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In der Schmiede geht es heiß her

Zwei Wochen lang gab es beim „Dorfherbst“ im Museumsdorf wieder Erlebnisse und Entdeckungen für die interessierten Besucher. Am Sonntag endete die diesjährige Reihe.

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Zur Freude der Besucher: Schmied Michael Kröger verschenkte selbstgeschmiedete Herzen aus Eisen. In der über 200 Jahre alten Schmiede schürte der gelernte Schmied die Esse und demonstrierte mit Leidenschaft die alte Handwerkskunst. Foto: Andreas Heidkamp <br>

Zur Freude der Besucher: Schmied Michael Kröger verschenkte selbstgeschmiedete Herzen aus Eisen. In der über 200 Jahre alten Schmiede schürte der gelernte Schmied die Esse und demonstrierte mit Leidenschaft die alte Handwerkskunst. Foto: Andreas Heidkamp

Zu den besonderen Aktionen zählten am Wochenende unter anderem ein Korbflechter, der im Ahrenshof sein Jahrhunderte altes Handwerk präsentierte. „Von den über 400 verschiedenen Sorten Weiden sind nur rund 80 flechtfähig“, erzählt Christoph Martin, der das alte Handwerk von der Pike auf gelernt hat.

Unterschiedliche Techniken seien notwendig, um zum Beispiel einen Korb herzustellen. Erst den gewölbten Boden, dann folgt der Fuß, dann eine Kimmung mit zwölf Weiden, eine weitere mit 16, dann folgen der Rand und zu guter Letzt der Henkel. Die uralte Technik des Flechtens erfordere viel Kraft und Fingerspitzengefühl zugleich. „Jeder Korb oder jede geflochtene Schale sind Unikate und mit den in Asien hergestellten Produkten überhaupt nicht zu vergleichen“, erklärte Christoph Martin.

Richtig heiß her ging es in der über 200 Jahre alten Schmiede, in der Schmied Michael Kröger die Esse zum Glühen brachte. Der Konstruktionsmechaniker wollte raus aus seinem Beruf, in dem er sich gefangen gefühlt habe. „Ich musste ­irgendetwas anderes machen. Dass ich auf den Beruf Schmied umgesattelt habe, darüber bin ich heute unendlich glücklich. Ich war also selber meines Glückes Schmied“, erzählt der 31-Jährige, während er einer Besucherin ein Herz aus Eisen überreicht.

Viel Fingerspitzengefühl ist notwendig bei der Herstellung eines geflochtenen Korbbodens. Christoph Martin demonstrierte im Museumsdorf die Jahrhunderte alte Handwerkskunst des Flechtens.  Foto: Andreas HeidkampViel Fingerspitzengefühl ist notwendig bei der Herstellung eines geflochtenen Korbbodens. Christoph Martin demonstrierte im Museumsdorf die Jahrhunderte alte Handwerkskunst des Flechtens.  Foto: Andreas Heidkamp

„Es ist ein Erlebnis, das die Leute mit nach Hause nehmen und etwas davon haben“, freut sich Michael Kröger über den Dank der jungen Frau. Sein wertvollstes Handwerksgerät sei ein Hammer, den er sich aus einem Stück Bahnschiene selber geschmiedet habe. „Den nehme ich mit ins Grab. Nur ein Stück Eisen und ein Stück Holz. Für Schmiede ist es die verlängerte Hand“, drückt Kröger seine Verbundenheit zum Werkzeug aus.

Apfelernte des ­Museumsdorfes wird zu Saft gepresst

Über ebenfalls großes Interesse freuten sich die Töpferinnen und ein Holzschuhmacher, der seinen Stand auf dem Platz neben der Münchhausenscheune aufgeschlagen hatte. Speis und Trank gab es reichlich – der Duft von frisch gebackenem Brot und Apfelkuchen aus dem Steinbackofen lockte die hungrigen Besucher an, während der „Dorfkrug“ mit einem speziellen Herbstgedeck aufwartete.

Ein wahrer Genuss war der frisch gepresste Apfelsaft aus der diesjährigen Ernte des Museumsdorfs, der vom Geschmack her „mit nichts zu vergleichen ist“, wie verschiedene Besucher nach der Verkostung betonten.

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