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Freundeskreis Luzie Uptmoor: Die Vorfreude auf die neue Galerie ist groß

Im Sommer zieht der Verein in den Anbau an das Industriemuseum um. Dadurch eröffnen sich vielfältige Möglichkeiten für die Kunstfreunde. Im Oktober startet dann die erste Schau im neuen Zuhause.

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Ein Besuch im "Frauenort Luzie Uptmoor": Einen Spaziergang zum Elternhaus der Künstlerin unternehmen (von links) Renate Crewell, Bärbel Schönbohm, Donata Holz und Mechthild Beckermann. Foto: Timphaus 

Ein Besuch im "Frauenort Luzie Uptmoor": Einen Spaziergang zum Elternhaus der Künstlerin unternehmen (von links) Renate Crewell, Bärbel Schönbohm, Donata Holz und Mechthild Beckermann. Foto: Timphaus 

Die Kartons sind zwar noch nicht gepackt. Doch in den Köpfen der Verantwortlichen des Freundeskreises Luzie Uptmoor in Lohne schwirren schon Gedanken an den bevorstehenden Umzug herum. Im Sommer werden die Räume in dem Geschäftshaus an der Küstermeyerstraße 16 geräumt. Anschließend bezieht der Verein die neue Galerie im Anbau des Industriemuseums.

Das exakte Datum können die Vorsitzende Mechthild Beckermann und ihre Stellvertreterin Renate Crewell noch nicht mitteilen. Was aber feststeht, ist der Eröffnungstermin: Am 10. Oktober (Sonntag) um 11 Uhr feiert der nächste Teil der Ausstellungsreihe "Luzie Uptmoor lädt ein" seine Vernissage.

Wenngleich Beckermann betont, dass man bisher "sehr gut untergebracht" gewesen sei, kann auch die Vorsitzende nicht verhehlen, dass die Vorfreude auf die neue Galerie groß ist. "Wir sind dann viel besser an die Infrastruktur des Museums angebunden." Außerdem, so fügt Crewell an, eröffne der bessere Zuschnitt der Räume ganz neue Möglichkeiten. Etwa 180 Quadratmeter Ausstellungsfläche stehen dem Freundeskreis bald zur Verfügung.

Die Thekla-Brücke in Vechta – ein Werk von August Kathe aus dem Jahr 1954, ÖlHolz. Reproduktion: CrewellDie Thekla-Brücke in Vechta – ein Werk von August Kathe aus dem Jahr 1954, Öl/Holz. Reproduktion: Crewell

Ein weiteres Plus, das die stellvertretende Vorsitzende nicht unerwähnt lassen möchte: der museumspädagogische Raum, der direkt an die neue Galerie angrenzt. "Das ist sehr viel wert", sagt Crewell und verweist auf die mögliche Nutzung zum Beispiel bei Kinderführungen.

Bis zur Premiere im Herbst ist es noch etwas Zeit. Diese nutzt der Freundeskreis, um der Sonderschau "Ich muss raus und malen" mit Werken des Vechtaers August Kathe (1900 bis 1962) eine Ehrenrunde zu gönnen. Wie Beckermann ankündigt, wurde die Ausstellung, die ursprünglich vor zwei Wochen enden sollte, in Abstimmung mit der Familie des Verstorbenen bis Ende April verlängert.

Neue Radtour "Malerwege" kommt gut an

Das hängt auch mit dem neuerlichen Corona-Lockdown zusammen. Seit Anfang November ist die Galerie Luzie Uptmoor geschlossen. Die Kathe-Ausstellung war deshalb nur eine Woche lang zugänglich. "Die Leute wissen es in diesen Zeiten mehr zu schätzen, Kunst genießen zu können", sagt Beckermann, die dem Restart entgegenfiebert. 

Überhaupt: Aufgrund der Corona-Pandemie war 2020 für den Freundeskreis Luzie Uptmoor und die Galerie eigentlich ein Jahr zum Vergessen. Nach einer erfolgreichen Schau zu Künstlerinnen aus Bremen, Fischerhude und Worpswede wurden die Aktivitäten jäh ausgebremst. Beckermann spricht dennoch von einem "ereignisreichen Jahr".

Vor allem die neuen Radtouren unter dem Titel "Malerwege", die zu Motiven von Luzie Uptmoor und von weiteren Lohner Künstlern führte, fand großen Anklang. "Dieses Angebot werden wir künftig in jedem Fall fortsetzen", sagt die Vorsitzende. So sei unter anderem eine Ausfahrt zu Motiven von August Kathe geplant. Das Datum steht noch nicht fest, soll aber bald über die Tagespresse veröffentlicht werden.

Freundeskreis plant Tagesausflug nach Worpswede

Vor dem Hintergrund der Corona-Lage ebenfalls unter Vorbehalt laufen die Vorbereitungen für einen Tagesausflug Anfang Mai nach Worpswede ins Teufelsmoor. Im "Frauenort Paula Modersohn-Becker" geht es natürlich um die bekannte Malerin, das große künstlerische Vorbild von Luzie Uptmoor.

Ein Ausblick noch auf die große Ausstellung im Herbst: Gemeinsam mit der Kulturwissenschaftlerin Donata Holz (Worpswede) und der Kunstwissenschaftlerin Bärbel Schönbohm (Ganderkesee), mit denen der Freundeskreis zum vierten Mal nach 2013, 2017 und 2019 zusammenarbeitet, richten die Verantwortlichen den Fokus auf einige Künstlerpaare aus dem Oldenburger Land aus der Zeit Uptmoors.

Neue Schau widmet sich Künstlerpaaren

Selbstverständlich geht es in der Schau auch um die Lohner Künstlerin und ihre Beziehung zu ihrem Lehrer Peter Ludwigs. Dessen Tod 1943 in Gestapo-Haft stürzte Luzie Uptmoor in eine schwere Lebens- und Schaffenskrise, aus der sie sich erst Jahre später wieder befreite.

Weitere Künstlerpaare sind: Elsa Oeltjen-Kasimir und Jan Kasimir, Marie Meyer-Glaeseker und Willi Meyer, Veronika Caspar-Schröder und Karl Schröder, Wernhera Sertürner und Reinhard Pfennig, Helene und Wilhelm Kempin sowie Thea Koch-Giebel und Hans-Berthold Giebel.

Schönbohm berichtet, dass die Suche nach Werken dieser teilweise kaum bekannten Künstlerinnen und Künstler sehr schwierig sei. Holz sagt, sie seien bei ihren Nachforschungen an der Beantwortung folgender Fragen interessiert: Haben sie gemeinsam gearbeitet? Standen sie im Austausch über ihre Kunst? Falls ja, auf welcher Ebene?

Bezüglich ihrer Erkenntnisse und Entdeckungen möchte das Duo noch nicht ins Detail gehen. "Wir halten uns bedeckt", lacht Schönbohm. Eine Auflösung gebe es voraussichtlich im Herbst. Dann sollen die verschiedenen Werke in der neuen Galerie Luzie Uptmoor in einen "spannenden Dialog" gesetzt werden.

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