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Im Innenhof des Vechtaer Gulfhauses wird wieder abgerockt

Der Jugendkulturverein Oldenburger Münsterland organisiert erste Konzerte unter Corona-Auflagen. Junge Menschen sollen das Programm künftig mitgestalten.

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Endlich wieder auf Tour: Musiker Steffen Neumeister alias „Grundhass“ eröffnet das Veranstaltungsprogramm des Jugendkulturvereins Oldenburger Münsterland. Das Konzert findet unter freiem Himmel am Gulfhaus statt. Foto. Flo Ehlich

Endlich wieder auf Tour: Musiker Steffen Neumeister alias „Grundhass“ eröffnet das Veranstaltungsprogramm des Jugendkulturvereins Oldenburger Münsterland. Das Konzert findet unter freiem Himmel am Gulfhaus statt. Foto. Flo Ehlich

Die Kulturszene ist durch die Corona-Pandemie zum Erliegen gekommen, unzählige Konzerte sind ausgefallen. Darunter leidet auch das Stammpublikum im Gulfhaus in Vechta. Mehr als 1 Jahr hat auf der Bühne des Jugend- und Kulturzentrums kein Auftritt mehr stattgefunden. Doch dank der gesunkenen Inzidenzzahlen sollen die jungen Leute wieder abrocken können. Gleich 7 Events stehen in den kommenden Wochen auf dem Programm.

Der Auftakt am 11. Juni (Freitag) ist vielversprechend: Solokünstler Steffen Neumeister alias „Grundhass“ bietet eine raffinierte Mischung aus Punkrock, Pop und Folk. Es folgen weitere lautstarke, sanfte und auch wortgewandte Töne, etwa der Poetry-Slam mit den lokal bekannten Künstlern Benedikt Feldhaus und Peter Havers. Die Auftritte finden zunächst unter freiem Himmel im Innenhof des Gulfhauses statt.

Die Organisation des Programms liegt in Händen des Jugendkulturvereins Oldenburger Münsterland. Mit ihm hat die Stadt Vechta einen Kooperationsvertrag über 2 Jahre abgeschlossen. Die Weichen sind bereits im vergangenen Jahr im Ausschuss für Jugend und Sport gestellt worden. Das Angebot soll insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene bis 27 Jahre ansprechen.

Wortgewandtes Duo: Benedikt Feldhaus (rechts) und Peter Havers wollen das Publikum mit Poetry-Slam fesseln. Foto: FeldhausHaversWortgewandtes Duo: Benedikt Feldhaus (rechts) und Peter Havers wollen das Publikum mit Poetry-Slam fesseln. Foto: Feldhaus/Havers

"Vor allem die musikalischen Veranstaltungen im Gulfhaus sind Kult. Wir wollen mit dem neuen Programm viele junge Leute ansprechen", erklärt Bürgermeister Kristian Kater (SPD). Die Kommune wolle die Jugendkulturarbeit langfristig stärken. "Dafür haben wir einen kompetenten Partner gewonnen, der langjährige Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt hat", ergänzt Erste Stadträtin Sandra Sollmann.

"Der Verein hat gute Kontakte zu vielen Künstlern. Wir werden zusammen ein tolles Programm auf die Beine stellen", erklärt Gulfhaus-Leiter Sebastian Krause und ergänzt mit Blick auf die Corona-Einschränkungen: "Wenn wir denn dürfen." Der Jugendpfleger kennt die Akteure des Jugendkulturvereins aus früheren Events, ist selbst begeisterter Musiker und hat große Lust auf Live-Erlebnisse im frisch renovierten Saal des Hauses: "Hier muss Musik rein!"

Stadt Vechta zahlt Pauschale für Veranstaltungen

Neben Traditionsveranstaltungen, Konzerten und Darstellender Kunst darf sich das Publikum auf Neuheiten freuen. Nur Privatfeiern wie Hochzeiten und Geburtstage sind im Gulfhaus künftig tabu. Der Verein stimmt das Programm mit der Stadt ab. Er erhält für die Organisation und Durchführung von mindestens 30 Veranstaltungen pro Jahr eine Pauschale in Höhe von 32.000 Euro. Zudem stellt er sicher, dass Jugendliche, Schulen und Vereine eingebunden werden.

"Wir freuen uns sehr darüber, dass wir die Chance bekommen, die Jugendkulturarbeit in Vechta zu fördern. Das Gulfhaus bietet unglaubliche Möglichkeiten, kulturell bunte Abende in Vechta zu veranstalten", sagt Vereinsvertreter Steffen Helms. Ziel sei es, junge Menschen aus Vechta und Umgebung wieder für Kultur zu begeistern und ihnen die Vielfalt eines kulturellen Angebots zu zeigen.

