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Kinos und Theaterhäuser schlittern von einer Krise in die nächste

Durch die Pandemie lag die Kulturszene lange brach. Die Corona-Lockerungen brachten keinen Befreiungsschlag für Kinos und Theater. Nun steht die nächste Krise für diese Einrichtungen ins Haus.

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Symbolfoto: dpa

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Kinos und kleinere Kultureinrichtungen in Niedersachsen und Bremen rutschen von einer Krise in die nächste. Viele haben sich bisher nicht von den Auswirkungen der Corona-Pandemie erholt und stehen nun unter anderem durch die hohen Energiekosten vor den nächsten Problemen, wie eine stichpunktartige Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergeben hat. Die Einrichtungen hoffen auf Unterstützung der Regierung.

"Nach fast 3 Jahren Pandemie und in Anbetracht der aktuellen Energiekrise stehen die Kinos mit dem Rücken zur Wand."Christine Berg, Branchenverband HDF Kino

"Wir verzeichnen gegenüber 2019 immer noch ein Besucherminus von über 30 Prozent", sagte Christine Berg, Vorständin des Branchenverbandes HDF Kino. Allen Kampagnen und Initiativen zum Trotz seien die Besucherinnen und Besucher bisher nicht komplett zurückgekehrt. Die Probleme seien bei den meisten deutschen Kinos gleich und beträfen nicht nur Niedersachsen und Bremen.

"Nach fast 3 Jahren Pandemie und in Anbetracht der aktuellen Energiekrise stehen die Kinos mit dem Rücken zur Wand", sagte Berg. Ein langfristiges Investitionsprogramm sei jetzt notwendig. Denn: Um wettbewerbsfähig zu bleiben und bei der Energieversorgung effizienter zu werden, müsse nun investiert werden. Doch nach 3 Jahren seien die Ressourcen der Kinos komplett aufgebraucht. Gerade im ländlichen Raum seien Kinos häufig "der einzige öffentliche Raum für Kultur und Unterhaltung", betonte Berg.

Im Sommer hätten etwa 50 Prozent aller Häuser in dem Verband bereits Einsparmaßnahmen getroffen, etwa bei der Beleuchtung oder Belüftung. Künftig wollten die meisten Kinos auch in Photovoltaikanlagen oder Luft-Wärme-Pumpen investieren.

Kinobesucher bevorzugen die Abendkasse

Auch am Theater Bremen schwankt das Interesse der Besucher, wie eine Sprecherin mitteilte. Im Frühjahr seien die Besucherzahlen gestiegen und hätten im Sommer fast das Vor-Corona-Niveau erreicht. "Der Start in die aktuelle Spielzeit war dann ehrlich gesagt wieder schwierig, aber jetzt ist seit Mitte Oktober eine deutlich steigende Tendenz zu sehen." Rund 30.000 Zuschauer hätten bisher seit August in dieser Spielzeit das Theater besucht. Viele Besucher würden ihre Tickets aber anders als vor der Pandemie nicht mehr so häufig im Vorverkauf kaufen.

Wegen der hohen Energiekosten versuche auch das Bremer Theater Energie zu sparen, "wo es irgend möglich ist", sagte die Sprecherin. Gemäß der Bundesvorgabe wird nur noch auf 19 Grad geheizt. Zum Schutz gegen Corona laufe allerdings die Lüftung. "Da sparen wir nicht." Darüber hinaus hofft das Haus, die Mehrkosten durch Bundesmittel und Rücklagen decken zu können.

Anders ist die Lage beim Varieté-Theater GOP, das in Hannover zwei Häuser betreibt. Bis auf einen etwas schleppenden Sommer sei die Nachfrage aktuell gut. Für den Winter lägen die Umsatzzahlen ähnlich wie 2019. Bei Tickets in Kombination mit einem Restaurantbesuch gebe es sogar einen Zuwachs von etwa 50 Prozent. Lediglich bei den Firmenbuchungen liegt das GOP hinter 2019.

Dennoch beschäftigt die Energiekrise das Varieté-Theater. Deshalb bleibe etwa tagsüber der Theatersaal dunkel, um Energie zu sparen, sagte ein Sprecher. Bei den Abendveranstaltungen sei das nicht möglich. Einschränkungen bei den Terminen seien auch nicht geplant. "Wir sind zu 85 Prozent ausgelastet, da macht es keinen Sinn auf Shows zu verzichten."

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