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Heimat heißt auch, neue Regeln zu lernen

Alejandra Hackmann-Rangel aus Lohne. 40 Porträts, 40 Gedanken zur Heimat, das ist die Idee der OV-Serie Heimat.Los.

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Alejandra HackmannRangel aus Lohne ist 32 Jahre alt. Sie ist Wirtschaftsingenieurin von Beruf.

Ich komme aus der Stadt Metepec, einem zauberhaften Ort im Bundesstaat Estado de Mexiko, wo Handwerker den Ton in prächtige Lebensbäume, in Blumen oder Skulpturen verwandeln und die Legenden der Azteken-Krieger überall präsent sind. Meine Heimat liegt nahe dem Äquator. Blumen blühen im Oktober, Obst und Gemüse gedeiht das ganze Jahr. Es gibt keine Fahrschulen oder Verkehrsregeln. Es ist einer der höchsten Orte der Welt. Ich liebe meine Heimat. Aber ich liebe auch meinen Mann. Ein Sprichwort sagt: „Meine Heimat ist neben meinem Partner“ und es war mein Wunsch, ihm zu folgen und Teil dieser Gesellschaft zu werden.

Wie das gelingt, dafür gibt es kein Handbuch. Es braucht viel Ausdauer, sich in einer neuen Stadt, einem neuen Land und sogar einem neuen Kontinent zurechtzufinden. Es gilt, neue Denkweisen, Kulturen, Gewohnheiten und Regeln zu lernen. Dass es für das Zusammenleben so viele Regeln gibt, war mir völlig unbekannt. Der Formalismus in Deutschland hat mich überrascht. Aber auch vieles in der Gesellschaft selbst war mir neu, zum Beispiel, wie unabhängig ältere Menschen hier leben und wie früh Jugendliche ihr Elternhaus verlassen und wie selbstbewusst sie ins Leben starten. Auch Feierlichkeiten im kleinen Rahmen waren mir neu. In meiner Heimat sind solche Termine eine Gelegenheit, fast den gesamten aktuellen Stammbaum persönlich kennen zu lernen. Inzwischen sind mein Mann, meine neue Familie und meine neuen Nachbarn ein besonderer Teil meiner Integration geworden. Sie helfen mir, die Traditionen, Sitten und Ideale zu lernen.

Besonders gerne höre ich dabei die Witze, Legenden und Geschichten aus meiner neuen Heimat. Nur wer sich integriert, auf persönliche, professionelle und formelle Art, wird das Gefühl für eine neue Heimat finden. Ein Arbeitsplatz ist ein Schlüssel, um anerkannt zu werden. Dass man sich entwickeln und weiter integrieren kann, hängt viel von einem selbst ab. Meine alte Heimat lebt immer in meinem Herzen. In meiner neuen Heimat fühle ich mich angenommen, sicher und wohl.

  • Das Projekt Heimat.Los der OV und der Katholischen Akademie Stapelfeld wird von den Volksbanken, den HGVs Vechta/Damme und der Firma Cewe unterstützt.

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