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"Hummel, Hummel – Mors, Mors": Herr Momsen hat das Cloppenburger Publikum sofort im Griff

Der weder mundfaule noch dröge Herr Momsen zog am Donnerstagabend das Publikum im Cloppenburger Kulturbahnhof in seinen Bann. An der einen oder anderen Stelle wurde es sogar etwas böse.

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Aufgeweckt: Gleich zwei Veranstaltungen am selben Abend präsentierte Puppenspieler Detlef Wutschik im Cloppenburger Kulturbahnhof.   Foto: Heidkamp

Aufgeweckt: Gleich zwei Veranstaltungen am selben Abend präsentierte Puppenspieler Detlef Wutschik im Cloppenburger Kulturbahnhof.   Foto: Heidkamp

„Hummel, Hummel“ begrüßte Werner Momsen im Kulturbahnhof seine Gäste mit dem traditionellen Hamburger Gruß und bekam ein kräftiges „Mors, Mors“ als Antwort. „Die Cloppenburger sind ein Fachpublikum. Das wird ein schöner Abend“, stellte Herr Momsen fest. Was folgte, waren knapp 2 Stunden lang flotte Sprüche im besten Hamburger Dialekt.

Werner Momsen, das ist eine überlebensgroße Handpuppe, der Puppenspieler Detlef Wutschik künstliches Leben einhaucht. Und er trat den Beweis an, dass Norddeutsche weder mundfaul noch dröge sind. „Was ich morgens bis 10 Uhr erzählt habe, dafür braucht mein Nachbar 2 Wochen“, erklärte Schnellsprecher Momsen. Dabei sagt er häufig, was er denkt. Häufig aber auch bevor er denkt, was er sagt. Er strapazierte die Lachmuskulatur des Publikums, das sich köstlich amüsierte.

Mit seinem Halbwissen und der ihm angeborenen Kodderschnauze kam er dabei schnell auf Touren. „Der Norddeutsche freut sich schon, wenn er anderen beim Freuen zugucken kann. Was hier gerade abgeht, ist für andere doch schon Karneval“, erklärte er die norddeutsche Genügsamkeit.

Sein Klamauk ist vom Alltag inspiriert

Detlef Wutschik spielte seine Figur mit viel Charme und von einem Publikum motiviert, das offensichtlich darauf eingestellt war, sich einen Abend vor Lachen zu biegen. Er stellt sich die Frage, was Dübel wohl so fühlen mögen, wenn die Schrauben kommen… „Na ja, Spaß muss es ja machen, denn sie spreizen die Beine.“

Sein Klamauk ist vom Alltag inspiriert, sein Witz intuitiv und, von wenigen Ausnahmen abgesehen, kein bisschen böse. Als Kachelmann noch für das Wetter verantwortlich war, sei alles gut gewesen. „Jetzt macht das, glaube ich, der Enkel von Gott. Und der übt noch“, ulkte er.

Vom Navigationssystem mit erotischer Stimme, vom Bachelor und Naked Attraction zum rolligen Nahverkehr über Syphilis und Hämorrhoiden – die Lacher erstaunten.

Generation Viagra statt Golf

Mit Momsens Unverständnis gegenüber technischen Neuerungen zieht er weniger die Generation Golf an, sondern eher die Generation Viagra aufwärts oder „Brockhaus statt Google“. „Früher sind wir wegen der Volkszählung auf die Straße gegangen, heute holt sich jeder freiwillig Alexa in sein Wohnzimmer“, wetterte der Kreuzfahrer mit 200 Tagen Borderfahrung, der weiß, wie er die Speisekarte zu lesen hat. „Was sich wohl der Malermeister denkt, wenn er gebeizten Lachs bestellt und sich vielleicht fragt, ob der wohl frisch gestrichen ist?“

Am Ende hatte die Puppe Herr Momsen die Herzen ihres Publikums gewonnen, und das gleich in zwei aufeinanderfolgenden Veranstaltungen am selben Abend.

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