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Fantastischer Auftakt: Musicalkonzert im Chaméleon macht Lust auf mehr Kultur

Fünf wunderbare Sängerinnen und Sänger gewährten einen Einblick in die faszinierende Welt des Musicals und sangen Lieder aus "Sweeney Todd", "Kinky Boots", "Little Women", "Company" und "Cabaret".

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Herrliches Duett: Niklas Rönker (links) und Stefan Middendorf  singen als "royale Herzensbrecher" über Liebesqualen. Foto: Heinzel

Herrliches Duett: Niklas Rönker (links) und Stefan Middendorf  singen als "royale Herzensbrecher" über Liebesqualen. Foto: Heinzel

Mordende Barbiere, royale Herzensbrecher und Fabrikanten für Schuhe von Transfrauen tauchten jetzt zusammen mit Themen wie Liebe, enttäuschte Erwartungen und den Mut, seinen eigenen Weg zu beschreiten, im Rahmen eines Musical-Liederabends auf. Unter dem Titel "Premierenfieber" sangen Niklas Rönker, Joana Köpke, Stefan Middendorf, Carolin Schewe-Middendorf und Johanna Schmoll unter der Begleitung des Pianisten Michael Schmoll zur Eröffnung der Lohner Kleinkunstbühne Chaméleon. Veranstalter war der Verein Bühnentalente. Die Vorstellungen honorierten die Besucher mit starkem Szenenapplaus und am Ende mit lautstarken Zugabe-Rufen.

Den Musikern zuzuhören, war ein Fest für die Ohren. Doch nicht nur die Stimmen verzauberten, auch der schauspielerische Rahmen überzeugte. Geschickt verstanden es die Sänger, durch entsprechende Mimik und Gestik den Inhalt ihrer Lieder zu transportieren. Die Emotionen griffen auf die Besucher über und ermöglichten es, in die Lieder einzutauchen. Beispielsweise als Carolin Schewe-Middendorf ihre „Liste der falschen Kerle“ sang, schlüpften die Zuhörer sozusagen in die Rolle der besten Freundin, welche das emotionale Hin und Her begleitet. Es ist ein humorvolles Lied aus dem Musical „Kinky Boots“, bei dem Lauren dabei ist – wenn auch mit geringer Erfolgsaussicht –, sich in ihren Chef Charlie zu verlieben. Der Fabrikant produziert Schuhe für Transfrauen. Zwar rettet er damit das Familienunternehmen, aber enttäuscht trotzdem seinen Vater. Diese Verzweiflung besingt Niklas Rönker mit dem Lied „Ich war nie dieser Sohn.“ Stefan Middendorf, der den Abend zudem souverän und charmant moderierte, sang später über die Verzweiflung eines von der großen Liebe verlassenen Menschen aus dem Musical „Follies“.

Neben starken Einzelauftritten gab es wunderbare Duette. Niklas Rönker und Stefan Middendorf schlüpften in die Rollen von Aschenputtels und Rapunzels Prinzen im Musical „Into the woods“ und besangen ihre „Liebesqual“. Das Leben als royaler Herzensbrecher sei alles andere als leicht, meinte Stefan Middendorf in seiner Anmoderation. Niklas Rönken und Johanna Schmoll begeisterten mit „Nehm Prälat“ aus dem Musical „Sweeney Todd“. In dem Lied geht es darum, dass der Barbier seine Kunden meuchelt und Mrs. Lovett diese dann zu Pasteten verarbeitet.

Joana Köpke singt Schick mir Clowns aus dem Musical A little night music.
Foto: Heinzel
Ich sing´ schief sang Johanna Schmoll zu Beginn des Konzertes und tat dies dann auch gekonnt und mit Hingabe.
Foto: Heinzel
Michael Schmoll begleitete die Sänger*innen an diesem Abend am Klavier.
Foto: Heinzel
Carolin Schewe-Middendorf (links), Joana Köpke (mitte) und Johanna Schmoll (rechts) sangen mit Du treibst einen glatt zum Wahnsinn über ihren Ex-Freund und seine Bindungsangst. Stefan Middendorf (sitzend) erwiderte den Song aus dem Musical Company mit dem Lied Am Leben zu sein.
Foto: Heinzel
Carolin Schewe-Middendorf sang die Liste falscher Kerle aus dem Musical Kinky Boots.
Foto: Heinzel
Blutrünstige Backgenüsse: Niklar Rönker und Johanna Schmoll singen das Lied Nehmt Prälat aus dem Musical Sweeney Todd.
Foto: Heinzel
Joana Köpke sang gemeinsam mit Carolin Schewe-Middendorf das Lied Vielleicht diesmal aus dem Musical Cabaret.
Foto: Heinzel
Finale mit allen Sänger*innen (v.l.): Niklas Rönker, Joana Köpke, Stefan Middendorf, Carolin Schewe-Middendorf und Johanna Schmoll.
Foto: Heinzel

Komisch, tragisch, mal mit Tempo und mal ruhig – es war ein abwechslungs- und facettenreicher Abend, der auf die großen, bekannten Klassiker verzichtete und dafür andere publikumswirksame Perlen präsentierte. Die Musik ging zwar nicht immer direkt ins Herz, aber sie erreichte es. Stefan Middendorf formulierte es folgendermaßen: „Wo Andrew Lloyd Webber mit seinen Melodien mitten ins Herz trifft, macht Sondheim einen Umweg über den Verstand. Weniger berührend ist es deswegen nicht.“ Viele der Lieder an diesem Abend gehörten nämlich zum Schaffenswerk von Stephen Sondheim, der im vergangenen November im Alter von 91 Jahren starb, erzählte Stefan Middendorf und fuhr fort, dass dieser mit acht Grammy Awards ebenso vielen Tony Awards, einem Oscar und dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden war.

Wer das eine oder andere Musical noch nicht kannte, wurde jedenfalls neugierig darauf gemacht. Johanna Schmoll sang „Erstaunlich“ aus "Little Women" und drückte damit aus, nicht gewöhnlich zu sein, sondern erstaunlich sein zu wollen. Nun, diese Chance hat die Kleinkunstbühne nach diesem vielversprechenden Auftakt mit Sicherheit. Stefan Middendorf hatte es treffend formuliert, als er über das Chaméleon sagte: „Eine Atmosphäre, die Lust macht, noch mehr Kultur zu erleben.“

Bereits am Dienstag (26. April)  können Interessierte sich wieder einen Eindruck von der entspannten und intimen Clubatmosphäre in der Kleinkunstbühne Chaméleon verschaffen. Dann gibt es das Konzert der Percussion Zentrale.

Ein Konzertabend im Rahmen der Lohner Kulturtage. Foto: HeinzelEin Konzertabend im Rahmen der Lohner Kulturtage. Foto: Heinzel

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