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Karl-Heinz Brinkmann baut Krippen aus Torf

Es gibt sie aus Glas, Holz oder auch aus Pappmaschee: Weihnachtskrippen. Karl-Heinz Brinkmann, Hobby-Künstler aus der Gemeinde Ramsloh im Saterland, macht sie aus Torf.

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Hüter über die Herde: Karl-Heinz Brinkmann baut in seiner Freizeit Weihnachtskrippen aus Torf.   Fotos: Wolfgang Stelljes  

Hüter über die Herde: Karl-Heinz Brinkmann baut in seiner Freizeit Weihnachtskrippen aus Torf.   Fotos: Wolfgang Stelljes  

In diesen Tagen herrscht wieder Hochbetrieb in seiner kleinen Werkstatt. Für eine Krippe mit Stammpersonal – Maria und Josef beugen sich über das Jesuskind, Ochs und Esel beobachten die Szenerie – benötigt der 66-Jährige etwa 13 Stunden. Meist kommen noch weitere Akteure hinzu, die Engel beispielsweise. Oft stellt Brinkmann auch ein paar Bäume dazu.

Ungewöhnlich ist vor allem der Werkstoff. In vielen Kirchen und Haushalten stehen Weihnachtskrippen aus Holz, Stroh oder Papier. Auch aus Baumwurzeln wurden bereits Krippen gefertigt. Aber eine Darstellung der Geburt Christi aus Torf, noch dazu handgeschnitzt – das ist echtes Neuland. Bis heute hat der Rentner ein Monopol auf diesem Gebiet.

„Das A und O ist der richtige Torf“, sagt Brinkmann. Weißtorf muss es sein, am besten leicht „holzig“ und mindestens 2000 Jahre alt, also etwa entstanden zu einer Zeit, in der auch Jesus geboren wurde. Bei der Suche klopft Brinkmann gegen jeden Soden – klingt er schön trocken, wie weiches Holz, dann nimmt er ihn mit. „Von zehn Soden kann ich vielleicht ein oder zwei gebrauchen.“

Von Stall bis Hirte und Kamel schnitzt der Hobby-Künstler die Szenerie.    Von Stall bis Hirte und Kamel schnitzt der Hobby-Künstler die Szenerie.    

In der heimischen Werkstatt fräst er mit einer Elektrokettensäge die Oberflächen glatt und klebt drei Soden mit Holzleim zusammen. Aus diesem Klotz sägt er die grobe Krippenform heraus. Auf der Vorderfront zeichnet er die wichtigsten Akteure vor. Mit Hilfe von Skalpell, Stecheisen und Stechbeitel entsteht dann das bekannte Relief. Am Ende greift Brinkmann zum Feinschleifer – für letzte Korrekturen am Bart von Josef oder am Ohr des Esels.

Die Idee hatte sein Bruder, der als Prokurist in einem Torfbetrieb arbeitet und ein originelles Weihnachtsgeschenk für seine Kunden suchte, „mal was anderes als Pralinen oder Wein“. 2012 konnte er die ersten Krippen in einer repräsentativen Holzkiste überreichen. Inzwischen sind Dutzende von Krippen entstanden. Einige waren bereits bei einer internationalen Krippenausstellung in Köln zu sehen.

Filigranes Werkzeug ist vonnöten - nicht nur, um dem Torfschaf die Wolle zu richten.Filigranes Werkzeug ist vonnöten - nicht nur, um dem Torfschaf die Wolle zu richten.

Und selbst aus dem Ausland haben sich Sammler gemeldet. Wer einen Blick in die Werkstatt von Karl-Heinz Brinkmann werfen möchte, sollte vorher anrufen: Telefon 04498/2319. Gleich neben der Werkstatt ist auch ein kleines Atelier mit Radierungen und Aquarellen.

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