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Kulturgenuss mit Abstand - Museen dürfen wieder öffnen

Das kulturelle Leben fährt wieder hoch: In Niedersachsen und Bremen sind an diesem Donnerstag die ersten Ausstellungshäuser nach der Corona-Zwangspause für das Publikum zugänglich.

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Im Landesmuseum in Hannover gibt es bald wieder Kunst auf Abstand. Foto: dpa/Steffen

Im Landesmuseum in Hannover gibt es bald wieder Kunst auf Abstand. Foto: dpa/Steffen

Knapp acht Wochen waren die rund 700 Museen in Niedersachsen und Bremen dicht - jetzt dürfen sie endlich wieder Besucher empfangen. Doch wegen der Infektionsgefahr müssen sie strenge Hygiene- und Abstandsregeln beachten. Hans Lochmann, Geschäftsführer des Museumsverbandes Niedersachsen und Bremen, sieht darin gerade für kleinere Häuser eine große Herausforderung. Er sagte, dass sich die Museen Zeit für die Vorbereitungen nehmen sollten. Manche Fragen bleiben aber noch ungeklärt.

Landesmuseum Hannover: „Wir freuen uns, dass wir wieder aufmachen dürfen. Wir freuen uns auf unsere Besucher“, sagte Sprecherin Nicola Kleinecke. Die Personenanzahl sei eingeschränkt worden - maximal dürften 150 Menschen gleichzeitig das Museum betreten. Die Besucher müssten einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Stationen, bei denen das Fingergefühl und die Hände ins Spiel kommen, dürften erstmal nicht berührt werden, hieß es. Am Programm habe sich nichts verändert. Die Ausstellung „Leonardos Welt“ wurde bis zum 25. Oktober verlängert.

Sprengel Museum Hannover: Im Lockdown entdeckte die eine oder andere Einrichtung ihre digitale Affinität - so auch das Sprengel Museum. Am Donnerstag soll es dort mit zwei bereits vor dem Lockdown eröffneten Ausstellungen weitergehen. Auf die in den sozialen Netzwerken gern gesehenen Sprengel-Quarantäne-Clips wird nach Museumsangaben trotz Wiedereröffnung nicht verzichtet.

Auswanderermuseum Bremerhaven: „Wir sind bereit“, sagte eine
Sprecherin. In den Ausstellungsräumen seien mehrere Desinfektionsspender aufgestellt, an den Hörstationen sollten Klinkenstecker eingebaut werden, so dass Besucher auf Wunsch auch ihre eigenen Handykopfhörer einstecken können. An der Kasse seien auf Nachfrage Mundschutz und Einmalhandschuhe erhältlich, hieß es. Die Anzahl der Besucher werde begrenzt.

Varusschlacht-Museum Osnabrück: Beim Varusschlacht-Museum in Osnabrück soll es am Samstag (9. Mai) losgehen. Auch hier wird getüftelt, um die Gegebenheiten des Museums den Auflagen anzupassen. Ein Vorteil ist der Park, den Menschen mit der Einhaltung des notwendigen Abstandes unverändert erkunden dürfen. Der in üblichen Zeiten gut benutzte Audioguide wird in eine App umgestellt. So soll die Berührung mit fremden Gegenständen vermieden werden. Zudem sei ein Online-System gerade in Arbeit, sagte Sprecherin Caroline Flöring. So könnten Besucher vor der Anfahrt buchen und müssten nicht vor der Tür auf den Einlass warten.

Universum Bremen: Bis zu einer Wiedereröffnung benötigt das
Mitmachmuseum noch Vorbereitungszeit. Einige Exponate könnten
vermutlich noch nicht wieder angeboten werden, sagte eine Sprecherin. Dazu zählten die Tastgalerie - ein abgedunkelter Raum, der von den Besuchern von oben bis unten berührt wird. Tabu werden wohl zunächst auch VR-Brillen und das sogenannte Pinscreen sein, bei dem Besucher ihren Körper in eine Art Nagelbrett drücken. Andere Objekte wie das Erdbebensofa seien aber nutzbar. Für die vielen Touchscreens in der Ausstellung sollten Stifte an die Besucher verteilt werden.

Phaeno Wolfsburg: Besonders schwer hat es das Museum mit den etlichen Experimentierstationen. Es steht die Frage im Raum, wie mit den Händen getastete und gefühlte Objekte den Sicherheitsvorkehrungen entsprechend zur Verfügung gestellt werden können. „Wir wissen leider noch nicht, wie wir als Science Center eingestuft werden und welche Auflagen wir erfüllen müssen, und warten auf Informationen der Landesregierung und der Stadt Wolfsburg“, sagte Sprecherin Martina Flamme-Jasper. Ein genauer Termin zur Wiedereröffnung stand zunächst nicht fest.

Installation von Gerüchen und Temperaturen kann im Klimahaus Bremerhaven bald wieder besucht werden. Foto: dpaJaspersenInstallation von Gerüchen und Temperaturen kann im Klimahaus Bremerhaven bald wieder besucht werden. Foto: dpa/Jaspersen

Klimahaus Bremerhaven: Geplant ist die Wiedereröffnung für den 20.
Mai. Bis dahin werde die Zeit genutzt, um ein Konzept zu entwickeln, wie die Besucher sicher durch das Haus geführt werden könnten, sagte ein Sprecher. Im Bereich des dunklen „Regenwald“-Labyrinths auf der Reisestation „Kamerun“ gebe es zum Beispiel viele enge Stellen. Ziel sei es, möglichst viele der interaktiven Stationen zur Nutzung anbieten zu können. Nicht klar sei, ob der „Antarktis“-Raum zur Wiedereröffnung schon wieder besucht werden könne. In der
Corona-Pause war das Eis abgetaut worden.

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