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Ilka Meyer zeigt ihr Werk "Gegenüber" in Wolfsburg

Die Schöpfung der Künstlerin, die in Vechta lebt, ist Teil der Gruppenausstellung "Lob der Distanz". Bis zum 4. Juli dauert die Schau.

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Installation: Der Kunstverein Wolfsburg zeigt Ilka Meyers Arbeit "Gegenüber". Foto: privat

Installation: Der Kunstverein Wolfsburg zeigt Ilka Meyers Arbeit "Gegenüber". Foto: privat

2 Hochsitze stehen sich in den Gemäuern des Wolfsburger Schlosses gegenüber. "Gegenüber", so heißt auch die Installation von Ilka Meyer. Das Werk ist ein Teil der von Justin Hoffmann kuratierten  Ausstellung "Lob der Distanz". Sie wurde jetzt virtuell eröffnet und ist noch bis zum 4. Juli im Hauptsaal des Schlosses Wolfsburg zu besichtigen. Neben der Installation der 48-Jährigen aus Vechta sind auch Werke von Dennis Graef, Dan Graham, Meike Redeker und Corinna Schnitt zu sehen.

Ilka Meyer ist keine Unbekannte im Oldenburger Münsterland. Die gebürtige Bremerin machte in Lohne ihr Abitur und lebt heute in Vechta. Die Künstlerin hat schon mehrere Ausstellungen in der Region umgesetzt; beispielsweise für den Kunstverein Wassermühle in Lohne oder den Kunstverein Kaponier in Vechta.

Bislang war "Gegenüber" nur unter freiem Himmel zu sehen

"Gegenüber" wurde bereits 2011 auf dem Eurolandartfestival im französischen Beauce und bei der Ausstellung „Blickfeld jwd“ in Grube bei Berlin 2013 gezeigt. In beiden Fällen wurde die Installation unter freiem Himmel aufgebaut. In Wolfsburg hat die Arbeit ihr Debüt im Innenraum.

Ilka Meyer beschreibt ihre Installation mit folgenden Worten: "Zwei Hochsitze aus Holz mit 3,20 Meter Höhe stehen sich inmitten des großen Saals gegenüber und locken: Mit einer besseren Übersicht auf den Raum und die anderen Besucher*innen, mit Höhe und Abenteuer, mit Macht, dem Gefühl des 'Andersseins' und auch mit Schutz: Hochsitze sind erhobene Beobachtungsposten. Nehmen zwei Menschen dort gegenüber Platz, kommt es zur Irritation: Sie können beobachten, wie sie beobachten. Sie sind sich nahe genug, um sich zu sehen – aber zu weit weg, um ein gewohntes, stimmhaftes Gespräch zu führen."

Distanz ist Herausforderung aber auch eine Chance

Ilka Meyer stellt sich am Anfang die Frage: "Mit welcher Wirklichkeit habe ich es hier zu tun?" Anschließend sorgt sie mit leichten Kontextverrückungen oder etwa Kontrasten für "Verwirrungsmomente" beim Betrachter. Das Ganze soll spielerisch sein, anregen und zum Nachdenken veranlassen.

Ilka Meyer beschreibt es mit diesen Worten: "Was tun? Hält man der Situation stand? Kontempliert man auf das Gegenüber oder geht in Aktion? Wie versuchen die Menschen, die Kluft zu überbrücken? Wie kann Kommunikation gelingen? In der Distanz ist ein normales Gespräch jedenfalls nicht möglich – und das Gegenüber bleibt letztendlich unerreicht. Aus der Situation heraus hilft nur die Leiter nach unten." 

Die Natur steht der rationalen Raum-Architektur gegenüber

Dr. Justin Hoffmann schreibt über seine Ausstellung "Lob der Distanz", dass die Betrachtung aus einem Abstand heraus Beziehungen zu anderen stärken und neu bestimmen kann. Der distanzierte Blick bedeute aber auch ein höheres Maß von Reflexion und Objektivität. Er schaffe einen Überblick. Die Arbeiten der 5 Künstler beleuchten die Thematik aus unterschiedlichen Blickrichtungen. 

Ilka Meyer sagt über ihre Arbeit: "Meinen künstlerischen Ausdruck suche ich in Installation und auf der Bildfläche, in denen ich oft pflanzliche Wachstumsprozesse ins Verhältnis zu rational organisierter Raum-Architektur setze. Es geht um meine Erfahrung von Raum und um unsere Konstruktion von Wirklichkeit. Im Fokus stehen dabei häufig Phänomene des Zufälligen, des Unbeachteten oder des Nebensächlichen. Strukturen entfalten sich als temporäre Monumente oder Mikro-Manifestationen. Die Werke spielen mit menschlichen Begrenzungen und Möglichkeiten."

Davon können sich Besucher nun in Wolfsburg einen Eindruck verschaffen.

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