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Hamburger Blues Band spielt sich und Cloppenburger Publikum in Rausch

Von Root Blues über Balladen und Kuschel-Rock: Die Band mit dem 80-jährigen "Godfather of Hellfire" Arther Brown zog das Publikum in seinen Bann. Das würdigte die Band mit drei Zugaben.

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Kann es auch noch mit fast 80 Jahren: Arther Brown zog als selbsternannter "Godfather of Hellfire" die Fans beim Konzert der Hamburg Blues Band im Kulturbahnhof in seinen Bann. Foto: Heidkamp

Kann es auch noch mit fast 80 Jahren: Arther Brown zog als selbsternannter "Godfather of Hellfire" die Fans beim Konzert der Hamburg Blues Band im Kulturbahnhof in seinen Bann. Foto: Heidkamp

Rund 100 Gäste und Fans können sich zu den Glücklichen zählen, das Konzert der Hamburg Blues Band (HBB) im Kulturbahnhof live miterlebt zu haben. Mit ihren sehr intensiv, wunderbar arrangierten und live grandiosen Roots Blues gehören die Musiker um Bandgründer Gert Lange zweifelsohne zu den Besten, was die europäische Bluesszene zu bieten hat.

"Cloppenburg, are you ready for Rock", rief Frontmann Gert Lange dem Publikum zu und wusste nur zu genau, was folgte. Ein vielstimmig "Yeah" als Antwort zündete dann ein Rock'n Roll Spektakel, bei dem HHB das ganze Register ihres Könnens mit Leidenschaft präsentierte. Die Jungs von der Waterkant spielten sich dabei in einen regelrechten Rausch, dem das Publikum nicht entfliehen konnte. "Wir sind nach zwei Jahren endlich wieder auf Tour. Wir sind wieder da", so Gert Lange.

Eine Hommage an den 2020 verstorbenen Drummer der Band, Hansi Wallmann, war der Song "Hairdrying Drummer Man" gewidmet und wurde von Leadgitarrist Krissy Matthews gesungen. Es folgte der Song "Foxy Woman", einen Jimi Hendrix Klassiker und wohl nur die wenigsten dürften gewusst haben, dass Hendrix sich in seiner leider nur sehr kurzen Karriere auch dem Blues gewidmet hatte.

Mehrfach bekam Leadgitarrist Krissy Matthews für seine Solieinlagen Szenenapplaus vom begeisterten Publikum beim Konzert der Hamburg Blues Band im Kulturbahnhof. Foto: HeidkampMehrfach bekam Leadgitarrist Krissy Matthews für seine Solieinlagen Szenenapplaus vom begeisterten Publikum beim Konzert der Hamburg Blues Band im Kulturbahnhof. Foto: Heidkamp

Parallelen zu Joe Cocker

Krissy Matthews schien der Song auf den Leib geschrieben zu sein, denn seiner Gitarre entlockte er nicht nur bei diesem Song Klänge, die in eine andere Welt führten und die Fans elektrisierten. Das besondere an seinem Stil ist der Wechsel der Riffs innerhalb eines Songs – mal klingt er frisch und rau, dann wieder schräg und wild. Matthews brachte damit richtig Pfeffer ins Spiel, mehrfach bekam er für seine Soli Szenenapplaus.

Warme Töne, ein feines Gespür für Melodien und kräftige Rock-Riffs – HBB bewies, dass sie auch Balladen und Kuschel-Rock können. Frontmann Gert Lange strahlt während des Konzertes eine unglaubliche Ruhe und Gelassenheit aus. Seine Rhythmusgitarre folgt ihm bedingungslos, gepaart mit einer vom Leben gezeichneten Stimme, rauchig, männlich und unheimlich kraftvoll. Nicht von ungefähr kommt dabei oft auch der Vergleich mit dem verstorbenen Kultrocker Joe Cocker.

Die Band wurde ergänzt von Eddie Filipp, einem Drummer der alten Schule, der in mit einer Seelenruhe seine Trommeln bedient, dabei aber mit Wucht und Präzision den Takt vorgibt und damit die Band zusammenhält.

Ein kurzer Schreckmoment

Und dann kam er auf die Bühne – The godfather of hellfire“ - Bunt geschminkt, schrille Klamotten, schräger Kopfschmuck und exzentrische Auftritte sind seit 1968 das Markenzeichen von Arther Brown, der auch in Cloppenburg die Erwartungen seiner Fans erfüllte. Dabei spielt Brown noch immer gerne das Enfant terrible. Sein Welthit "Fire" gehörte zum Höhepunkt des Abends. Und mit dem Ohrwurm "I put a spell on you" hatte er seine Fans vorher schon einmal richtig in Stimmung gebracht.

Mit seinem Charisma, wobei er auch Mut zur Hässlichkeit bewies, vereinnahmte der fast 80-Jährige Arthur Brown das gesamte Publikum bis zum Ende des Konzertes. Eine Schrecksekunde erlebte Keyboarder Johnson Waehneldt, als ihm Arther Brown während eines Songs völlig überraschend in den Tasten griff.

Es waren zwei Stunden faszinierende Musik, dargeboten von Musikern auf allerhöchstem Niveau. Nicht enden wollender Beifall und Jubel zwang die Band noch zu drei Zugaben, bevor die Band endgültig den Stecker zog und sich die restlos begeisterten Fans auf den Heimweg machen. "Ein fantastischer Abend mit Spitzensongs und hervorragenden Musikern. Die Cloppenburger Jazz- und Bluesfreunde schaffen es, die Anhängerschaft der Fans von Jazz und Blues in Cloppenburg zu vergrößern", gab es reichlich Lob von den Fans.

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