Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Kultursommer überlebt im Dorfplatz-Asyl

Das Museumsdorf richtet seinen Brink für Theater und Konzerte her. Kulturvereine atmen auf: Sie sehen darin ein Signal der Hoffnung.

Artikel teilen:
„Schlaraffenland der Kultur“: Auf die Mini-Ausgabe des Kultursommers freuen sich (von links) Hermann Kalvelage, Karin Diekmann, Julia Schulte to Bühne, Mechthild Antons, Christiane Hagemann, Daniela Weinert, Bürgermeister Wiese, Martin Feltes und Petra Gerlach. © Kreke

„Schlaraffenland der Kultur“: Auf die Mini-Ausgabe des Kultursommers freuen sich (von links) Hermann Kalvelage, Karin Diekmann, Julia Schulte to Bühne, Mechthild Antons, Christiane Hagemann, Daniela Weinert, Bürgermeister Wiese, Martin Feltes und Petra Gerlach. © Kreke

Das große Aufatmen nach der Kontaktsperre geht durch die Cloppenburger Kulturszene: Ihren 20. Kultursommer bringen Macher und Mitwirkende nun doch auf die Bühne, wenn auch in einer reduzierten Spezialausgabe. Das Museumsdorf hat die Veranstalter auf seinen Dorfplatz eingeladen: Konzerte und Theater wechseln ins neue Open-Air-Asyl.

Figuren(schau)spieler Pavel Möller-Lück gibt mit dem Theater Laboratorium am Mittwoch, 1. Juli, um 17 und 20 Uhr das erste Gastspiel auf dem Brink. Diesen Auftakt zu ihrer Serie „Kultur im Sommer“ begrüßten die bisher ausgebremsten Veranstalter gestern heilfroh. Ohne Kulturveranstaltungen würden Menschen vereinsamen, meinte Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese beim „Dorftreff“.

Theater und Kunst als Lebensmittel

„Das ist ein ganz wichtiges Signal“, unterstrich die Hausherrin, Julia Schulte to Bühne: „Wir bringen Kultur wieder auf den Weg.“ Musik, Theater und Kunst seien „nicht nur ein Genuss, sondern ein Lebensmittel“, sagte Dr. Martin Feltes, der Vorsitzende des   Kunstkreises.

Der spielerische Auftakt mit dem Fischer und seiner Frau ist neben dem Hoffnungsschimmer auf Live-Erlebnisse zugleich eine Generalprobe, ob die Sicherheitsauflagen funktionieren und wie das Publikum mitspielt. Denn die Einschränkungen erfordern viel Disziplin.

Statt der draußen theoretisch erlaubten 250 Zuschauer bringt das Museumsdorf nur 130 Gäste in Hör- und Sichtweite auf Abstand unter. Höchstens zwei Personen dürfen paarweise zusammensitzen, sogar wenn eine ganze Familie gebucht hat. „Wir können nicht jedes Mal die Stühle hin- und herrücken“, erklärt die Direktorin. Die Kontrolle, wer mit wem sitzen darf, würde Ablauf und Stimmung stören.

  • Info: Die Karten können nur direkt in der Museumsverwaltung (nicht online) gekauft werden und zwar am 22. Juni (Tel. 04471-94840). Bei sehr schlechtem Wetter wird ein Ausweichtermin bekannt gegeben (www.museumsdorf.de).

Optimales Gelände im Stadtgelände

Für den An- und Abmarsch gilt: Maske auf. Theken gibt‘s gar keine, Selbstversorgung aus dem Rucksack ist erlaubt. Grüppchenbildung nach der Aufführung bleibt verpönt. „Das kann sich alles noch ändern“, unterstreicht die Chefin: „Aber erst einmal machen wir‘s so, dass sich jeder trauen darf.“

Die Veranstalter sind dem Museumsteam dankbar für die Vorarbeit. „Davon können wir alle profitieren“, sagte Mechthild Antons, die Vorsitzende des Kulturforums. Schließlich gebe es nirgendwo sonst im Stadtgebiet ein so geeignetes Gelände. Und das wird jetzt genutzt.

Nach der Theaterpremiere machen die Jazz- und Bluesfreunde am 11. Juli Dampf mit der druckvollen Marshall Cooper Band. Die Brass-Sektion verschärft Filmmusiken augenzwinkernd mit Beats und Samples, die ein DJ passend unterschiebt. Dass trotz der strengen Sitzzuweisung ein Gast begeistert aufspringen könnte, mag der Vorsitzende Hermann Kalvelage nicht ausschließen, will das aber tolerieren, so lange keiner aus der Reihe tanzt. Karten gibt‘s online auf der Website des Vereins, in der Buchhandlung Terwelp und in der Kulturkneipe Bahnhof bei Peter Blase.

Puppentheater zeigt "Pippi Langstrumpf"

Den zweiten Knüller servieren die Jazz- und Bluesfreunde am Samstag, 29. August: Die bereits Cloppenburg-erprobten Nighthawks laden mit pulsierendem Jazz-Groove und hypnotischem Rhythmus-Teppich zum Zurücklehnen im Klappstuhl ein. Beide Konzerte beginnen um 20 Uhr (Einlass um 19 Uhr).

„Total glücklich“ ist Daniela Weinert, die Leiterin der Roten Schule, dass nun doch noch Kindertheater angeboten werden kann. Ursprünglich wollte die Jugendpflege das Jubiläum mit einem Kinder-Filmfestival (im Saal) feiern, nun gibt‘s stattdessen „Pippi Langstrumpf“, open-air präsentiert vom Puppentheater „Wodo“ am Sonntag, 23. August, um 15 und um 17 Uhr. Das Stück wendet sich an Kinder ab vier Jahren.

  • Info: Karten sind ab dem 10. Juli in der Roten Schule erhältlich (Tel. 04471-709892, www.clp-jugend.de).

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Kultursommer überlebt im Dorfplatz-Asyl - OM online