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Funk befeuert begeisterte "Brink-Dancer"

Cosmo Klein und die Phunkguerilla haben ihr Publikum am Samstagabend im Museumsdorf von den Gartenstühlen gerissen. Das Fazit: Ein grandioser Abend mit einer grandiosen Band.

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Stimmung auf dem Brink: Beim Gastspiel die Phunkguerilla um ihren Vormann Cosmo Klein (rechts) hielt es am Samstagabend kaum einen Zuschauer auf seinem Stuhl.  Foto: Kreke

Stimmung auf dem Brink: Beim Gastspiel die Phunkguerilla um ihren Vormann Cosmo Klein (rechts) hielt es am Samstagabend kaum einen Zuschauer auf seinem Stuhl.  Foto: Kreke

Gemütlich im Museumsdorf sitzen und der Band lauschen? Keine Chance. Die Phunkguerilla und ihr fordernder Vormann Cosmo Klein haben am Wochenende über 200 Cloppenburger mit Funk und Groove von den Stühlen geholt. Auf dem alten Dorfplatz, dem Brink, im Museumsdorf avancierten begeisterte Prince-Fans zu „Brink-Dancers“.

Das geniale Erbe des „Artist formerly known as Rogers Nelson“ haben die hochkarätigen Profis nicht bloß kopiert, sondern in mitreißenden, intelligenten Funk-Arrangements voller Jazz-Lebendigkeit frisch und frei neu interpretiert. Die von Gitarrist und Komponist Hanno Busch nach dem Gehör notierten Originalnoten dienen hier als Fundgrube für Spielfreude auf höchstem Niveau. Nur ein Beispiel:

Prince‘ Komposition „Nothing compares 2 U“ erhält durch den absteigenden Bläsersatz, den Trompeter Florian Menzel geschrieben hat, einen traumhaft melancholischen Beiklang von Enttäuschung und Verlust.

Bass und Schlagzeug wirken wie ein Pulsbeschleuniger

Aber es geht auch heiter: Wenn in „Sexy Motherfucker“ der Bass dem Schlagzeug eine Spur vorauseilt, treibend und pulsierend, wirkt das wie ein Pulsbeschleuniger. Was der (leider im Hintergrund verborgene) Bassist und der großartige Drummer Hardy Fischötter leisten, ergibt ein eigentlich widersprüchliches Phänomen: einen Groove, der genauso geschmeidig wie knackig ist. Ganz großes Ohren-Kino.

Die Lockerheit, vor allem von Cosmo Klein, überspielt und steigert diese technische Brillanz ins Tanzbare. Der Frontmann mischt sich anfeuernd unters Publikum, steigt auf eine Picknickbank und kehrt doch auf den Punkt versammelt zurück zum Kern, wenn er zum Finale hingebungsvoll und doch kontrolliert den Purpur-Regen auf die Gänsehaut des Publikums herabrieseln lässt. Kurzum: Die Cloppenburger Jazz- und Bluesfreunde haben einen grandiosen Abend mit einer grandiosen Band inszeniert.

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