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Im Himmel bei Gott ist die Heimat

Schwester Ulrike Soegtrop, Jahrgang 1961. 40 Porträts, 40 Gedanken zur Heimat, das ist die Idee der OV-Serie Heimat.Los.

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Schwester Ulrike Soegtrop ist Benediktinerin. Sie lebt auf Burg Dinklage:

Im Wort Heimat schwingt für mich Geborgenheit mit. Ebenso kennen und gekannt sein, Tradition und Beständigkeit sowie Feiern und Muße. Natürlich denke ich als Erstes an meinen Herkunftsort, mein Elternhaus und meine Familie. Inzwischen lebe ich schon 20 Jahre auf Burg Dinklage; ein Ort, der seit Jahrhunderten Menschen zur Heimat geworden ist. Ich liebe die alte Burg mit ihrer Geschichte, den Gewässern und Bäumen und ich fühle mich in der Gemeinschaft meiner Schwestern zu Hause. So sehr ich weiß, dass dies mein Lebensort ist, so sehr zögere ich, es Heimat zu nennen.

Um es kurz zu machen: Meine Heimat ist „im Himmel“(Phil.3,20)! Das klingt geheimnisvoll und ist es auch. Ich glaube, dass dort einer ist, der mir vorausgegangen ist, um mir „einen Platz zu bereiten“ (Joh 14,2) und mich dort liebevoll erwartet. In einem Psalm, den wir regelmäßig beten, heißt es: „Gott holt mich heim“(Ps 27,10 nach Martin Buber). Das ist mein Lebensmotto. Paul Gerhardt hat es entfaltet in dem Lied „Wir sind nur Gast auf Erden und wandern ohne Ruh, mit mancherlei Beschwerden der ewigen Heimat zu“. Leider wird es fast nur bei Beerdigungen gesungen. Dabei spricht es für mich von einer tiefen Lebenssehnsucht. Gaststatus auf Erden zu haben, hat viele Dimensionen.

Ganz nebenbei: wie anders könnte unsere „Heimat Erde“ aussehen, wenn wir uns auf ihr wie Gäste benehmen würden! Vor allem aber sagt es mir, dass ich das Ankommen noch vor mir habe. Das ist ein Grund zur Vorfreude. Wie auch sollte es für uns auf dieser Erde angesichts von Wassermangel und Energieverschwendung, Ebola und Terrorismus Heimat geben? Mag sein, dass die meisten Menschen in Deutschland noch eine heimatliche Verbundenheit kennen. Allerdings scheint mir das angesichts der vielen zerbrochenen Familien und Patchwork-Biographien zunehmend fragiler zu werden. Und wenn ich die vielen Menschen sehe, die heute irgendwo auf dieser Erde auf der Flucht sind, dann bete ich, dass wir anderen zusammenrücken und sie aufnehmen; und dass heimatlose und Heimat habende Menschen trotz „mancherlei Beschwerden“ gemeinsam weiterwandern der ewigen Heimat zu.

Fakten

  • Das Projekt Heimat.Los der Oldenburgischen Volkszeitung und der Katholischen Akademie Stapelfeld wird von den Volksbanken, den HGVs Vechta/Damme und der Firma Cewe unterstützt.

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