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Johanna Schmoll: "Ich möchte Lohne eine Bühne geben"

Die 25-Jährige leitet die Lohner Kleinkunstbühne. Sie möchte mehr Kultur in die Stadt holen. Wie das gehen soll? Das verrät sie im Gespräch mit OM-Online.

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Jeder kann das Singen erlernen, findet die 25-jährige Johanna Schmoll. Sie leitet hauptamtlich die Kleinkunstbühne in Lohne. Foto: J. Scholz

Jeder kann das Singen erlernen, findet die 25-jährige Johanna Schmoll. Sie leitet hauptamtlich die Kleinkunstbühne in Lohne. Foto: J. Scholz

Der Weg zu Johanna Schmoll führt in einen Keller. Mit jeder Treppenstufe wird es kühler. Scheinwerfer leuchten den Weg. Unten angekommen in der Bahnhofstraße 7 wirkt es fast ein wenig wie in einem klassischen Großstadtclub. Nur kleiner. Ein bisschen unscheinbarer. Ein wenig unfertig. Die Lohner Kleinkunstbühne ist noch in der Aufbauphase. Mittendrin ist ihre Leiterin Johanna Schmoll.

"In Berlin, Hamburg und Köln gibt es alles schon. Hier in Lohne entstehen erst gerade die coolen Projekte", sagt die 25-Jährige. Vom Angebot biete Lohne bereits das Großstadtfeeling. Seit dem 23. April ist die Stadt um eine kulturelle Attraktion reicher. Die Kleinkunstbühne "Chaméleon" soll jedem eine Bühne bieten. Großen und bekannten Künstlern. Kleinen und noch unbekannten Musikern. Sie soll Lohne eine Bühne geben.

Verantwortlich dafür ist Schmoll. Mit 20 Wochenstunden leitet die Osnabrückerin die Einrichtung. Doch wer ist die 25-Jährige und wie sieht ihre Arbeit aus? Ein Besuch vor Ort.

Johanna Schmoll ist auf der Bühne zu Hause

Johanna Schmoll redet viel. Sie redet schnell, aber kontrolliert. Nicht zu leise. Nicht zu hoch. Denn: Eine schnelle und hohe Stimme bedeute, dass jemand aufgeregt ist, erklärt die Musikerin. "Ich bin ganz entspannt", sagt sie und gestikuliert dabei mit den Händen. In der Musik und auf der Bühne ist Schmoll zu Hause.

Mit Musik ist sie aufgewachsen. Schmoll stammt aus einer Musikerfamilie. Es lag nahe, dass sie Cello und Klavier erlernte. Hinzu kam Gesangsunterricht. Bereits als Jugendliche sprach sie Werbetexte ein und nahm eine CD auf. Es folgte ein Studium: Jazz- und Popgesang in Osnabrück. Ihre Stimme habe sie dabei die ganze Zeit begleitet. Eine erste eigene EP hat Johanna Schmoll bereits veröffentlicht.

Hamburg, Berlin oder Köln: Möglichkeiten hat Schmoll mit ihrem Talent viele. Wie kommt es dann, dass sie nun in Lohne arbeitet? Um das zu erklären, holt Schmoll weit aus. Die Hände helfen ihr dabei. Als Jugendliche sei ihr Traum gewesen, in Musicals mitzuspielen. Mit 16 Jahren war es schwierig, noch Ballett zu lernen und so scheiterte die Musicalkarriere am Tanzen.

Die Osnabrückerin Schmoll kam bereits als Schülerin mit Lohne in Kontakt

Schmoll kam noch als Schülerin mit der Musical-AG des Lohner Gymnasiums in Kontakt. "Ich habe meine Eltern versucht zu überreden, für das letzte Schuljahr auf das Lohner Gymnasium zu gehen", erzählt die Osnabrückerin. Die Eltern lehnten das ab. Schmoll blieb mit Lohne aber in Kontakt.

"Musik ist für mich eine eigene Sprache", sagt Schmoll. Und diese Sprache brachte sie schließlich mit Vincent Kaufmann zusammen. Kaufmann suchte jemanden, der sich mit Musikproduktion auskannte. Und so wurde Schmoll die hauptamtliche Leiterin der Lohner Kleinkunstbühne, die vom Verein "Bühnentalente" betrieben wird. Die Stadt und das Land Niedersachsen fördern das Projekt.

Lohne habe kulturell viel zu bieten, betont Johanna Schmoll, die auch als Leiterin von Popchören und Gesangslehrerin in Minden und Münster arbeitet. Schmolls Maxime: Jeder kann das Singen lernen. Doch für das Ausprobieren fehlte bisher ein Raum. Die Kleinkunstbühne sei ein solcher, in dem jeder anfangen und sich ausprobieren könne. "Ich will, dass die Künstler kommen und sich wohlfühlen", sagt die 25-Jährige. Für das Drumherum sei sie zuständig.

Zielgruppe der Kleinkunstbühne sollen alle Lohner sein

Oftmals – besonders aktuell – erhalten Künstler Absagen, wenn sie auftreten wollen. Schmoll möchte das ändern. "Chaméleon" soll der Raum für Auftritte und Ideen sein. Von diesen Ideen hat Schmoll viele. Etliche Projekte (siehe Fakten) hat sie mit ihren Mitstreitern bereits geplant. Die Zielgruppe sollen alle Lohnerinnen und Lohner sein. Mit allen meint Schmoll auch wirklich alle – sie gendert.

Es soll Auftritte geben und Open-Stage-Projekte, wo jeder mitwirken kann. Schmoll möchte auch eine Band gründen und immer wieder lokale mit externen Künstlern zusammenbringen. Sie hilft und unterstützt dabei. Schmoll ist sicher, dass das Projekt in Lohne gelingt und meint, sie werde in Lohne wohl länger bleiben. Klare Ziele für die Zukunft hat die 25-Jährige: ein eigenes Album, Filmmusik für Krimis schreiben und in Lohne mitwirken. Ihr Vorbild ist übrigens Justin Timberlake. Die große Show halt.


Die nächsten Veranstaltungen der Lohner Kleinkunstbühne

  • Am 28. Mai (Samstag) tritt Felix Ostendorf mit einem musikalischen Programm unter dem Titel „Undercover – Felix in Concert“ auf.
    Zu seinem Repertoire gehören Coversongs von Alligatoah oder auch Marius Müller-Westernhagen.

    Das Konzert beginnt um 20 Uhr. Der Einlass ist bereits ab 19 Uhr. Tickets kosten 8 Euro (ermäßigt 6 Euro). Daneben gibt es Aktionskarten für 6 Euro, die nur per Mail an tickets@buehnentalente.de gebucht werden können.
  • Am 4. Juni (Samstag) tritt Pupenspieler Matthias Hüninghake mit seiner Show „Puppen weinen DOCH...!“ auf. Tickets kosten 12 Euro (ermäßigt 9 Euro) und sind über die Homepage, per Mail, telefonisch oder an der Abendkasse zu erwerben.
  • Am 21. Juni (Dienstag) ist der Chor Tonicum zu Gast mit seinem Programm „Die Lohner Stadtmusikanten“. Der Eintritt ist frei. Es wird aber um eine Anmeldung unter Telefon 04442/9373330 oder per Mail gebeten. Spenden sind erwünscht.
  • Am 15. Juli (Freitag) tritt die Detmolder Band Karmeleon auf. Das Event soll eine Art „Schools-Out-Party" sein. Tickets gibt es online auf der Homepage.

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