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"Frauen sind blutrünstiger als Männer"

Andreas Winkelmann beobachtete dies auf seinen Lesungen. Der Autor trug im Bussjans Hof in Dinklage aus seinem Buch "Die Karte" vor und präsentierte sich und seine unterschiedlichen Unternehmungen.

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Will in den Landtag nach Hannover: Carolin Grieshop (41) aus Bakum. Foto: Heyer

Will in den Landtag nach Hannover: Carolin Grieshop (41) aus Bakum. Foto: Heyer

Drei Psychopathen waren bei der Lesung von Andreas Winkelmann in Dinklage dabei – zumindest statistisch gesehen. Unter 25 Personen befinde sich stets ein Psychopath, berichtete der Autor. Der 52-Jährige stellte im Bussjans Hof auf Einladung der KÖB St. Catharina jetzt sein Buch "Die Karte" vor. Die Veranstaltung mit ihren 70 Plätzen war innerhalb von vier Tagen ausverkauft. Es wurde ein amüsanter, kurzweiliger Abend, der trotzdem seine schaurigen Momente hatte, in denen man eine Gänsehaut bekam. Zudem nutzten viele die Möglichkeit, sich ihr Buch vom Bestseller-Autoren signieren zu lassen.

„So fühlt es sich an, wenn man keine Luft bekommt. Das ist es, was Dur mir immer antust.“Aus dem Buch "Die Karte"

Andreas Winkelmann schilderte, dass ein Psychopath keinerlei Mitgefühl oder Mitleid empfinden könne. Einen solchen ließ er dann auch zu Wort kommen: "So fühlt es sich an, wenn man keine Luft bekommt. Das ist es, was Du mir immer antust", sagt der Ehemann als er den Schal, der um den Hals seiner Frau liegt, ganz fest zuzieht. "Endlos ziehen sich die Sekunden dahin, bei 140 ist es geschafft." "Die Karte" ist der 4. Band einer Reihe, deren einzelne Teile als eigenständige Geschichten funktionieren. Ermittler sind dabei stets Rebecca Oswald und Jens Kerner.

„Da fuhr jemand durch den Park, einen menschlichen Fuß auf den Gepäckträger geklemmt.“Zitat aus "Die Karte"

In "Die Karte" ist Oswald in einem Park unterwegs, als sie feststellt: "Da fuhr jemand durch den Park, einen menschlichen Fuß auf den Gepäckträger geklemmt." Sie ruft Hauptkommissar Kerner zu Hilfe. Mehr verrät Andreas Winkelmann – bis auf die Leichenbeschau des Fußes – nicht über den Inhalt des Buches. Aber zu seiner Inspiration für diese skurrile Begegnung im Park sagt er etwas.

„Da reichen ein paar Worte, um die Fantasie anzuregen.“Andreas Winkelmann zieht seine Idee aus der Realität

Seine Ideen kämen aus der Realität, man müsse nur aufmerksam genug sein. "Da reichen ein paar Worte, um die Fantasie anzuregen", meinte er. Für den Fuß auf dem Gepäckträger ist eine Geschichte aus Berlin verantwortlich. Vor einigen Jahren schob ein Abgeordneter der Piratenpartei eine Leiche in einer Sackkarre elf Kilometer durch die Stadt. "Irgendwann brauchst du diese Meldung noch für ein Buch", dachte sich Winkelmann damals. Und so kam es.

Als er dies erzählte, gewährte er den Besuchern auch einen Blick in seinen Schaffensprozess. Er habe beispielsweise drei Startereignisse, wie den Mord mit dem Schal, ausgestochene Augen und den Fuß auf dem Gepäckträger. Damit lege er los, ohne zu wissen, wie er diese drei Dinge im Laufe der Geschichte zusammenbringen wird. Aber irgendwie funktioniere es immer. "Verleger hassen das", sagte er und verwies darauf, dass diese stets gerne ein Expose hätten, in dem das ganze Buch geplant ist.

Weitere Bücher als Frank Kodiak und Hendrik Winter

Zu Beginn des Abends erwähnte Andreas Winkelmann, dass er auch als Frank Kodiak und Hendrik Winter Bücher schreibe. Am Veranstaltungstag sei von Frank Kodiak "Amissa. Die Vermissten" erschienen. Hier gehe es um "Menschenhandel zum Zwecke der Prostitution". Als Hendrik Winter habe er 2019 eine Lovestory, die auch ein Krebsdrama ist, geschrieben. "Die Antwort auf Vielleicht" sei seine Reaktion auf seine Erfahrungen und Erlebnisse in der Zeit als Krebstaxifahrer. Zehn Jahre habe er sich dafür Zeit gelassen. "Es ist nicht nur traurig. Es geht auch um menschliche Stärke", sagte er. Zusammen mit Markus Knüfken hatte er das Sachbuch "Wilder wird’s nicht" geschrieben.

Weitere Projekte wie ein "Escape-Room" und "The Big Bike Cleanup"

Zum Ende des Abends gab er noch einen Ausblick auf kommende Projekte. Anfang Dezember eröffne er in Bremen seinen eigenen "Escape-Room", Mitte April 2022 unternehme er mit Markus Knüfken "The Big Bike Cleanup" – eine rund 8000 Kilometer umfassende Radtour mit Lastenfahrrädern durch Dänemark, Norwegen, Schweden, Russland und die drei baltischen Staaten. Die beiden wollen Spenden sammeln und Aufmerksamkeit für die Umweltorganisation "One Earth, One Ocean" schaffen. Winkelmann hofft, die Mittel für einen "Seehamster" zusammenzubekommen, das heißt, einen wendigen Katamaran mit absenkbarer Rampe. Solch ein Müllsammelschiff schaffe in Kambodscha für fünf Personen einen Arbeitsplatz, schilderte Andreas Winkelmann. Damit ging der zweistündige Abend zu Ende, nicht, ohne dass die Besucher applaudierten und ihrer Begeisterung über einen gelungenen Abend Ausdruck verliehen.

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