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„Heute ist Rechterfeld mein Zuhause“

Kristin Hanschke zog für den Job in den Kreis. 40 Porträts, 40 Gedanken zur Heimat, das ist die Idee der OV-Serie Heimat.Los.

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Kristin Hanschke (43) arbeitet als Floristin.

„Ich bin in Frankfurt an der Oder geboren. 1993 bin ich wegen eines Jobs nach Wildeshausen gekommen, 1995 dann nach Rechterfeld. Da war ich gerade erst 24 Jahre alt. Heute ist Rechterfeld mein Zuhause. Hier wohnt mein Herz. Hier möchte ich bleiben. Ich würde vieles hier vermissen: die lieben Worte der Nachbarn, wenn man morgens aus dem Haus kommt, das Gefühl, viele Menschen hier im Ort zu kennen.

Aber immer wenn ich gefragt werde, ob Rechterfeld meine Heimat sei, sagt mir mein Verstand: Nein, Frankfurt an der Oder ist deine Heimat. Da bin ich aufgewachsen, da war meine Schulzeit, meine Lehre und meine erste Liebe. Und da ist meine Familie. Vor einiger Zeit habe ich im Fernsehen eine Dokumentation über Theodor Fontane gesehen – eine Wanderung durch die Mark Brandenburg. Da kamen so viele tolle Bilder von dieser so vertrauten Landschaft, von den Menschen dort. Die Sprache ist eine völlig andere. Deutsch zwar, aber so wunderbar urig. „So kicke mal“, heißt es da. Bei dem Film habe ich gemerkt, das alles ist mir so nah. Da stieg ein ganz warmes Gefühl in mir auf.

Mit Heimat verbinde ich aber vor allem eines: Den Namen Pauline. In meiner Familie heiße ich nicht Kristin. Wenn ich auf den Hof meiner Großeltern komme, dann heißt es: „Pauline ist wieder da“. Wenn mich Verwandte in Rechterfeld besuchen, sind die Menschen hier immer ganz irritiert.

Bis Rechterfeld mein neues Zuhause wurde, hat es einige Zeit gedauert. Es war schwer, einen Platz in dieser starken Gemeinschaft zu finden. Neuankömmlinge wurden zwar gerne gesehen, es war allerdings nicht leicht, in die Gruppen und Nachbarschaften hinein zu kommen. Zum Glück hatte ich eine gute Freundin, die mich auf diesem Weg begleitet hat.

Auf dem Weg durch den Ort habe ich einfach jeden so lange gegrüßt, bis ein freundliches Moin zurückkam und die ersten fragten, wer ich denn sei. Da hab ich gemerkt, es liegt sehr an einem selbst, wie man aufgenommen wird. Wenn ich heute durch den Ort radele, komme ich nicht mehr darum herum, jeden zu grüßen, dem ich begegne. Ich bin angekommen."

  • Das Projekt Heimat.Los der OV und der Katholischen Akademie Stapelfeld wird von den Volksbanken, den HGVs Vechta/Damme und der Firma Cewe unterstützt.

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