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Fischers Frau strapaziert die Geduld des Butts

Das Theater Laboratorium begeisterte das Publikum im Museumsdorf. Schauspieler Pavel Möller-Lück erhielt mehrfach Szenenapplaus.

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Ringt dem Butt immer mehr Versprechen ab: Pavel Möller-Lück als Fischer.Foto:Andreas Heidkamp

Ringt dem Butt immer mehr Versprechen ab: Pavel Möller-Lück als Fischer.Foto:Andreas Heidkamp

Frech, modern und zum Lachen komisch: Dem Theater Laboratorium Oldenburg ist mit der Inszenierung des Märchens "Vom Fischer und seiner Frau" im Museumsdorf eine perfekte Vorstellung gelungen, bei der rund 280 Besucher bei zwei Aufführungen die verschiedenen Facetten schauspielerischer Fähigkeiten von Pavel Möller-Lück in vollen Zügen genießen konnten. "Von wegen Märchen. Drei Wochen ist das her, und das war alles live, live war das und ich war mittendrin im Märchen von mir und meiner Frau", polterte Möller-Lück gleich zu Beginn. Derart gestresst musste er sich in professionelle Hilfe in Form einer Gruppentherapie begeben.

Der Grund: Er wollte seine Problemzone, nicht nein sagen zu können, bekämpfen. Dort traf er auf viele Bekannte, darunter den kompletten HSV, der seiner Aussage nach aufgrund der späten Gegentore zu blöd sei, um ein Loch in den Schnee zu pinkeln.

Maßlose Wünsche erzürnen den Heilbutt

Pavel Möller-Lück, schon fast ein Stammgast im Museumsdorf, entführte das Publikum an die raue See, wo er tagein, tagaus am Wasser sitzt und angelt. Als er einen 20 Kilogramm schweren Butt aus dem Wasser zieht, stellt sich heraus, dass es sich dabei um einen verwunschenen Prinzen handelt, der nun um sein Leben fleht. Seine Frau ist wenig begeistert davon, dass er sich als Gegenleistung für die Freilassung nichts gewünscht hat. Ihrer Meinung nach wäre ja ein neues Haus mit 180 Quadratmetern Wohnfläche und einem 1000 Quadratmeter großen Grundstück nicht zu viel verlangt. Also tapert der Fischer wieder an den See und ruft erneut nach dem Butt. Mit den berühmten Worten "Manntje, Manntje, Timpe Te, Buttje, Buttje in der See, miene Fru de Ilsebill will nich so, as ik woll will!" lockt er den Fisch an die Oberfläche, der ihm den Wunsch sofort erfüllt.

Allerdings ist die Frau nun erst recht nicht zufrieden. Sie zwingt ihren Mann, sich immer größere Dinge vom verwunschenen Prinzen zu wünschen. Von einer riesigen Villa in ein Schloss, dann die Titel König, Kaiser und am Ende sogar Papst. Je maßloser die Wünsche, desto heftiger wird der Sturm, der sich zusammenbraut. Als die Frau schließlich fordert, wie Gott zu sein, ist die Geduld des Butts erschöpft und der Fischer und seine Frau enden in der gleichen armseligen Hütte wie zu Beginn.

"Kommen Sie alle, wir brauchen die Besucher und die Kulturbegeisterten."Dr. Julia Schulte to Bühne, Museumsdirektorin

Das Publikum zeigte sich begeistert. Es gab häufig Szenen­applaus und am Ende den großen Beifall für den Künstler Pavel Möller-Lück, der sich gekonnt und äußerst humorvoll mit dem Stück um Maßlosigkeit und Gier auseinandergesetzt hat.

Bedingt durch die Corona-Pandemie war der Klassiker der Brüder Grimm gleichzeitig die erste große Kulturveranstaltung im Museumsdorf, die unter freiem Himmel auf dem "Brink" stattfand. Unter dem Motto "Kultur im Sommer" sollen weitere Veranstaltungen folgen. "Kommen Sie alle, wir brauchen die Besucher und die Kulturbegeisterten", sagte Museumsdirektorin Dr. Julia Schulte to Bühne.

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