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Heimatverein Visbek möchte sein Bibliothekssystem erweitern

Nutzer sollen online mehr Informationen bekommen. Im konkreten Fall geht es um die Cover der einzelnen Bücher. Für die Umsetzung ist der Verein auf der Suche nach finanzieller Unterstützung.

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Wollen mehr Informationen bereitstellen: Sylvia Filipp und Heimatvereinsvorsitzender Manfred Gelhaus. Foto: Heinzel

Wollen mehr Informationen bereitstellen: Sylvia Filipp und Heimatvereinsvorsitzender Manfred Gelhaus. Foto: Heinzel

„Wenn der Bauer pfeift, dann müssen die Heuerleute kommen! Betrachtungen und Forschungen zum Heuerlingswesen in Nordwestdeutschland“: Dieses Buch wird Sylvia Filipp als eines der nächsten in ihre Bibliothekssoftware EasyLib einpflegen. Anschließend findet es sich in dem öffentlich zugänglichen Onlinekatalog (OPAC) des Heimatvereins Visbek. Dessen Vorsitzender Manfred Gelhaus möchte für den Nutzer dort künftig noch mehr Informationen bereitstellen.

„Für einen Verein, der nur von seinen Mitgliedsbeiträgen lebt, ist das eine erhebliche Summe.“Manfred Gelhaus, Vorsitzender Heimatverein Visbek

Als Erstes würde er gerne die Cover der Bücher einscannen und sie neben den Einträgen einbauen. „Das wird eine riesige Fleißarbeit, das alles einzuscannen“, sagt Manfred Gelhaus. Doch das ist nicht alles, die Softwareerweiterung kostet Geld und um die Mittel dafür aufbringen zu können, ist der Heimatverein auf der Suche nach finanzieller Unterstützung. „Für einen Verein, der nur von seinen Mitgliedsbeiträgen lebt, ist das eine erhebliche Summe“, sagt Manfred Gelhaus. Wer den Heimatverein unterstützen möchte, findet die notwendigen Information im Internet unter www.heimatverein-visbek.de.

3685 Bücher umfasst momentan der Bibliothekskatalog der Visbeker. Dieser wäre noch umfangreicher, wenn nicht am 2. November 1990 die damaligen Heimatstuben durch Brandstiftung fast völlig zerstört worden wären. Zahlreiche Dokumente und Manuskripte sowie eine Fotosammlung und Büchern (Heimatliteratur) gingen verloren. Ein herber Verlust, meint Manfred Gelhaus.

„Wir leihen nicht aus, da wir viele Unikate haben.“Manfred Gelhaus, Vorsitzender Heimatverein Visbek

„In der Bibliothek sitzen regelmäßig Studenten“, sagt der Vereinsvorsitzende. Einer von ihnen recherchierte zuletzt über die Behandlung russischer Kriegsgefangener in der Region. Genutzt wird die Bibliothek zudem von Schülern – beispielsweise für ihre Facharbeit in der Oberstufe, aber auch Ahnenforscher finden sich in Visbek ein. „Wir unterstützen die Besucher und geben, wenn möglich, Tipps“, erzählt Gelhaus. Und alle Nutzer können sich über die Bestände der Bibliothek vorab über das EasyLib-OPAC informieren. Die Bücher des Heimatvereins werden nämlich nicht ausgeliehen und müssen vor Ort benutzt werden. „Wir leihen nicht aus, da wir viele Unikate haben“, sagt Manfred Gelhaus.

Einfach zu bedienen und für jeden erreichbar – das EasyLib-OPAC. Sylvia Filipp füttert es mit den Büchern des Heimatvereins. Foto: HeinzelEinfach zu bedienen und für jeden erreichbar – das EasyLib-OPAC. Sylvia Filipp füttert es mit den Büchern des Heimatvereins. Foto: Heinzel

Um in die Bibliothek aufgenommen zu werden, müssen die Bücher „einen Bezug zum Oldenburger Münsterland haben“, Romane beispielsweise finden sich nicht in Visbek. Die einzelnen Werke werden inventarisiert und Rubriken wie Archäologie, Plattdeutsch, Literatur, Deutschland, Krieg, Kreis Vechta, Niedersachsen, Kunst und Kultur, Cloppenburg, Religion oder Familienforschung zugeordnet. Anschließend erhalten sie ihre Signatur bestehend aus Rubrik und der laufenden Nummer. Darum kümmert sich Sylvia Filipp. Seit  10 Jahren ist sie beim Heimatverein und pflegt die Datenbank EasyLib. „Inzwischen verwenden es fast alle Heimatvereine“, sagt Manfred Gelhaus. Neben den Visbekern sind aus der Region nur noch die Bestände der  Heimatbibliothek Oldenburger Münsterland online gestellt, das heißt, dass jeder über den EasyLib-OPAC die Bibliotheksbestände durchsuchen kann.

Die Bücher wurden dem Heimatverein in der Regel gespendet oder stammen aus Nachlässen von Vereinsmitgliedern. Die eine oder andere Neuanschaffung gibt es natürlich auch. Im Durchschnitt sind es Spenden mit 30 bis 50 Büchern – doch es gibt auch Ausnahmen. In den letzten beiden Jahren gab es beispielsweise zwei größere Spenden mit hunderten von Büchern. So etwas muss erst einmal gesichtet werden. Alle Bücher, die doppelt vorhanden sind oder thematisch nicht passen, werden in die Bücherkiste aussortiert. Diese überzähligen Exemplare werden normalerweise im Rahmen des Tags der offenen Tür, welcher während der Herbstkirmes in Visbek stattfindet, verkauft. Es steht aber auch immer eine Kiste im Verkaufsraum der Heimatstuben. Dort können die Publikationen des 1951 gegründeten Heimatvereins käuflich erworben werden.

Der Verein findet sich, nachdem er mehrfach umgezogen ist, seit Juni 2017 an der Rechterfelder Straße 1. Im ersten Stock sind verschiedene Fachgruppen sowie ein Teil der Bibliothek untergebracht. Im Erdgeschoss betreut der Heimatverein das „Archäo Visbek“. Rund 1100 Familien sind eingetragene Mitglieder und Heimatfreunde. Allein in diesem Jahr hat der Verein 39 neue Mitglieder gewinnen können.

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