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Für Sie nachgeschlagen: Die Geschichte der Büterwerkstatt

Das historische Gebäude erinnert in Lindern an die Geschichte des Uhrenhandwerks in der Gemeinde. Bis heute sind die Uhren, die im 18. und 19. Jahrhundert gefertigt wurden, sehr wertvoll.

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Ein kleines Gebäude mit großer Geschichte: In dieser Werkstatt wurden die bekannten Uhren gefertigt. Dazu gehörten unter anderem Wand- und Turmuhren. Foto: Kock

Ein kleines Gebäude mit großer Geschichte: In dieser Werkstatt wurden die bekannten Uhren gefertigt. Dazu gehörten unter anderem Wand- und Turmuhren. Foto: Kock

Seit 16 Jahren – seit 2005 – steht die Büterwerkstatt unmittelbar neben dem Heimathaus am Marktplatz in Lindern. Sie gehört zu den mehr als 30 Skulpturen, Gebäuden, Denkmälern und Statuen des Kulturpfades der Gemeinde Lindern. Die Geschichte der Werkstatt hat OM online für Sie nachgeschlagen. 

Alle 4 Jahre finden in der Gemeinde die Linderner Kulturwochen statt, zuletzt im Jahr 2019. Ihre Wurzeln haben sie zu Beginn der 1980er Jahre, als einige Kunstbegeisterte um Volkmar Grigull und Alfons Schewe, damals Landrat, die Kulturszene auf dem Land etablieren wollten. Die Kulturwochen wurden später durch ein Bildhauersymposium ergänzt, welches 2003 erstmals stattfand. Der Kulturpfad wurde dabei jedes Mal um einige neue Kunstwerke ergänzt.

Ein Beitrag ist die Büterwerkstatt, die ursprünglich um 1800 erbaut wurde. Die Überreste der Werkstatt der bekannten Uhrmacherdynastie waren im Jahr 2003 am ursprünglichen Standort im Garten des Büter-Nachfahren Dr. Anton Gudemann abgebaut worden. Später waren dort die Arztpraxen von Dr. Moormann und Dr. Lübbehüsen. 2005 wurde die Büterwerkstatt vom Heimatverein Lindern neben dem ehemaligen Gemeindebüro (dem jetzigen Heimathaus) nach alten Plänen und unter Verwendung der vorhandenen Restbalken und Materialien aufgebaut.

Uhren zeugen vom Geschick der Handwerker

Zur Geschichte des Hauses: Von 1819 bis 1903 lebte die Familie Büter in Lindern. Der Uhrmacher Carl Friedrich Büter (1749 bis 1841) und dessen Sohn Gerhard Anton Büter (1819 bis 1903) fertigten in dieser Werkstatt Uhren an, die als Büter-Uhren heute als sehr wertvoll gelten und einen hohen Sammlerwert besitzen. Gefertigt wurden Hausuhren als Standuhren. Das bezeichnet aber auch Wand- und Turmuhren.

Die Turmuhren wurden auch von Büter betreut. Die Uhren der Büters haben die Zeit überdauert und zeugen vom Geschick und der Kunstfertigkeit der damaligen Linderner Handwerker. Büter war Schmied, Uhrmacher und Landwirt und bis zum Jahr 1903 in dieser Werkstatt tätig. Büter-Uhren waren in Lindern und dem Umkreis bis hin nach Holland sehr beliebt, begehrt und wurden dorthin verkauft. Die Büter-Uhren waren auch oft eine Mitgift der Bauerntöchter bei Hochzeiten.

Büter-Uhren stehen heute im Rathaus und beim Heimatverein

Einige Büter-Uhren sind noch in privaten Häusern vorhanden. Zudem sind sie heute im Rathaus und dem Heimathaus Lindern. In der Büterwerkstatt sind heute noch viele der damaligen Werkzeuge zu sehen. Zudem gibt es einen Blasebalg von 1854 zu besichtigen. Auch der bekannte Kunstschmied Alfred Bullermann aus Markhausen stand in der neuen Büterwerkstatt an der Esse und hat dort geschmiedet und gehämmert.

Nach der offiziellen Einweihung im Jahr 2005 übergab der Vorsitzende des Heimatverein Gerd Janze die Schlüssel des Gebäudes an Ernst Hamberg, der die Werkstatt betreut.

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