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Figuren, zugewandt und abgewandt

Der Lohner Bildhauer Ulrich Fox präsentiert seine Arbeiten in der Lohner Wassermühle. Abstrakte menschliche Figuren prägen das Werk des Künstlers.

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Fox mit Werk: Wie Blumen in einem Strauß streben diese Figuren auseinander. Gut sichtbar ist die charakteristische Verjüngung am Fuß der Werke. Fotos: Ebert

Fox mit Werk: Wie Blumen in einem Strauß streben diese Figuren auseinander. Gut sichtbar ist die charakteristische Verjüngung am Fuß der Werke. Fotos: Ebert

Endlich geht es wieder los: Nach einer langen Zwangspause öffnet der Lohner Kunstverein "Die Wassermühle" am Sonntag seine Pforten. Mit der Ausstellung "Skulpturen und Holzschnitte" will der Verein Kunstinteressierte anlocken – und zugleich das Werk des Lohner Künstlers Dr. Ulrich Fox würdigen.

In den Mittelpunkt seines Schaffens stellt der Bildhauer Fox die menschliche Figur. Insgesamt 32 Werke sind ab Sonntag (6. September) für fünf Wochen zu sehen. Fast alle von ihnen zeigen stilisierte menschliche Körper. Was auffällt: Je jünger das Werk, je später es also geschaffen wurde, desto abstrakter deutet Fox die Silhouette an.

Charakteristisch für die meisten mit der Kettensäge geschaffenen Werke sind in jedem Fall die nach unten verjüngte Form und die scharf ausgeschnittenen Schultern und Köpfe. Mal wenden die Figuren sich einander zu, mal wenden sie sich ab. Mal werden sie in strenger Ordnung präsentiert, mal in heiterem Trubel.

Fotos: Ebert
Fotos: Ebert
Fotos: Ebert
Fotos: Ebert
Fotos: Ebert
Fotos: Ebert

Während im Erdgeschoss der Wassermühle vor allem weiß gefärbte Holzskulpturen dominieren, überrascht Fox die Ausstellungsbesucher im Obergeschoss mit kräftigen Farben, vor allem Blau- und Violetttönen. Für Abwechslung sorgen an den Wänden Holzschnitte mit intensiven Farben. Auch bei ihnen stehen meist Figuren im Mittelpunkt, wie wohl das Auge des Beobachters gelegentlich angestrengt suchen muss, bis es die Silhouetten entdeckt.

Doch warum kommt Fox immer wieder auf die Grundformen menschlicher Figur zurück? So richtig kann das der Künstler selbst auch nicht beantworten. Dem Kunstfreund bleibt also nur die Interpretation – oder, für alle mit dem nötigen Kleingeld: der Ankauf eines der Werke. Fox gibt die Holzschnitte und Figuren zu drei- bis vierstelligen Preisen ab.

Wer sein Auto beim Amt in Vechta anmeldet, kann Fox Figuren kaum übersehen

Für Fox, der 1944 im ostpreußischen Mehlsack geboren wurde, ist die Ausstellung in der Wassermühle auch eine Rückkehr. Er hatte den Verein im Jahr 1982 gegründet und war anschließend zehn Jahre lang dessen Vorsitzender.

Doch Fox, der bis zur Rente als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Kunst an der Universität Vechta arbeitete, ist nicht nur in Lohne bekannt. Seine Figuren schmücken auch den Vorplatz des Kreishauses in Vechta. Hier gewann er im Jahr 1997 den 1. Preis beim Wettbewerb „Kunst am Bau“. Auch in der italienischen Stadt Imperia, in Northeim, Freudenstadt und im polnischen Pieniężno hatte Fox bei Symposien Erfolg.

Die Vernissage am Freitag muss wegen der Pandemie entfallen. Die Laudatio des Kunstkritikers Dr. Rainer Beßling wird ausgelegt. Und: Am Sonntag ist Fox von 11 bis 13 Uhr selbst da.


Info:

Ausstellung „Ulrich Fox: Skulpturen und Holzschnitte“, 6. September (Sonntag) bis 11. Oktober (Sonntag), Öffnungszeiten: mittwochs und samstags von 16 bis 18 Uhr, sonntags von 11 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr. Eintritt frei.

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