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Händels Messiah wird in Lohne mit Standing Ovations gefeiert

Die Aufführung in der St.-Gertrud-Kirche ist eine Zusammenarbeit des Chores Cantores Sancti Marci aus Zagreb mit dem Vokalensemble Marienhain. Am Sonntagabend folgte in Vechta ein weiteres Konzert.

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Eine internationale Kooperation: das Vokalensemble Marienhain und der Zagreber Chor Cantores Sancti Marci. Foto: Heinzel

Eine internationale Kooperation: das Vokalensemble Marienhain und der Zagreber Chor Cantores Sancti Marci. Foto: Heinzel

„Hallelujah! for the Lord God Omnipotent reigneth – Hallelujah, denn Gott der Herr regieret allmächtig.“ Es hatte etwas Erhabenes und Bombastisches, als die Stimmen der Sängerinnen und Sänger damit die Lohner Kirche St. Gertrud füllten. Dieser Abschnitt ist das wohl bekannteste Stück aus Georg Friedrich Händels „Messiah“. Mit lang anhaltendem Applaus sowie vereinzelten Standing Ovations würdigten die Besucher diesen Part des Konzertes.

Das Vokalensemble Marienhain kooperierte mit dem Zagreber Chor Cantores Sancti Marci, dem Barockorchester L´Arco mit Konzertmeister Christoph Heidemann sowie den Solisten Anabela Barić (Sopran), Svenja Rissiek (Mezzosopran), Emanuel Tomljenović (Tenor) und Krešimir Stražanacm um dieses am 13. April 1742 in Dublin uraufgeführte Werk in Lohne zu präsentieren. Am Sonntagabend folgte eine weitere Aufführung in Vechta. Die Leitung lag bei Jurica Petar Petrač (Teil 1 und 2) und Robert Eilers (Teil 3).

"Kultureller Höhepunkt in unserer Region."Gert Kühling, Allgmeiner Vertreter des Bürgermeisters Lohne

Die Erwartungen waren groß. Gert Kühling schrieb im Begleitheft des Konzerts von „Musik auf höchstem Niveau“ und einem „kulturellen Höhepunkt in unserer Region“. Vechtas Bürgermeister Kristian Kater nannte das Ensemble aus Zagreb einen der „besten Kammerchöre Kroatiens“. Barbara Thalhammer, Kirchenmusikerin in St. Gertrud, begrüßte die Besucher zu einem „ganz besonderen Konzert in Lohne“ und verlieh ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die Menschen durch die „Musik Trost und Zuversicht gewinnen können“ – gerade in dieser pandemiegeprägten Zeit.

Um es vorwegzunehme: Die hochgesteckten Erwartungen wurden erfüllt. Es war ein absoluter Genuss, dieser gelungenen Zusammenarbeit zu lauschen. Inhalt, Musik und Sänger verwoben sich zu einer überzeugenden Einheit, die ein beeindruckendes Hörerlebnis schuf. Dabei trug auch die tolle Akustik in der St. Gertrud-Kirche ihren Teil dazu bei. Dargeboten wurde eine leicht gekürzte Version des Messias. Es galt die 2G-Regel und das Tragen einer FFP2-Maske war obligatorisch.

Eine stimmige und fesselnde Darbietung begeistert die Zuschauer

Mit leichten, fröhlichen und ein wenig verspielten Klängen begann die dreiteilige Messiaserzählung Händels. Im ersten Part geht es um die Verheißung und Geburt des Heilands. Teil 2 behandelt die Passion und Auferstehung Jesu, bevor im abschließenden dritten Abschnitt die Erlösung thematisiert wird. Die gesamte Darbietung wirkte stimmig und fesselte die Zuschauer, so dass die erste Stunde wie im Fluge vorbeirauschte. Das änderte sich auch in den folgenden zwei Stunden nicht.

Der kroatische Bassbariton Krešimir Stražanac studierte an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart und trat bereits in vielen bekannten Konzerthäusern auf.
Foto: Heinzel
Emanuel Tomljenović studiert im dritten Jahr Sologesang an der Musikhochschule in Zagreb.
Foto: Heinzel
Das Vokalensemble Marienhain und der Chor Cantores Sancti Marci aus Zagreb sangen gemeinsam in der Lohner Kirche St. Gertrud.
Foto: Heinzel
Anabela Barić (stehend, links) gab 2016 ihr Operndebut. Jurica Petar Petrač leitete die ersten beiden Teile des Messiah.
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Svenja Rissiek studiert derzeit im Masterstudiengang Operngesang an der Hochschule für Musik in Detmold.
Foto: Heinzel
Anabela Barić (links, stehend), Konzertmeister Christoph Heidemann (mitte, sitzend) vom Barockorchester L´Arco und Robert Eilers (rechts, stehend)
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Die Musik ließ die Besucher nicht unberührt. Nehmen wir den Beginn des Konzertes als Beispiel: Emanuel Tomljenović setzt nach der Ouvertüre  mit seiner klaren, wohltönenden und präzisen Stimme ein und beginnt die Erzählung. Als dann der gemeinsame Chor das erste Mal singt, hat es etwas erhabenes wie die Kirche durch den Klang dieser herrlichen Stimmen gefüllt wurde.

Krešimir Stražanac tiefe, melodiöse Stimme in Verbindung mit der Musik des Barockorchester L´Arco sorgten danach für eine ganz andere Stimmung, als er über eine alle Welt bedeckende Finsternis sang. Es beschlich einen ein unheilvolles, düsteres Gefühl, welches später durch die beruhigende, samtene Stimme von Svenja Rissiek vertrieben wurde. Was sich noch steigerte, als der Chor wieder einsetzte und von der Geburt des Heilands sang. Dieses Narrativ setzte Anabela Barić mit ihrer glockenhellen Stimme dann fort. Robert Eilers findet im Programmheft folgende Worte dafür: Händel wisse als erfolgreicher Opernkomponist, „wie er so tiefe Empfindungen und Gefühle beim Hörer erzeugen kann, dass sie ihn an den Grund oder sogar Abgrund der menschlichen Existenz führen können“.

Als Zugabe gab es ein Halleluja, welches von allen Beteiligten gesungen wurde. Es war der krönende Abschluss einer fantastischen Darbietung von Georg Friedrich Händels "Messiahs! durch hervorragende Sänger und Musiker in der Lohner Kirche St. Gertrud. Sie bestätigten und untermauerten damit die Worte von Walter Schmitz, dem Präsidenten des Rotary Club Vechta, der im Programmheft geschrieben hatte: „Das Live-Erleben von Musik ist jedoch durch kein digitales Angebot ersetzbar. Kunst und Kultur machen das Leben lebenswert.“

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