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Jac Bossewinkel hält seine Liebe zu Löningen in Bildern fest

Fast sein ganzes Erwachsenenleben hat der Maler Bossewinkel in der Hasestadt verbracht. Der Niederländer findet hier mehr als ausreichend Motive für seine Kunst.

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Perspektive stimmt: Jac Bossewinkel stellt seine Wahlheimat Löningen in den Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens. Foto: Meyer

Perspektive stimmt: Jac Bossewinkel stellt seine Wahlheimat Löningen in den Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens. Foto: Meyer

Jac Bossewinkel greift zum Pinsel und mischt ein sattes Grün. Der Löninger Kirchturm ist umrahmt von Bäumen, Bossewinkel hat ihre Umrisse sorgsam mit dem Bleistift vorgezeichnet. An der Ansicht auf seine Lieblingsstadt arbeitet der gebürtige Niederländer bereits seit dem vergangenen Jahr. Immer wieder nimmt er sich das Bild vor, manchmal nur für ein paar Minuten am Tag. 

Für den 80-Jährigen ist das eher ungewöhnlich. Normalerweise malt er deutlich schneller. Anders hätte er sein schier unüberschaubares Werk auch nicht zustande gebracht. Wie viele Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen er vollendet hat, kann Bossewinkel nur schätzen. "Das müssen Tausende sein." Darunter sind zahlreiche kleine Arbeiten in Postkartengröße, die er unter anderem an seine Freunde verschickt. Und von denen hat der freundliche Künstler inzwischen viele.

Was seinen Namen angeht, kann es Johannes Antonius Cornelis Bossewinkel allemal mit den alten niederländischen Meistern aufnehmen. Das Kürzel "Jac" steht dem bekennenden Camping-Fan aber viel besser. Unkompliziert und gradlinig wie er selbst ist auch seine Kunst. "Die Perspektive ist für mich besonders wichtig", sagt er. Sein Stil ist meist realistisch, neben Blumen und Landschaften  sind Wildtiere wiederkehrende Motive. Abstraktes entsteht dagegen eher unbeabsichtigt. So fiel seiner Tochter einmal eine Leinwand ins Auge, die der Vater eigentlich nur zum Abtupfen der Pinsel benutzt hatte. "Sie ließ sie einrahmen und hängte das Bild bei sich zu Hause auf", berichtet Ehefrau Rosi lächelnd. Jac ist mit ihr seit 55 Jahren verheiratet.

Niederländer kommt mit Anfang 20 nach Löningen

Im grenznahen Oldenzaal geboren, nahm der gelernte Schriftsetzer 1964 einen Job in der Druckerei Schmücker an. In Löningen habe er eigentlich nur kurz bleiben wollen. "Die Stadt sah damals ganz anders aus als heute, alles war viel kleiner." Die alten Straßen und zum Teil verschwundenen Gebäude hat er auf zahlreichen Bildern verewigt. Mit dem konservativen Katholizismus, der die Region damals prägte, eckte der Freigeist immer mal wieder an. Es dauerte trotzdem nicht lang und aus der Arbeits- wurde eine echte Liebesbeziehung. Bossewinkel sah bald keinen Grund mehr wegzugehen. 

Gezeichnet hatte der Niederländer bereits als kleiner Junge. Um 1980 herum wurde es damit ernster. Nachdem Bossewinkel beim Bildungswerk einen Kurs belegt hatte, machte er das Malen mit Acryl, Öl und Aquarell zu seinem festen Hobby. Im Keller seines Hauses in Borkhorn richtete er sich ein Atelier ein und verbringt seitdem täglich Zeit vor der Staffelei oder am Zeichentisch. Seine Motive findet er größtenteils in der näheren Umgebung. Er skizziert sie entweder direkt vor Ort oder knipst ein Foto, das er dann als Vorlage nutzt. Auch Porträts fertigt der Autodidakt an. "Das sind meistens Auftragsarbeiten. Manche wollen auch ihren Hof oder ihr Wohnhaus von mir gemalt haben". Bossewinkel macht das gern und rahmt die fertigen Bilder auch selbst.

Tulpen und Stiefel: Auch die roten Schuhe sind ein wiederkehrendes Motiv. Foto: MeyerTulpen und Stiefel: Auch die roten Schuhe sind ein wiederkehrendes Motiv. Foto: Meyer

Was er nicht verkauft, behält er. Im Wohnzimmer hängt sein erstes großes Gemälde, das die historische Seeschlacht von Trafalgar darstellt. Aktuelle Ereignisse verarbeitet der Künstler aber nicht. Menschen mit Corona-Mundschutz etwa würden seine Landschaften niemals durchstreifen, versichert er. Auch aus politischen und  künstlerischen Scharmützeln hält er sich heraus. Schade findet er aber, dass die Pandemie das kulturelle Leben weiterhin einschränkt. So hat Bossewinkel in früheren Jahren häufiger an Ausstellungen teilgenommen. Dass so gut wie nichts mehr stattfinde, sei traurig. "Aber wir müssen da jetzt durch."

Langweilig wird dem 80-Jährigen, der am liebsten in Kroatien Urlaub macht und 2019 wochenlang allein auf dem Jakobsweg unterwegs war, das Malen nie. In Löningen finde er zuverlässig etwas Neues, sagt er. "Die Stadt ist ein Juwel, aus dem sich viel mehr machen ließe." Ein Campingplatz etwa müsse dringend her. Da ist Bossewinkel wieder ganz Holländer. Sagt es und wendet sich wieder seiner Stadtansicht  zu. Dem Himmel fehlt noch ein kräftiges Rot. Das komme jetzt als nächstes – und danach etwas anderes....

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