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Klaus Landsdorf – Regisseur im Wartestand

Der 41-Jährige sollte 2021 eigentlich seine Premiere als Spielleiter in Bokern-Märschendorf feiern – doch Corona verhindert dies. Genug zu tun hat der Lohner trotzdem.

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"Kurz und knackig, aber facettenreich" – so beschreibt Klaus Landsdorf den Dreiakter "Gaue Nacht, Frau Engel", den der Theaterverein Bokern-Märschendorf im Jahr 2022 aufführen möchte. Die Regie führt dann der gebürtige Sachse. Foto: Timphaus

"Kurz und knackig, aber facettenreich" – so beschreibt Klaus Landsdorf den Dreiakter "Gaue Nacht, Frau Engel", den der Theaterverein Bokern-Märschendorf im Jahr 2022 aufführen möchte. Die Regie führt dann der gebürtige Sachse. Foto: Timphaus

Er ist der neue Mann auf dem Regiestuhl des Theatervereins Bokern-Märschendorf: Klaus Landsdorf tritt die Nachfolge von Peter van Koten an, der seit 2010 als Spielleiter fungierte. Bis der 41-Jährige aus Lohne seine Premiere feiern darf, muss er sich aber noch gedulden. Wie der Verein mitteilt, fällt die Spielsaison 2021 aufgrund der Corona-Pandemie aus.

Zur Absage sagt Landsdorf: "Wir haben eine große Verantwortung. Der Schutz der Gesundheit der Darsteller und des Publikums steht an erster Stelle." Die Aufführungen in der Schützenhalle Bokern-Märschendorf wären nur mit großem Aufwand durchführbar gewesen. "Wir hätten mehr verlieren als gewinnen können."

Nun führt der Theaterverein in Kleingruppen 14-täglich Workshops durch, um dann 2022 mit dem Stück "Gaue Nacht, Frau Engel" wieder aktiv zu werden. Es handelt sich laut Landsdorf um die norddeutsche Bearbeitung der Komödie "Goodnight Mrs. Puffin" von Arthur Lovegrove. "Der Bühnenbau läuft bereits. Die Schauspieler sind eingeteilt. Wir gehen das anspruchsvolle Stück nun etwas ruhiger an", sagt der Regisseur, der den Dreiakter als "kurz und knackig, aber facettenreich", beschreibt. Landsdorf nimmt den Ausfall gelassen. "Das Jahr Pause tut den Leuten vielleicht auch ganz gut. Wir dürfen aber nicht nichts machen", sagt er.

"Ich möchte die Charaktere ausbauen."Klaus Landsdorf, neuer Regisseur des Theatervereins Bokern-Märschendorf

Der Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung, der in Teilzeit bei der Alten Oldenburger in Vechta angestellt ist und vor dem Abschluss seines Masterstudiums der Medieninformatik an der Hochschule Emden/Leer steht, hat in Bokern-Märschendorf viel vor. "Peter hat richtig etwas aufgebaut. Das möchte ich fortführen." Der Vater zweier Kinder – Malte (11) und Hanna (8) – sieht im Theaterverein großes schauspielerisches Potenzial. "Ich möchte die Charaktere ausbauen."

Das Zwischenmenschliche ist dem 41-Jährigen wichtig

Bei der Regie ist Landsdorf das Zwischenmenschliche wichtig. "Ich möchte Ansprechpartner und Vertrauensperson sein." Ihn reizt die Ausarbeitung eines Stücks, die Verwirklichung einer eigenen Idee. "Das Rumspinnen, das Entwickeln von Figuren – das macht es spannend." Er scheue sich nicht, die Darsteller vor Herausforderungen zu stellen. Gleichzeitig wolle er daran mitwirken, sagt Landsdorf, das Gemeinschaftsgefühl beim Theaterverein wieder zu fördern.

Der gebürtige Sachse, der auch gerne Musik produziert, kam über den Beruf nach Lohne. Seine Ausbildung zum Elektroinstallateur machte er bei Elektro Wieferich. Bei der Bundeswehr in Delmenhorst belegte er dann Abendkurse in Softwareentwicklung. Mit seinem Schwager Thomas Mönnich betreibt er auch eine eigene Firma („Iniationware“), die Software für die Industrie entwickelt.

Gebürtiger Sachse engagiert sich auch bei der Freilichtbühne Lohne

Fürs Studium zog es ihn nach Oldenburg, seit 2004 lebt Landsdorf wieder in Lohne. Seine Familie engagiert sich seitdem auch bei der Freilichtbühne Lohne – auf und neben den Brettern, die die Welt bedeuten können. "Meine Frau Sabine ist Ressortleiterin Requisite, meine Kinder quasi auf der Bühne geboren." Bei der Freilichtbühne sammelte er seine ersten Regieerfahrungen als Assistent von Murat Yeginer. Später arbeitete er mit Mark Spitzauer zusammen, von dem er sich viel im Bereich Inszenierung abgeschaut habe.

Jetzt will er seinen eigenen Stil finden – und die Menschen mit seinen Inszenierungen fesseln, bewegen und begeistern.

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