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"Je größer desto besser": Friesoyther Künstlerin setzt Fassaden in Szene

Die Wand- und Dekorationsmalerei ist ihre besondere Leidenschaft, aber auch für die heimischen vier Wände  malt Michaela Rumpke ausdrucksstarke Bilder. Ab sofort zu sehen im Friesoyther Bildungswerk.

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Laden zur Ausstellung ein: Künstlerin Michaela Rumpke (links) und Bildungswerk-Geschäftsführerin Nicola Fuhler. Foto: Wimberg

Laden zur Ausstellung ein: Künstlerin Michaela Rumpke (links) und Bildungswerk-Geschäftsführerin Nicola Fuhler. Foto: Wimberg

Als sie im Café gegenüber saß und auf den Innenhof zwischen Buchhandlung und der heutigen Pizzeria schaute, kam ihr die Idee: die gemauerte Wand könnte zur Leinwand werden. Der Plan ging auf, und die Fassade wurde tatsächlich zum Kunstwerk. „Meine erste Arbeit“, sagt Michaela Rumpke.

30 Jahre ziert das Motiv nun schon die Freifläche an der Langen Straße, die nie bebaut wurde, da der alte Vierfuß als „Seher von Friesoythe“ vor dem Ausbruch des Dritten Weltkrieges warnte, sollte je ein Haus die Lücke füllen. Heute lässt man sich hier, ähnlich wie auf der Darstellung, Eis, Pizza und Pasta unter Schirmen schmecken.

Ihre Kunst präsentiert die 49-Jährige zurzeit im Friesoyther Bildungswerk

Für die Wand- und Fassadenmalerei hat die Friesoytherin eine besondere Leidenschaft entwickelt und sich damit im Laufe der Zeit auch in ihrer Heimatstadt mehrfach ausdrucksstark in Szene gesetzt. „Je größer desto besser“, verrät sie lächelnd und braucht als Vorbereitung weder Projektor noch Folien, sondern lediglich ein Gerüst, auf dem sie grundsätzlich frei Hand gestaltet und arbeitet.

Klein sind auch die Werke für die heimischen vier Wände nicht. Und einen Auszug dieser hoch- und querformatigen Kunst präsentiert die 49-Jährige zurzeit im Friesoyther Bildungswerk.

Lässt Raum für Interpretation: Der einsame Mann mit einer roten Rose auf der Bank am Bahnhof. Foto: WimbergLässt Raum für Interpretation: Der einsame Mann mit einer roten Rose auf der Bank am Bahnhof. Foto: Wimberg

Die Einrichtung lädt seit vielen Jahren in Kooperation mit dem Kunstkreis zu Ausstellungen ein, „die bei unseren Teilnehmern und Besuchern immer einen bleibenden Eindruck hinterlassen“, betonte Nicola Fuhler. Bis in den Sommer hinein, „bringt nun Michaela Rumpke Licht und Farbe in unser Gebäude“, dankt die Geschäftsführerin für die Bereitschaft. Zu sehen sind elf Varianten zu ganz unterschiedlichen Themen, die zum Interpretieren und Nachdenken anregen und Gefühle auslösen sollen und darüber hinaus erworben werden können. Keine abstrakten Motive, „denn ich bin Realist“, unterstreicht die Autodidaktin, die auch die Illusionsmalerei beherrscht.

"Rumpke" sucht man auf ihren Bildern vergeblich

Gemalt habe sie immer schon und das „Spiel mit den Farben“ von der Ölmalerei bis zur Dekorationsmalerei und Bleiverglasung weiterentwickelt. Die gelernte Autolackiererin hat schließlich 2009 ihr Hobby zum Beruf gemacht und darüber hinaus eine Kunstschule eröffnet, in der sie Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 16 Jahren erfolgreich für Kreativität und Kunst begeistert.

Den Namen „Rumpke“ sucht man auf ihren Bildern allerdings vergeblich. Stattdessen signiert sie mit „Plaggenborg“, ihrem Mädchennamen. Ein Rat einer Galeristin, bei der sie mit 16 Jahren ein Praktikum absolvierte und die ihr viel bedeutet habe. „Und dem bin ich immer treu geblieben“, berichtet die verheiratete Mutter von zwei Kindern, die sich mit einem Atelier im Werkhaus Pancratz „einen Traum erfüllte“.

Blickt sie heute auf ihr überdimensionales Erstlingswerk an der Langen Straße hat es bezüglich seiner Farben im Laufe der Jahrzehnte Federn gelassen. Statt sie aufzufrischen, würde die Künstlerin das Motiv, sofern gewünscht,  jedoch komplett entfernen, um danach etwas komplett Neues zu schaffen: Friesoythe als eine Art Stadtplan schwebt ihr vor und damit Kunst als Karte, die auf der Fläche ebenso beeindruckt wie informiert.

Erstlingswerk: Die Gestaltung der Fassade an der Langen Straße. Wenn gewünscht, würde die Künstlerin ihr nun einen ganz neuen Anstrich geben. Foto: WimbergErstlingswerk: Die Gestaltung der Fassade an der Langen Straße. Wenn gewünscht, würde die Künstlerin ihr nun einen ganz neuen Anstrich geben. Foto: Wimberg

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