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Handelslehranstalten: Wandbilder zeigen Vielfalt des Landkreises

Das Gemälde von Ernst von Glasow im Treppenhaus des Traktes A wurde jüngst restauriert. Fotograf Gerald Lampe hat die Idee der Darstellung aufgegriffen und in eine moderne Collage überführt.

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Der Landkreis Vechta in einer Fotocollage: HLA-Schulleiter Ernst Escher (links) und Foto-Hölzen-Geschäftsführer Gerald Lampe freuen sich über das gelungene Ergebnis der Zusammenarbeit. Foto: Timphaus

Der Landkreis Vechta in einer Fotocollage: HLA-Schulleiter Ernst Escher (links) und Foto-Hölzen-Geschäftsführer Gerald Lampe freuen sich über das gelungene Ergebnis der Zusammenarbeit. Foto: Timphaus

Die Handelslehranstalten (HLA) in Lohne können auf eine fast 100-jährige Geschichte zurückblicken. Die Berufsschule, 1925 gegründet, hat sich im Laufe der Jahrzehnte weiterentwickelt, ist gewachsen und präsentiert sich heute pädagogisch, personell und technisch auf der Höhe der Zeit. Die Verbindung von alt und neu zeigt sich sinnbildlich an zwei künstlerischen Werken, mit denen dem kaufmännischen Bildungszentrum des Landkreises Vechta der Bogenschlag von der Tradition zur Moderne gelingt.

Das Wandbild "Der Landkreis Vechta und seine Gemeinden"

Da ist zum einen das 2020 restaurierte Wandbild "Der Landkreis Vechta und seine Gemeinden" von Ernst von Glasow zu nennen. Es stammt aus dem Jahr 1953 und ziert das Treppenhaus im Gebäudetrakt A. Lehrerin Meike Büscher hat Informationen zur Vita des Künstlers und der Historie des Gemäldes zusammengetragen. Sie sind seit Kurzem an zwei Tafeln im Treppenhaus zu lesen.

Der Maler Ernst von Glasow lebte von 1897 bis 1969. Der gebürtig aus Partheinen in Ostpreußen stammende Künstler kam als Vertriebener nach dem Zweiten Weltkrieg nach Südoldenburg. In Daren, Schledehausen, Bakum, Vechta und der Umgebung schuf er zahlreiche Orts- und Stadtansichten sowie Landschaftsbilder. Obwohl sich sein Schaffen vorrangig auf seine zweite Lebenshälfte erstreckte, hinterließ er ein beachtliches Œuvre.

Der Landkreis Vechta und seine Gemeinden von 1953: Das Wandbild in den HLA entstand als Kunst am Bau und besteht aus zwei Teilen. Im Foto ist die Darstellung des Nordkreises zu sehen. Foto: Timphaus"Der Landkreis Vechta und seine Gemeinden" von 1953: Das Wandbild in den HLA entstand als "Kunst am Bau" und besteht aus zwei Teilen. Im Foto ist die Darstellung des Nordkreises zu sehen. Foto: Timphaus

Von Glasow schuf noch weitere Wandbilder

Das Wandbild in den HLA entstand als "Kunst am Bau". Das Kunstwerk zeigt die damals 11 Kommunen des Landkreises, deren Platzierung ihrer geografischen Lage entspricht. Abgebildet sind charakteristische Bauwerke und Landschaften sowie Geräte, Pflanzen und Tiere. Sie visualisieren die damals wichtigsten Wirtschaftszweige. Die Stadt Lohne wird beispielsweise durch die Kirche St. Gertrud, die Kork- und Pinselindustrie, den landwirtschaftlichen Maschinenbau sowie das Brägeler Moor repräsentiert.

Die Malerei im HLA-Treppenhaus zählt zu den ersten Werken dieser Art, die von Glasow anfertigte. Ein weiteres Wandbild ist im Sitzungssaal des ehemaligen Kreishauses in Vechta (heute Niels-Stensen-Werk) erhalten. Das Kunstwerk, das von Glasow vermutlich 1955 in der damaligen Landwirtschaftlichen Berufsschule - dem heutigen HLA-Gebäude an der Ecke Schellohner Weg/ehemals Brillstraße - schuf, wurde 1997 übermalt. Es zeigte landwirtschaftliche Motive wie Tiere und einen Bauernhof.

Die moderne Fotocollage von Gerald Lampe

Im Zuge der jüngst abgeschlossenen Sanierung des Traktes A, bei der das Wandbild auf Anregung des Vechtaer Ehrenlandrats und früheren CDU-Landtagsabgeordneten Clemens-August Krapp akribisch aufgearbeitet wurde, hatte HLA-Schulleiter Ernst Escher die Idee, für die neuen "Lerninseln" im Flurbereich ebenfalls ein Kunstwerk anzuschaffen. Durch freundschaftliche Kontakte kam Escher auf den Fotografen Gerald Lampe.

Lampe, Geschäftsführer von Foto Hölzen in Dinklage und Bersenbrück, griff die Idee der Darstellung aus von Glasows Wandbild auf. Er fotografierte ortsbildprägende Gebäude und Landstriche in den Städten und Gemeinden, nahm freigestellte Aufnahmen von Tieren und Maschinen und arrangierte alles in einer 3,5 mal 1,5 Meter großen Collage.

"Perspektivisch sollte es nicht befremden."Gerald Lampe, Fotograf und Geschäftsführer von Foto Hölzen in Dinklage und Bersenbrück

Lampe schildert, dass er für die Planung und Ausführung einige Wochen benötigte. Dabei legte der Fotograf viel Wert auf die Details. "Perspektivisch sollte es nicht befremden", sagt er. Alle zehn Kommunen sind verewigt, Lampe hat laut eigener Aussage auf eine ausgewogene Darstellung geachtet. 

Escher sagt: "Die verschiedenen Impressionen spiegeln den Landkreis wider und ergeben ein harmonisches Gesamtbild." Die HLA seien eine Berufsschule für den gesamten Landkreis. "Alt und neu findet sich nun in einem Gebäude wieder", freut sich der Schulleiter über das gelungene Ergebnis der Zusammenarbeit mit Lampe.

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