Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Industriemuseum Lohne darf Moorbagger behalten

Die Einrichtung erhält das mehr als 40 Jahre alte Fahrzeug des Torfwerks Bernhard Haskamp & Co. als Schenkung. Das Gefährt soll nun seinen Platz im Magazin am Südring finden.

Artikel teilen:
Hinten Deutz, vorne Atlas: Bei der symbolischen Übergabe des Moorbaggers dabei waren (von links) Ulrike Hagemeier, Alexander Borkern Hermann-Josef Schlärmann und Benno Dräger. Foto: Timphaus

Hinten Deutz, vorne Atlas: Bei der symbolischen Übergabe des Moorbaggers dabei waren (von links) Ulrike Hagemeier, Alexander Borkern Hermann-Josef Schlärmann und Benno Dräger. Foto: Timphaus

Erst diente das Gefährt als Blickfang und sollte Besucher in die Ausstellung „Maschinen bauen – von Eisen und Stahl zu Bites und Bytes“ locken. Jetzt geht das Fahrzeug ins Inventar des Industriemuseums Lohne über: Die Einrichtung hat am Mittwoch einen mehr als 40 Jahre alten Moorbagger der Firma Bokern aus Kroge als Schenkung erhalten. Bei der symbolischen Übergabe dabei waren Hermann-Josef Schlärmann (Torwerk Bernhard Haskamp & Co.), Alexander Bokern (Bokern Fahrzeug- und Maschinenbau) sowie die Museumsleiter Ulrike Hagemeier und Benno Dräger.

"Mich hat besonders die Geschichte des Moorbaggers interessiert."Ulrike Hagemeier, Leiterin des Industriemuseums Lohne

Hagemeier berichtete, dass sie im Zuge der Recherche für die Ausstellung, die im September 2019 eröffnet wurde, einen Hinweis auf den Moorbagger erhalten hatte, der von 1978 bis 2010 im Südlohner Moor zum Ausbaggern von Entwässerungsgräben und – mit einem Greifkorb versehen – zum Laden von Torfsoden genutzt wurde. Später sei das Gefährt durch leistungsfähigere Bagger ersetzt worden. Anschließend habe es nach Angaben von Schlärmann fast ein Jahrzehnt auf dem Hof des Torwerks gestanden und wurde nur ab und an bewegt. „Mich hat besonders die Geschichte des Moorbaggers interessiert“, erzählt die Museumsleiterin.

Alwin Bokern konstruierte den Bagger anhand von Skizzen auf einer Zigarettenschachtel

Sie bemühte sich erfolgreich, das Gefährt für die Ausstellung zu gewinnen. Im Juli des vergangenen Jahres baute es das Erdarbeiten- und Transportunternehmen Averdam – mit Präzision und einem ruhigen Händchen – vor dem Museum an der Küstermeyerstraße auf.

Alwin Bokern konstruierte das Fahrzeug einst aus einem Deutz-Trecker und einem Atlas-Ladekran. Der Firmengründer habe keine Zeichnung angefertigt, sondern lediglich Skizzen auf einer Zigarettenschachtel gemacht, sagt Hagemeier.

Der Moorbagger verfügte während seiner Dienstzeit über einen Drei-Zylinder-Motor und brachte eine Leistung von 40 PS. Er wog etwa 6,5 Tonnen. Inzwischen wurden der Motor und der Greifkorb entfernt, weshalb sich das Gewicht verringert hat. Die Herstellung des Gefährts kostete vor mehr als 40 Jahren etwa 80.000 Deutsche Mark.

Moorbagger ist ein Novum der IML-Sammlung

Hagemeier nannte den Moorbagger „ein besonderes Exponat mit industriegeschichtlicher Bedeutung“. Sie sagte: „Das ist ein Novum in unserer Sammlung.“ Auch Dräger freute sich über die Schenkung. „Jetzt müssen wir in unserem Magazin am Südring etwas Platz schaffen.“ Schlärmann meinte: „Wir sind froh, dass der Moorbagger für die Nachwelt erhalten bleibt.“

Maschinenbaumeister Bokern erläuterte, dass von dem Fahrzeug etwa 20 bis 30 Exemplare hergestellt wurden. Auch heute noch fertige sein Unternehmen, das er von seinem Vater übernommen hat, Fahrzeuge und Maschinen speziell für den Einsatz im Moor an – in Deutschland vor allem für die Renaturierung von Flächen. „Der Torfabbau läuft langsam aus“, sagte Schlärmann. Das Geschäft habe sich vor allem ins Baltikum verlagert, sagte Bokern.

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Industriemuseum Lohne darf Moorbagger behalten - OM online