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#Frustrationsventil

Kolumne: Irgendwas mit # – Im Internet kann man sich über so vieles auslassen. Wie wäre es, wenn wir anlässlich des Star-Wars-Tags über die dritte Trilogie diskutieren, anstatt andere zu beleidigen?

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Alles Gute zum Star-Wars-Tag! Möge die Macht mit Ihnen sein (Englisch: May the force be with you)! Aufgrund der Aussprache des 4. Mai im Englischen – May, the fourth – und der damit ähnlichen Aussprache zu dem Spruch „May the force be with you“, der vielfach in den zahlreichen Star-Wars-Filmen auftaucht, haben Fans diesen Star-Wars-Feiertag etabliert. Disney, Rechteinhaber von Star Wars, sprang selbstverständlich auf diesen Zug auf und veröffentlichte deshalb in den vergangenen Jahren Star-Wars-Neuerscheinungen am 4. Mai. Auch diesen Dienstag werden auf dem Streamingdienst von Disney mehrere Inhalte zu Star Wars veröffentlicht.

Fans auf der ganzen Welt nutzen den 4. Mai, um ihre Lieblingsfilme und -serien zu zelebrieren. Ich habe selbst einmal vor ein paar Jahren mit Freundinnen die Episoden IV bis VI am 4. Mai geguckt. Als ausgeprägten Star-Wars-Fan würde ich mich allerdings nicht bezeichnen. Die jüngeren Erscheinungen gefallen mir größtenteils nicht – bis auf Rogue One. Der ist großartig.

Mein Wissen reicht also, um mitreden zu können, wie man so schön sagt. Allerdings gerät man da schnell an seine Grenzen, wenn man an einen echten Fan gerät. Ausgewiesene Kenner können sich stundenlang über Theorien unterhalten und über diese oder jene Szene debattieren. Ich mag diese Leidenschaft sehr. Zu Zeiten des Internets können sich Gleichgesinnte ohne Probleme vernetzen und sich austauschen. Was für eine wunderbare Möglichkeit. Ich persönlich habe auch noch nie einen unsympathischen Star-Wars-Fan getroffen.

"Schlechte Laune kann man ohne viel Aufwand weniger menschenverachtend loswerden."Carina Meyer, Reporterin

Wenn ich bei Social Media unter Corona-Nachrichten in den Kommentarspalten den leidenschaftlichen Hass sehe, bin ich mir sehr sicher, dass die Energie in Star Wars so viel besser investiert ist. Was für Diskussionen, wer Schuld an der Pandemie trägt, welche Maßnahmen völlig unverhältnismäßig sind oder warum wir alle Opfer einer großen Weltverschwörung sind. Ich möchte hiermit auch sehr deutlich betonen, dass ich Querdenker und diejenigen, die nachvollziehbare Kritik äußern, nicht in einen Topf werfe. Letztere schaffen es in der Regel, ihre Meinungsbeiträge ohne Beleidigungen und Lügen zu formulieren.

Nein, die, die ich meine, pöbeln wild darauf los. Ohne Rücksicht, ohne Verstand. Wenn ich solche gedankenlosen Kommentare sehe, muss ich manchmal an den Labrador meiner Eltern denken. Wenn der nicht ordentlich ausgelastet ist, dann rennt der wie angestochen im Garten auf und ab, um sich abzureagieren. Danach ist gut. Im schlimmsten Fall ist der Rasen etwas mitgenommen. Aber nun ja.

Wie wäre es mit Joggen oder Game of Thrones?

Wer so viel Zeit für Hate Speech aufwendet, ist meines Erachtens einfach nicht genug ausgelastet. Das Ventil für den Frust ist die Kommentarspalte bei Facebook. Toll. Mein Vorschlag wäre deshalb, sich ein besseres Hobby zu suchen. Wegen der Pandemie sind die Möglichkeiten zwar etwas eingeschränkter, aber sie sind da. Um beim Labrador-Beispiel zu bleiben: Joggen. Körperliche Anstrengung kann herrlich auslasten. Außerdem soll es Glückshormone ausstoßen.

Wem das nicht zusagt, der kann sich vielleicht für Filme und/oder Serien erwärmen. Es muss ja nicht zwingend Star Wars sein. Wie sehr haben meine Freunde und ich uns schon den Kopf über den einen oder anderen Nolan-Film zermartert. Wie leidenschaftlich kann man bei „Game of Thrones“ eigentlich Joffrey hassen oder die letzte Staffel schlecht finden? Spoiler: Die letzte Staffel ist deutlich schwächer als alle davor. Wie bei Scrubs.

Schlechte Laune kann man also ohne viel Aufwand weniger menschenverachtend loswerden. Dann bekommt man auch den Kopf dafür frei, echte Argumente zu finden, wenn es um die Corona-Politik geht. Möge die Macht mit Ihnen sein!


Zur Person:

  • Carina Meyer ist Reporterin bei OM Medien.
  • Die Autorin erreichen Sie unter redaktion@om-medien.de.

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