der Wahl

Seit 2007 gibt es im Rathaus der Soestestadt die Möglichkeit, Kunst für 3 Monate auszuleihen und in den eigenen 4 Wänden aufzuhängen. 246 Gemälde und Skulpturen stehen zur Auswahl.

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Der Palmengärtner: Christiane Hagemann präsentiert das frisch erworbene Werk von Richard Vogl.  Foto: Heinzel

Der Palmengärtner: Christiane Hagemann präsentiert das frisch erworbene Werk von Richard Vogl.  Foto: Heinzel

„Burning Waters“, „Sand Diego“, „Geschichten beim Bleistiftanspitzen“, „Versautes Stadtbild“ oder „Kleckse 3“ sind nur 5 von 246 Bildern und Skulpturen, die in der Cloppenburger Artothek ausgeliehen werden können. Im Bestand der Einrichtung finden sich Gemälde, Grafiken, Zeichnungen, Drucke und Skulpturen von rund 120 Künstlern, überwiegend aus der Region Cloppenburg. Ein Ziel der Artothek ist es, jüngere und eher unbekannte Künstler zu unterstützen.

Bis zu 3 Bilder können für 3 Monate gleichzeitig ausgeliehen werden. Es besteht die Möglichkeit, diese Ausleihfrist um weitere 3 Monate zu verlängern – ein Anruf oder eine Mail genügt. Um dieses Angebot wahrnehmen zu können, ist der Erwerb einer Leihkarte notwendig. Sie kostet 12 Euro pro Jahr. Die eigentliche Ausleihe der Bilder ist dann kostenlos. Eine Leihkarte bekommen Erwachsene gegen die Vorlage ihres Personalausweises. Junge Erwachsene zwischen 16 und 18 Jahren benötigen die Zustimmung ihrer Eltern. Doch nicht nur Privatpersonen können von der Artothek profitieren, sondern auch Geschäftsleute können das Angebot nutzen und so ihre Büroräume oder Praxen verschönern.

Jährliches Budget der Artothek liegt bei 5000 Euro

Zu den Künstlern, die mit ihren Werken vertreten sind, gehören Werner Berges, Peter Landwehr, Wilfried Körtzinger, Willi Rolfes, Phil Porter, Pia van Nuland und Bärbel Hische. Letztere hat beispielsweise 2001 als Begleitung zum Cloppenburger Kultursommer 1000 mit Luft befüllte Kissen auf der Soeste als künstliches „FlussBett“ – so auch der Name der Installation – arrangiert. So ist für Christiane Hagemann ein Kriterium für den Erwerb eines Kunstwerks für die Artothek: „Das war ein Ereignis in Cloppenburg und sollte auch in der Artothek seine Spuren hinterlassen.“ Ihr jährliches Budget liegt bei 5000 Euro. Mindestens 3 Bilder beziehungsweise Kunstwerke ersteht sie damit. Gerade hat sie das Werk „Der Palmgärtner“ von Rudolf Vogl erworben.

Christiane Hagemann zeigt Linolschnitte von Pia E. van Nuland aus der Artothek. Die Künstlerin hatte letztes Jahr eine Ausstellung in der Kunsthalle im Kulturbahnhof.   Foto: HeinzelChristiane Hagemann zeigt Linolschnitte von Pia E. van Nuland aus der Artothek. Die Künstlerin hatte letztes Jahr eine Ausstellung in der Kunsthalle im Kulturbahnhof.   Foto: Heinzel

Die Entscheidung über den Ankauf trifft sie nicht alleine, sondern in Abstimmung mit dem Kunstkreis Cloppenburg und der Katholischen Akademie Stapelfeld. Sie organisieren zusammen mit der Stadt Cloppenburg jährlich 3 bis 4 Ausstellungen. Von den ausgestellten Künstlern wird meist eines oder mehrere Werke für die Artothek angeschafft – bei Pia van Nuland waren es 4 Linoldrucke. Es besteht aber auch die Möglichkeit, Ergänzungen für die Einrichtung über örtliche Kunsthändler wie die Soestengalerie und die Galerie Lake zu beziehen.

Kunst biete oft einen intuitiven Zugang, meint Christiane Hagemann und fährt in Anlehnung an Joseph Beuys' Ausspruch „Jeder kann Künstler sein“ fort: „Jeder Mensch ist ein Kunstbetrachter.“ Es sei spannend, Kunst in den eigenen 4 Wänden in Ruhe betrachten zu können. Zum einen biete es die Möglichkeit, immer wieder etwas Neues in dem Gemälde zu entdecken, und zum anderen sei es eine wunderbare Gelegenheit, mit Gästen und Freunden ins Gespräch zu kommen. Einige der Ausleiher hätten so viel Freude an den ausgeliehenen Kunstwerken entwickelt, dass sie sich etwas Dauerhaftes gewünscht haben und bei dem Künstler ein Werk gekauft haben, erzählt Christiane Hagemann.

Die Artothek wurde am 23. August 2007 im Rahmen eines Kunstfestes in der ehemaligen Buchhandlung Janssen eröffnet. Der Verleih der Bilder begann kurz darauf am 10. September im Cloppenburger Rathaus. „Wir waren sehr optimistisch, dass es in Cloppenburg gut ankommt“, sagt Christiane Hagemann, die von Anfang an dabei war. Die Artothek ist immer montags und donnerstags geöffnet. Es gibt aber auch die Möglichkeit, einen Termin außerhalb dieser Zeiten zu vereinbaren.

Es gebe durchaus noch Entwicklungspotenzial für die Artothek, schildert Hagemann. So könnten Bilder wieder vermehrt im Rathaus aufgehängt werden – etwa in Bereichen mit viel Publikumsverkehr. Die Kunst würde so wieder näher an den Menschen heranrücken – Besucher des Rathauses könnten so Gemälde direkt von der Wand weg ausleihen, meint Christiane Hagemann. Ein entsprechend eingerichteter Repräsentationsraum für die Kunstwerke wäre auch nicht schlecht. Bislang stehen sie aneinandergelehnt auf dem Boden. Daneben könnten die Gemälde in einem Online-Katalog veröffentlicht werden, sodass sich Interessierte bereits online ihre Werke aussuchen könnten.


Artothek der Stadt Cloppenburg:

Die Artothek befindet sich an der Sevelter Straße 8 in Cloppenburg. Sie ist unter Telefon 04471-185-209 beziehungsweise -218 erreichbar. Die Öffnungszeiten:

  • Montag: von 9 bis 12.30 Uhr und von 14.30 bis 16 Uhr
  • Donnerstag: von 9 bis 12.30 Uhr und 14.30 bis 17 Uhr
  • sowie nach Vereinbarung.

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