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Heute ist Welttag des Buches: Vom verrückten Pfau und frechen Mädchen

Die einen lesen im Bett, andere im Strandkorb und wieder andere den ganzen Tag. In einer Umfrage verraten große und kleine Fans ihr Leseverhalten und geben Tipps.

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Gehört zu den größten jungen Lesefans: Die 11-jährige Lily El Meziani aus Bösel kann einem Tag gerne auch mal 2 Bücher verschlingen. Fotos: Claudia Wimberg

Gehört zu den größten jungen Lesefans: Die 11-jährige Lily El Meziani aus Bösel kann einem Tag gerne auch mal 2 Bücher verschlingen. Fotos: Claudia Wimberg

„Der Pfau“: Urkomisch, verrückt und entspannend. Vor allem als Hörbuch, findet Birgit Meyer-Beylage. Denn die Geschichte, die die deutsche Autorin Isabel Bogdan in den schottischen Highlands spielen lässt, wird von Schauspieler und Sprecher Christoph Maria Herbst vertont. „Ein Genuss und perfekt vorm Einschlafen“, rät die Friesoyther Diplom-Bibliothekarin am heutigen „Welttag des Buches“ (23. April).

Hörbücher bleiben beliebt und für die Bücherei-Leiterin ist die Stimme dabei ein entscheidender Faktor. „Harmonisch muss sie sein.“ So, wie bei vielen Romanen oder manchem Sachbuch. Hektisch und schnell werde es dagegen häufig bei Comedy-Formaten.Krimis gehören in der Friesoyther Ausleihe zu den Rennern, ebenso Lebensgeschichten wie Corina Bomanns Trilogie „Die Farben der Schönheit.“

"Obama schreibt so wie er spricht – in langen Sätzen."Josef Trenkamp

Immer gerne gelesen hat Josef Trenkamp aus Markhausen. Gleiches gilt für Ehefrau Maria. „Wir lesen schweigend nebeneinander und querbeet“, verrät der pensionierte Schulleiter der Grundschule Markhausen schmunzelnd, der zu treuen Kunden der Bücherei zählt. Ob Sachbücher, Romane, Krimis oder Biographien: alle Genres sind erwünscht. Barack Obamas „Ein verheißenes Land“ kann er empfehlen. Allerdings: Der frühere US-Präsident schreibe so, wie er spreche. „Also in langen Sätzen, da muss man schon aufmerksam sein.“ Zum Hörbuch oder e-book-Reader greift Trenkamp nicht. Feste Lesezeiten hat er auch nicht: „Ich kann auch mal morgens anfangen und abends aufhören.“

Im Friesoyther Redaktions-Kollegenkreis amüsiert man sich über „Sophia, der Tod und ich“ von Thees Uhlmann oder über die „Känguru-Chroniken“ samt Ansichten eines vorlauten Beuteltieres, erzählt von Marc-Uwe Kling. „Urlaub mit Papa“ als Bestseller von Dora Heldt flimmerte jüngst als Film über den Bildschirm und hat vor allem als Buch Unterhaltungswert.

Neue Sichtweisen: ein gutes Buch macht es möglich. Neue Sichtweisen: ein gutes Buch macht es möglich. 

12 Tage, 12 Bücher hatte sich Marlene Altevers vor vielen Jahren für einen Mallorca-Urlaub vorgenommen. Am Flughafenschalter stieß die Geschichte jedoch auf äußerste Skepsis. „Dass es sich nur um Bücher handelt, wollte man mir nicht glauben und ich musste den Koffer aufmachen“, erzählt die Altenoytherin lachend, die heute den eBook-Reader im Gepäck hat. Aber nur auf Reisen, „ansonsten möchte ich blättern“, betonte die Rektorin der Cloppenburger Johann-Comenius-Oberschule im Ruhestand. Entspannen konnte und kann sie bei Psychothrillern, wie die von John Katzenbach. „Der Verfolger“ oder „Der Psychiater“. Sie gehören zu einer ganzen Reihe, die bei ihr im großen Bücherregal stehen. Aktuelle Lektüre ist „Becoming - Meine Geschichte“ verfasst von der früheren First Lady Michelle Obama, die sie im Strandkorb liest.

"Neue Sichtweisen und Gedanken sind wichtig."Marlene Altevers

Mal leicht, mal fordernd, je nach Stimmungslage und Tageszeit werden die Themen bestimmt. „Unterhaltung ist für mich wichtig, aber auch neue Sichtweisen und Gedanken“, sagt Marlene Altevers, die mit einer Freundin Bücher austauscht und sich bespricht und bei ihren drei und fünf Jahre alten Enkeln als Vorleserin hoch im Kurs steht. Astrid Lindgrens „Wir Kinder aus Bullerbü“ haben auch nach Jahrzehnten nichts von ihrem schwedischen Charme verloren. Weitere Abenteuer erleben die Kleinen gerne mit „Dicke Birnen“ von Bruno Busch.

Von Pferdebüchern konnte sich Pferdefan Carola Reiners als Kind nicht trennen. Zurzeit fesselt die Friesoytherin „Alle, außer mir“ - Francescas Melandris Familiengeschichte, eingebettet in ein Porträt Italiens im 20. Jahrhundert. „Mit vielen italienischen Namen und unterschiedlichen Zusammenhängen nicht einfach, aber hoch spannend“, bewertet es das Vorstandsmitglied des SV Hansa und Mitglied der „Mittwochsfrauen“, die sich zu einem achtköpfigen Literaturkreis zusammengeschlossen haben.

Alle vier bis sechs Wochen trifft sich die Gruppe in privater Runde und bespricht die von allen gelesenen Bücher. Unterschiedliche Meinungen sind ausdrücklich gewünscht und beleben den gemütlichen Abend. „Komplett konträr diskutiert“ wurde beispielsweise „Der Distelfink“ von Donna Tartt. Für die einen „zum Weglegen“ und für andere wiederum „richtig gut“ war auch „Meine geniale Freundin“ von Elena Ferrante oder „Toni und Moni“ von Petra Piuk. Uneingeschränkten Applaus erhielten dagegen „Das Auerhaus“ von Bov Bjerg und „Der Gesang der Flusskrebse“ von Delia Owens. Neben dem Kochtopf lesen kann Carola Reiners auch Christian Berkels „Ada“ und nicht zuletzt empfiehlt sie „Die Marshallin“ von Zora del Buono.

Freche Mädchenbücher liest Lily "voll gerne."

20 bis 30 Bücher leiht sich Lily El Meziani aus Bösel bei nur einem Büchereibesuch aus und zählt zu den größten jungen Lesefans. Auch mal zwei pro Tag verschlingt die 11-jährige Schülerin des Friesoyther Albertus-Magnus-Gymnasiums, die die frechen Mädchenbücher, wie „Liebeschaos und lila Muffins“, von Hortense Ullrich „voll gerne“ liest, zurzeit auch die Abenteuer der „Seawalkers“ von Katja Brandis begleitet und immer wieder zu Harry Potter greift. Bald möchte sie den Zauber auch auf Englisch erleben, verrät die Sechstklässlerin, die zweisprachig aufwächst. Mit Hörbüchern kann sie sich auch anfreunden und setzt dafür die Kopfhörer auf. „Nur dann hat man das Gefühl, mittendrin zu sein.“

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