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Gärtnern für Faule

Kolumne aus der Nachbarschaft - Von Schottergärten hält Georg Rosenbaum wenig.  Gegen Pflanzen, die die Gartenarbeit vereinfachen, hat der Autor jedoch nichts einzuwenden...

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Das Thema Natur und Garten spaltet zunehmend die Gesellschaft. Da gibt es diejenigen, die ihren Garten am liebsten pflegeleicht gestalten möchten. Als Schottergarten! Auch in meinem Wohnort "Bakum" nimmt die Zahl der Gärten zu, in denen es nur noch eine Fläche von Kieselsteinen gibt, unterbrochen von ein paar stachligen Gewächsen. Letztens geriet ich mit jemand in Streit über die Schottergärten. Er regte sich über die "Verbotspartei" Die Grünen auf, die ihm vorschreiben wolle, was er auf seinem Grundstück tun und lassen dürfe.

Ich bin zwar kein Anhänger der Grünen, aber wandte ein, dass niemand mit seinem Eigentum machen darf, was er will. Ein gutes Beispiel ist das Verbot der Verwendung von Unkrautvernichtern im Hausgebrauch. Das heißt nicht, dass ich mich in die Gartengestaltung anderer Menschen einmischen und Schottergärten total verbieten möchte. Allerdings, schön finde ich die Schottergärten auch nicht. Auf der anderen Seite kann ich die Leute verstehen, dass sie möglichst wenig Arbeit in ihrem Garten investieren möchten.

Im Grunde geht es mir da nicht anders. Einen Teil meines Gartens habe ich relativ pflegeleicht mit Bodendeckern, Kirschlorbeer und Sträuchern gestaltet. Außerdem habe ich einen großen Rasen, den ich jahrelang alle zwei Wochen abmähte. Da mir das Mähen zu viel Mühe machte, ließ ich einen Teil meines Gartens als Wiese verwildern und war erstaunt, welche Artenvielfalt die Natur hervorbringt, wenn man sie lässt. Eine Vielzahl an unterschiedlichsten Gräsern und Pflanzen blühen, Hummeln und Insekten, darunter auch Schmetterlinge, bevölkern meine Wildnis, die ich jahrelang nicht mehr im Garten gesehen habe.

Mehr Artenvielfalt, das ist der gegenseitige Trend, den es in Gärten von Naturliebhabern gibt. Der Garten wird zu einem Lebensraum im wahrsten Sinne des Wortes. Stauden, Blumenwiesen und Natursträucher bieten Abwechslung und Nahrung für Insekten, Kleintiere und Vögel. Allerdings heißt dies nicht, dass man in einem Naturgarten alles wild wachsen lässt. Die Pflege eines Naturgartens erfordert Kenntnisse, die ich leider noch nicht beherrsche. Die Kunst besteht darin, geeignete heimische Pflanzen anzusiedeln, die in den Garten passen und sich gegenseitig fördern. Im Internet gibt es jede Menge Infos, wie man einen Garten gestalten kann. Am meisten interessiert mich das Thema "Gärtnern für Faule". Das ist es, was ich möchte: Die Natur für mich arbeiten lassen!

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