Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Julia Fischer (14) schreibt Jugendroman

"Der Tod isst mit" lautet der Titel des Buches von der Jungautorin. Die Schülerin der Vechtaer Liebfrauenschule möchte mit ihrem Werk ein Vorbild für andere junge Mädchen sein.

Artikel teilen:
Auf dem iPad ist die Geschichte entstanden: Auf dem iPad hat Julia Fischer auch das Interview mit OM online geführt. Foto: Scholz

Auf dem iPad ist die Geschichte entstanden: Auf dem iPad hat Julia Fischer auch das Interview mit OM online geführt. Foto: Scholz

Zeit: England in den 1950er Jahren. Ort: Das Anwesen einer adeligen Familie. Genau dort spielt der Kriminaljugendroman der 14-jährigen Julia Fischer. Die Schülerin der Vechtaer Liebfrauenschule hat –inspiriert von der Romanreihe "Flavia De Luce" des kanadischen Autors Alan Bradley – einen Fortsetzungsroman von Bradleys Werk geschrieben. Auf 140 Seiten taucht die Schülerin in die Welt des Verbrechens aus der Sicht eines jungen Mädchens – ihrer Hauptfigur– ein. 

Die Leidenschaft zum Schreiben habe sie schon immer gehabt, erzählt Julia Fischer. "Ich selber lese total gerne, besonders Krimis", sagt die Schülerin. Ihre Lehrerin, Martina Halbritter, habe sie dann zur Begabtenförderung eingeladen. Dort haben Schülerinnen einen Tag im Monat Zeit, sich einem selbstgewählten Projekt zu widmen. Für die 14-Jährige stand schnell fest, dass sie die Gelegenheit nutzen will, um etwas Eigenes zu schreiben. 

Beim Stöbern in ihrem heimischen Bücherfundus fiel der Blick dann auf eines der Bücher über "Flavia De Luce". Der Jugendroman über die 11-jährige Flavia faszinierte die Vechtaer Schülerin nicht nur inhaltlich, sondern vor allem auch sprachlich. "Ein junges Mädchen, dass sich gegen die Erwachsenen durchsetzt und so Verbrechen aufklärt, und das verbunden mit englischem Humor, fand ich total spannend", sagt die in Lohne wohnende Schülerin. Und so kam ihr die Idee, einfach eine Fortsetzung dieses Werkes zu schreiben. 

In dem Roman dreht sich alles um einen Giftmord

Doch ist das überhaupt erlaubt? Immerhin ist die All-Age-Krimireihe weltberühmt. Auf diese Frage wusste Julia zunächst auch keine Antwort, weshalb sie kurzerhand mithilfe ihrer Lehrerin eine Mail an Bradley verfasste und ihn fragte, ob sie die Grundgeschichte seines Buches für schulische Zwecke fortführen dürfe. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Bradley, der in Kanada lebt und arbeitet, gab grünes Licht.

So machte sich Julia Fischer ans Werk und fing an, erste Ideen zu sammeln. Das Grundkonstrukt stand ziemlich schnell: ein rätselhafter Giftmord. Und an Weihnachten sollte die Geschichte spielen. Den Sprachstil des Originals wollte Julia beibehalten.

Sie selber hätte durchaus schon relativ viel Wissen gehabt, was Verbrechen angeht, theoretisches Wissen natürlich. Doch beim Thema Giftmord recherchierte Julia dann doch lieber nochmal intensiver, um auch die durchdachte Art der Flavia im Originalroman beibehalten zu können. Unterstützung bekam sie hier von ihrer Tante, die Apothekerin ist, aber auch von ihrer Lehrerin, die selber gerne Krimis liest.

Die Hauptfigur ist 12 Jahre und sucht einen Giftmörder

Und darum geht es in dem Roman der Vechtaer Schülerin: Die 12-jährige Flavia lebt mit ihrem Vater und 2 gemeinen, älteren Schwestern in einer alten Villa irgendwo in England in den 1950er Jahren. Flavia bekommt durch die Wirtstochter im Dorf einen Hinweis und so kommt es, dass sie kurzerhand vor dem verstorbenen Onkel der Wirtstochter steht. An Weihnachten. Flavia ist schnell klar: Hier stimmt etwas nicht. Sie nimmt die Ermittlungen auf. Mit ihrer doch sehr naiven Art begibt sie sich dabei immer wieder in Gefahr. Schnell stellt sich heraus: Es war Mord, und zwar ein Giftmord. Doch wer ist der Täter?

Die Ideen kamen nach und nach. "Mal habe ich mich nach der Schule mit dem iPad hingesetzt, mal aber auch gar nicht geschrieben", berichtet die 14-Jährige. Denn ein ganzes Buch zu schreiben ist alles andere als einfach. So war immer wieder auch Martina Halbritter gefragt. Die Deutschlehrerin musste Korrekturlesen. Dabei ist ihr aufgefallen: "Ich kannte die Buchserie vorher gar nicht. Doch je mehr ich von Julia gelesen habe, desto deutlicher habe ich in der Romanfigur meine Schülerin wiedererkannt", berichtet Halbritter.

Julia möchte ihren Mitschülerinnen Mut machen

Das kann auch Julia nicht ganz leugnen. "Ich möchte mit dem Buch auch eine Botschaft an meine Mitschülerinnen senden. Mädchen können genauso stark sein, wie Jungs", sagt Julia. Nach dem Motto: Nicht vor Mauern stehenbleiben, sondern Eigeninitiative zeigen. Das scheint bei vielen ihrer Mitschülerinnen schon zu fruchten, denn: "Viele meiner Schülerinnen geben mir jetzt Texte zum Lesen, nachdem ich ihnen von Julia berichtet habe", erzählt Halbritter.

Wo ist das Buch denn von Julia Fischer jetzt zu lesen? Veröffentlichen, so hat sie es mit dem Autor abgesprochen, darf sie es nicht. Die Liebfrauenschule denke aber über eine kleine Lesung nach, wenn die Corona-Pandemie dies zulasse. "Ich habe Alan Bradley mein Buch jetzt zugeschickt, aber bisher noch keine Rückmeldung erhalten", sagt die Schülerin. Ihr größter Traum sei es, wenn Bradley von ihrer Fortsetzung so begeistert wäre, dass er mit ihr als Co-Autorin etwas veröffentlichen würde. Fest steht für Julia aber auch, dass ihr nächstes Buch zu 100 Prozent von ihr stammen soll, damit sie es auch alleine veröffentlichen kann.

Zeit für ein Update! Mit der jüngsten Überarbeitung unserer App haben wir das Nachrichten-Erlebnis auf dem Smartphone weiter verbessert und ausgebaut. Jetzt im Google-Playstore und im  Apple App-Store updaten oder downloaden.

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Julia Fischer (14) schreibt Jugendroman - OM online