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"Grimm und Möhrchen": Stephanie Schneider stellt ihr neues Buch vor

Am 2. April feiert die Lohner in der Bäckerei Overmeyer einen besonderen Geburtstag. Mit dabei sein wird ein besonders netter "Zesel".

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Kommt für die Geburtstagsfeier ihres Charakters zurück nach Lohne: die Autorin Stephanie Schneider. Foto: Buehler

Kommt für die Geburtstagsfeier ihres Charakters zurück nach Lohne: die Autorin Stephanie Schneider. Foto: Buehler

"Ich bin ein Zesel. Ein bisschen Esel und ein bisschen Zebra. Von jedem etwas und von beidem das Beste." So stellt sich der Hauptcharakter "Möhrchen" des Kinderbuchs "Grimm und Möhrchen – ein Zesel zieht ein" vor. Die gebürtige Lohnerin Stephanie Schneider hat ihn erdacht. 30 Bücher hat sie mittlerweile geschrieben; "Grimm und Möhrchen" ist die jüngste Schöpfung.

Seit 2004 ist Schneider Autorin. Das scheint vorbestimmt zu sein. Denn: Solange sie denken könne, habe sie auf die Frage „Was willst du später einmal werden?“ dieselbe Antwort gegeben: "Astrid Lindgren". Schon als Kind habe sie immer ein Buch dabei gehabt – besonders, wenn sie krank gewesen sei. "Beim Lesen konnte ich Geschichten erleben, für die ich in Wirklichkeit zu krank oder zu ängstlich war", schreibt die Lohnerin auf ihrer Website.

Posiert mit dem Stofftier Zesel: Den flauschigen Freund gibt es nur in limitierter Auflage – und deswegen ist er auch nur zu gewinnen. Foto: Kim StandiendaPosiert mit dem Stofftier Zesel: Den flauschigen Freund gibt es nur in limitierter Auflage – und deswegen ist er auch nur zu gewinnen. Foto: Kim Standienda

Der Traum war also da. Immer. Ganz fest im Kopf verankert. Bis es dann auf das Abitur zuging und die Angst vor der eigenen Courage einsetzte: Ist Kinderbuchautorin zur werden realistisch? Lässt sich davon leben?

Schneider verwarf die Idee und studierte Lehramt. Darauf folgte ein Studium der Freien Kunst an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Dann arbeitete sie einige Jahre als Grundschullehrerin. „Ich hab's wirklich vergessen“, sagt die Autorin und muss lachen.

Als sie dann ihre zweite Tochter bekommen habe, habe sie Erziehungsurlaub genommen. Sie habe die Zeit genutzt, sich neu zu orientieren. Nach einem Stupser von ihrem Mann und mehreren Berufsfindungsratgebern sei ihr klar geworden: „Ich habe schon immer geschrieben“, erinnert sich Schneider. Sei es als freie Mitarbeiterin bei der Oldenburgischen Volkszeitung oder als Songtexterin für Bands.

„Dann ging's schnell“, erzählt Schneider. Sie habe Kolumnen geschrieben, dann Erwachsenenbüchern – wie den humorvollen Erziehungsratgeber "Warum Mama eine rosa Handtasche braucht und andere Geheimnisse glücklicher Mütter". 

Der Einstieg in den Kinderbuch-Markt ist schwer

2013 dann schwenkte Stephanie Schneider um – auf Kinderbücher. „Das war nochmal die Steigerung. Das ist eine ganz andere Liga“, beschreibt sie ihre Erfahrungen. Eine harte Liga übrigens, nichts sei leicht. Die Telefonnummern von Verlegern würden gehandelt wie Geheimnisse, da die Konkurrenz groß sei. „Wer Ahnung hat, weiß, was dahintersteckt“, merkt sie an. 

Mittlerweile hat sich die Lohnerin, die mit ihrem Mann in Hannover wohnt, etabliert. Ihr Buch „Lotta Rikotta und der geheime Strand“ ist nominiert für den Preuschof-Preis für Kinderliteratur. Auch ist sie viel unterwegs, um ihre Bücher bei Lesungen oder Buchmessen vorzustellen. „Ich kann es kaum glauben, dass die Veranstaltungen alle stattgefunden haben“, erzählt die Autorin.

Corona macht das Lese-Reisen-Leben schwer

Ein besonderer Moment wäre die lit.COLOGNE in Köln gewesen, bei der Schneider mit ihrer Illustratorin und Freundin Stefanie Scharnberg hätte auftreten wollen. Schneider hätte aus "Grimm und Möhrchen" gelesen; Scharnberg live gezeichnet. Aber dann: Corona. Die Lohnerin reiste allein nach Köln.

Einsam sei sie dennoch nicht gewesen. Zesel "Möhrchen" als Stofftier half aus. Er sei ein guter Begleiter sei. Ein Eisbrecher, der Kinder und Erwachsene neugierig mache. 

Jetzt geht es für Schneider erst mal wieder zurück in die alte Heimat. Möhrchen feiert Geburtstag. Mit der Bäckerei Overmeyer richtet Schneider am 2. April eine Feier aus. Wie alt der Zesel wird, verrät die Autorin nicht. Auch über ihr eigenes Alter redet sie nicht so gern. Lieber erzählt sie, warum "Möhrchen" in einem Café feiern darf.

Schneider: Ich bin ein typischer ADS-Mensch

„Seit 2004 schreibe ich immer in Cafés“, erklärt die Lohnerin. Anfangs wegen der Kinder. Die seien längst groß; das Ritual aber sei geblieben. Morgens um 6 Uhr setze sie sich hin, um zu schreiben, um 10 Uhr frühstücke sie dann mit ihrer Familie. Das Café bietet ihr auch ein weiteres Plus: Dort würde sie nicht so leicht abgelenkt werden – sie sei eben ein typischer ADS-Mensch, lacht die Autorin. Sie hätte ständig 1000 Ideen, obwohl sie die nicht alle auf einmal umsetzen könne.

Als sie letztes Jahr ihre Eltern in Lohne besucht habe, habe sie anschließend ein Bild vom Besuch in der Bäckerei Overmeyer auf Instagram gepostet. Die Bäckerei habe sich gemeldet, die Idee für den Zesel-Geburtstag war geboren –  und werde nun zum internationale Tag der Mohrrübe am 4. April vorgefeiert. 


  • Info: Möhres Geburtstagsfeier findet am Samstag (2. April) von 15 bis 16 Uhr in der Bäckerei Overmeyer, Falkenbergstraße 9, in Lohne statt. Dort wird es eine Geburtstagstorte, eine Verlosung, einen Büchertisch und einen Malwettbewerb geben. Auch wird Stephanie Schneider für eine Signierstunde vor Ort sein. Anmeldungen können über Telefon 04442/8084081 oder in der Lohner Filiale erfolgen.

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