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„Ich mache mir ein Menschenbild“

Für „Mut zum Kreuz“ hat Matthias Niehues. Persönlichkeit und Haltung von 36 Südoldenburgern ins Bild gesetzt Südoldenburger und ihre Gedanken zu Kreuz und Christentum.

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Von jemanden, der über Porträtfotografie referiert, wird meistens eine technische Abhandlung erwartet: über Blende, Brennweite und allerlei Kameraschnickschnack. Die eigentliche Aufgabe aber lautet, einen Menschen in den Mittelpunkt zu rücken.

So war es mein Anliegen, auch die Porträtierten der Serie „Mut zum Kreuz“ nicht zu Objekten des Fotografiertwerdens zu reduzieren. Ich wollte Menschenbilder schaffen, die zugleich Persönlichkeiten und Haltungen bildlich begreifbar machen.

„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Diese berühmten Sätze des „kleinen Prinzen“, verfasst von Antoine de Saint Exupéry, werden gerne bei Trauungen verlesen. Sie sind aber auch ein selbst verpflichtender fotografischer Leitspruch: Wer möchte, dass sich Menschen beim Porträt dem Fotografen öffnen, muss als Fotografierender selbst offen sein, sich Zeit nehmen, das Gespräch suchen und auf den Menschen vor der Kamera eingehen. Nur wer sich mit ganzem Herzen seinem Gegenüber zuwendet, wird auch Herzliches sichtbar fotografisch einfangen.

Abseits des redaktionellen Alltags einer Tageszeitung, der für einen Reporter mit Zeitdruck und Hektik verbunden ist, war es ein Vergnügen, sich auf immer neue Menschen und Kreuz-Geschichten einzulassen.

Es war immer wieder spannend, den Teilnehmern zu begegnen und in dem meist privaten Umfeld zu erfahren, wie die individuelle Haltung und Bindung zum Kreuz aussieht. Ganz bewusst habe ich mich gegen ein Fotostudio oder eine besondere Inszenierung entschieden. Der Anspruch war, alle Teilnehmer des Projektes so unmittelbar wie möglich mit „ihrem“ Kreuz in Verbindung zu bringen. Gewollt war die Reduktion auf das Wesentliche im Spannungsfeld von Mensch, Kreuz und Kamera. Deshalb habe ich stets erst vor Ort spontan entschieden, wie ich die jeweilige Person in welchem Umfeld fotografiere. Technisch habe ich die Konzentration auf Mensch und Kreuz mit einer Lichtführung betont, die sich ebenfalls auf das Wesentliche konzentriert und für Plastizität sorgt. Kennengelernt habe ich beim Projekt „Mut zum Kreuz“ ganz besondere und beeindruckende Menschen, die sich auf je eigene Weise geöffnet und die Kamera nah an sich herangelassen haben. Jeder Teilnehmer des Projekts war eine authentische Persönlichkeit.

Um diese erfreuliche Tatsache zu betonen, habe ich die Fotos weder geschönt noch retuschiert, allein Farben und Kontraste unwesentlich angepasst. Mein Dank gilt allen Teilnehmern für das Vertrauen, das sie mir als Fotograf und auch den Reportern entgegengebracht haben. Ein Dank gilt auch dem Labor CeWe Color in Oldenburg für die hervorragende Ausarbeitung der 36 Ausstellungsbilder, die ab 18. September auf Burg Dinklage der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Auf ein Wiedersehen mit den Porträtierten an diesem Sonntagnachmittag freue ich mich sehr.

Fakten

  • 3. September: Sam Schaffhausen aus Vechta.
  • „Mut zum Kreuz!“ ist ein Projekt der Kardinal-von-Galen Stiftung Burg Dinklage, der OV und der Münsterländischen Tageszeitung in Cloppenburg.
  • Anlass für das Projekt sind der 70. Todestag des Seligen Clemens August Kardinal von Galen im März 2016 und die Rückschau auf den Kreuzkampf im Oldenburger Münsterland vor 80 Jahren.
  • Der 1878 auf Burg Dinklage geborene Kardinal predigte gegen die Euthanasie-Morde der Nazis. Im Kreuzkampf protestierten 1936 Südoldenburger öffentlich und mit Erfolg gegen die von den Nazis angeordnete Entfernung der Kreuze aus katholischen Konfessionsschulen.
  • Am 18. September wird auf Burg Dinklage um 14 Uhr eine Ausstellung eröffnet.
  • Im November erscheint ein Buch zum Thema. M „Mut zum Kreuz!“ wird unterstützt von der LzO und der CEWE-Gruppe in Oldenburg.
  • Der Autor Matthias Niehues ist OV-Reporter und hat alle Bilder für die Serie produziert.

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