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Heimatverein Cloppenburg bezieht Räume im Krapp-Haus

Mitten in der Innenstadt entsteht das "öffentliche Gesicht" des Vereins. Veranstaltungen, Klima-Touren und die weitere Erneuerung der Hinweistafeln sind nach der Corona-Pause ebenfalls geplant.

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Präsentieren Festschrift und  Heimatbüro: Hans-Günther Thönissen (von links), Wilfried Bockhorst, Bernd Tabeling und Heinrich Siefer.  Foto: Heinzel

Präsentieren Festschrift und  Heimatbüro: Hans-Günther Thönissen (von links), Wilfried Bockhorst, Bernd Tabeling und Heinrich Siefer.  Foto: Heinzel

Heimathaus nennt er seine neuen Räumlichkeiten im Krapp-Haus. Der Heimatverein Cloppenburg geht damit neue Wege. „Es ist und bleibt ein Experiment“, sagt Kassenwart Wilfried Bockhorst. Es sei aber eine Chance, Heimatgeschichte zu den Menschen zu bringen, so Heinrich Siefer, der 2. stellvertretende Vorsitzende des Vereins. „Der Heimatverein braucht ein öffentliches Gesicht.“

Am 1. September 2021 startete das Mietverhältnis. Es ist aktuell ein Provisorium, da die entsprechenden Zuschussanträge noch bearbeitet werden. Der Vereinsvorstand schätzt, dass im Februar 2022 der Rat der Stadt Cloppenburg im Rahmen der Haushaltsberatungen über die Förderung entscheiden wird. „Der Verein zahlt die Miete aus der Vereinskasse,“ berichtet Pressewart Hans-Günther Thönissen. Damit gehe der Verein ins Risiko, nutze aber die Chance, im Krapp-Haus eine zentrale Anlaufstelle für den Heimatverein zu schaffen. Das Krapp-Haus sei mit „die Urzelle geschäftlichen Lebens in Cloppenburg“, sagt Bernd Tabeling.

Verein möchte auch die Jugend erreichen

Kleine Vorträge, Workshops, Gesprächsrunden mit bis zu 15 Personen oder Ausstellungen sollen im Heimathaus veranstaltet werden. Über letzteres könnten die Ausgrabungsgeschichte Cloppenburgs oder interessante Schulprojekte sowie Künstler ausgestellt werden. „Uns geht es darum, die Jugend zu erreichen“, sagt Bernd Tabeling. Darüber hinaus belebe das Heimathaus die Cloppenburger Innenstadt.

„Wir haben die Hinweistafeln zur Stadtgeschichte überarbeitet“, sagt Hans-Günther Thönissen über die Aktivitäten des Vereins während der Pandemie und des damit verbundenen Lockdowns. Veranstaltungsmäßig sei es eine Vollbremsung gewesen, vor allem hätten gemeinsame Erlebnisse gefehlt, schildert der Pressewart diese Zeit. Der Vorstand habe über Videokonferenzen den Kontakt gehalten.

Die Tafel an der Königs-Apotheke. Foto: HeinzelDie Tafel an der Königs-Apotheke. Foto: Heinzel

Die erste Tafel der neuen Generation wurde an der Königs-Apotheke im Oktober 2020 angebracht. Mittels QR-Codes, die zu Internetseiten wie KulTour – dem digitalen Stadtführer für Cloppenburg oder der Homepage des Heimatvereins führen, können weitere Informationen abgerufen werden. „Die Texte der Tafel wurden eingesprochen, sowohl auf Hoch- und Plattdeutsch, als auch auf Niederländisch“, sagt Heinrich Siefer. Die Texte wurden in Kooperation mit der Studiobühne Cloppenburg von Siefer und Derk van Groningen eingesprochen.

Aktuell gibt es 23 dieser Tafeln, wovon nur wenige dem Stand der Königs-Apotheke entsprechen. „Einige Tafeln sind in die Jahre gekommen und werden jetzt erneuert“, Hans-Günther Thönissen und verweist auf die Situation am Pingel Anton. Die alten Tafeln werden nun sukzessive ausgetauscht und erneuert. Bis Ende 2022 sollen alle Tafeln erneuert sein, meint Wilfried Bockhorst. Parallel dazu werden neue Hinweistafeln erarbeitet. An Ideen mangelt es dem Verein dazu nicht. Die erste Tafel wurde 1984 am Eberborgbrunnen angebracht.

Jubiläum im Jahr 2020 fiel der Pandemie zum Opfer

Alle Tafeln finden sich auch in der Festschrift des Heimatvereins zu seinem 100-jährigen Bestehen. Fast 2 Jahre arbeiteten die Mitglieder an dem Buch. Die über 300 Seiten gliedern sich in 2 große Abschnitte: Nostalgie bis 1975 (Dat was damoals) und aktuelle Diskussionen sowie der Blick nach vorne. Eine wichtige Rolle hat auch die „Spälkoppel Cloppenburg“. Bernd Tabeling meint, sie sei ein „ganz wichtiges kulturelles Erlebnis in Cloppenburg“ gewesen. Ebenfalls 1920 gegründet, spielten ihre Mitglieder plattdeutsches Theater. Interessierte können das Buch beim Heimatverein oder im Buchhandel erwerben. „Die Festschrift war pünktlich zum Jubiläum fertig“, sagt Hans-Günther Thönissen. Das sollte eigentlich 2020 gefeiert werden. Doch aufgrund der Pandemie war dies nicht möglich. „Aber wir haben es nachgeholt“, sagt Thönissen. Mitte Juli gab es ein kleines Jubiläumskonzert mit Annie Heger auf dem Gelände der Katholischen Akademie Stapelfeld.

„Wir waren schon auf dem Startblock und haben nur noch auf den Startschuss gewartet“, erinnert sich Hans-Günther Thönissen. Und so hat der Verein bis Ende des Jahres einige Veranstaltungen organisiert. Darunter sind eine Grill-Radtour, ein Heimatabend im Dorfkrug, eine Winterwanderung und ein Silvesterkonzert im Stadtpark. Für den Februar 2022 ist dann die nächste Jahreshauptversammlung geplant. Dann soll auch die nächste Ausgabe der seit 1985 publizierten Mitteilungen des Heimatvereins Cloppenburg erscheinen.

Der Heimatverein ist auch an dem EU-Projekt TeRRIFICA beteiligt. Hier arbeitet er mit der Universität Vechta zusammen. Es gehe dabei schließlich auch darum, „wie unsere Heimat in einigen Jahren aussehen wird“, so Wilfried Bockhorst. Ziel des Projekt sei es, Risiko-Orte und Modellprojekte für eine erfolgreiche Klimaanpassung zu kartieren.

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