"Wir hoffen, dass wir schnell junge Menschen finden, die Lust haben, selber Veranstaltungen mit uns zusammen zu organisieren oder die bei uns mitmachen wollen", so Helms weiter. Die Jugendlichen sollten das Gulfhaus als "ihr" Haus verstehen, wo sie auch Unterstützung bekämen, wenn sie selber Aktionen planten wollten. Dafür gebe der Verein sein Know-how in den verschiedenen Bereichen der Veranstaltungsdurchführung gerne an die Interessierten weiter.

"Uns ist es sehr wichtig, dass wir ein buntes Programm anbieten können, in dem für jede Person etwas dabei ist."Steffen Helms, Vertreter des Jugendkulturvereins Oldenburger Münsterland

Was die Gestaltung des Programms und die Auswahl der Künstler betrifft, hat Helms klare Vorstellungen: "Uns ist es sehr wichtig, dass wir ein buntes Programm anbieten können, in dem für jede Person etwas dabei ist. Darüber hinaus versuchen wir, lokale Acts einzubinden, um die kulturelle Szene vor Ort zu stärken. Vor allen Dingen möchten wir dabei jungen Musikern die Möglichkeit geben, auf einer Bühne zu spielen und Kontakte zu überregionalen Bands zu knüpfen."

Die Planung für das laufende Jahr ist in vollem Gange. Neben den vereinbarten Events sollen im Sommer noch 1 bis 2 weitere Veranstaltungen im Innenhof stattfinden, kündigt der Verein an. Tim Vantol hat schon seine Zusage gegeben. Im Oktober soll die deutsche Hadcoregröße "Ryker's" zusammen mit den Niederländern "Born from Pain" nach Vechta kommen. In Kooperation mit dem Vechtaer Konzertveranstalter "Kultur Rot-Weiss" sind Jazz-, Swing- und Blues-Veranstaltungen im Gulfhaus vorgesehen.

Maximal 150 Besucher sind zugelassen

Die ersten 5 Veranstaltungen des Sommerprogramms sind als Hybrid-Veranstaltungen geplant. Aufgrund der Corona-Auflagen sind maximal 150 Besucher zugelassen. Der Allgemeine Studentenausschuss (Asta) der Universität Vechta wird die Auftritte auf seinem Twitch-Account übertragen. Sofern sich die Lage verschlechtern sollte, wird es dennoch einen Live-Stream geben, wo sich Interessierte die Künstler anschauen können.

Laut Stadtverwaltung kann es zu Einschränkungen durch neue Regeln aufgrund der Pandemie kommen. Aktuell dürfen nur Personen teilnehmen, die einen tagesaktuellen negativen Corona-Test vorlegen können oder nachweislich vollständig geimpft oder genesen sind. Die Kontaktdaten werden über die Luca-App erfasst. Wer die App nicht hat, kann auch manuell einchecken.

An den Tischen oder auf den Sitzmöglichkeiten finden bis zu 5 Personen Platz. Wer den Platz verlässt, um etwa auf die Toilette zu gehen oder frische Getränke zu holen, muss eine Maske tragen. Es gibt die Möglichkeit, sich direkt vor der Veranstaltung im Testzentrum im Metropol-Theater untersuchen zu lassen, von dort ist der Weg zum Gulfhaus nicht weit.

Alle Veranstaltungen auf einen Blick:

  • 11. Juni: Grundhass (Punkrock, Pop, Folk)
  • 18. Juni: Benedikt Feldhaus und Peter Havers (Poetryslam)
  • 25. Juni: Jacob Fortyhands (Indiepop); 2. Juli: Meadows (Pop)
  • 9. Juli: Marathonman + Support: Raum 27 (Punk)
  • 16. Juli: Dota – Die Kleingeldprinzessin (Pop)
  • 23. Juli: Bätz + Marie Diot (Pop)

Beginn ist jeweils um 19 Uhr.

Alle Infos zu Programm und Tickets gibt es unter www.gulfhaus.de und www.jugendkulturverein-om.de.

Der OM online Podcast. Thema  der neuen Ausgabe sind Kunstrasenplätze im Oldenburger Münsterland. Welche Halme sind die besten, wie steht es um Ökologie und Nachhaltigkeit? Und was haben geschredderte Olivenkerne mit dem Thema zu tun?  Jetzt reinhören! 

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