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Es war einmal  ... ein Museum, in dem sich Märchenhaftes zutrug

Im Museumsdorf Cloppenburg wird gerade ein Film gedreht. Radio Bremen produziert ein Märchen. Es soll Weihnachten im Ersten zu sehen sein.

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Drehstart: Pablo Grant (von links), Neshe Demir, Ercan Durmaz, Samantha Lillia, Oliver Petszokat, Regisseur Markus Dietrich, Bürger Lars Dietrich und Produzentin Katharina Wagner (alle Beteiligten wurden getestet) Foto: Michael Ihle/Radio Bremen

Drehstart: Pablo Grant (von links), Neshe Demir, Ercan Durmaz, Samantha Lillia, Oliver Petszokat, Regisseur Markus Dietrich, Bürger Lars Dietrich und Produzentin Katharina Wagner (alle Beteiligten wurden getestet) Foto: Michael Ihle/Radio Bremen

Das Museumsdorf wird zur Filmkulisse. Und Promis wie Bürger Lars Dietrich oder Olli P. legen in Cloppenburg einen Zwischenstopp ein. Der Grund: Radio Bremen dreht aktuell im Nordwesten eine Verfilmung des Märchens "Der Geist im Glas". Ausgestrahlt wird der Film im diesjährigen Weihnachtsprogramm des Ersten. Er ist Nummer 52 der ARD-Reihe "Sechs auf einem Streich". 

9 der 14 Drehtage finden im Museumsdorf statt

Unter der Federführung von Radio Bremen wird die Vorlage der Brüder Grimm mit dem Hessischen und dem Mitteldeutschen Rundfunk produziert. „Der Geist im Glas“ handelt laut Sender von einem widerspenstigen Geist, der von mutigen jungen Menschen wieder eingefangen werden muss, damit sie ihre Träume verwirklichen können. Regie führt Markus Dietrich, das Drehbuch schrieb Anette Schönberger.

Seit dem 1. Juni dreht das Team im Museumsdorf. 9 der 14 Drehtage produziert der Sender dort, auch bei Walsrode ist die Gruppe im Einsatz. Und Corona? Die Pandemie setzt die Hürden hoch; die Auflagen sind streng, berichten Produzentin Katharina Wagner und  Redakteurin Michaela Herold. Dass das mehrseitige Hygienekonzept eingehalten ist, auch dafür gibt es eine Extra-Beauftragte am Set. 

"Jeder, der schon mal da war, wird es sofort erkennen."Michaela Herold, Redakteurin

"Das Museumsdorf ist das Hauptmotiv im Film. Jeder, der schon mal da war, wird es sofort erkennen", erklärt Herold. Weiter erzählt sie: "Wir hatten das Museumsdorf schon länger auf dem Schirm. Aber meistens brauchen wir für Märchen Burgen. Diesmal brauchten wir ein Dorf und es hat perfekt gepasst." Als Wagner von dem ersten Tag am Set berichtet, kommt sie aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus: "Es sieht unglaublich schön aus. Die Stimmung ist super, alle fühlen sich wie zu Hause."

Das Wort Museum assoziierten die Filmemacher zuerst mit klinisch und glatt – aber das Gegenteil sei in Cloppenburg der Fall. Gerade die Patina der Häuser sei charmant, erklärt Herold. Eine Besonderheit dort sind laut Wagner die 360-Grad-Motive: "Wenn wir historisch drehen, darf keine Tankstelle zu sehen sein."

Der Film soll ein modernes Märchen werden

Seit Sommer 2020 arbeitet das Team bereits an dem Film. Herold und Wagner wollten ein modernes Märchen schaffen. Deswegen gebe es auch eine starke Frauenfigur, erzählen sie. Die Botschaft soll lauten: "Verwirkliche deine Träume und stehe zu dir selbst", sagt Wagner.

Ihre Arbeit als Produzentin könnte man mit der eines Projektmanagers vergleichen, erläutert sie. "Eigentlich geht alles über meinen Schreibtisch und die kreative Verantwortung liegt bei mir." Redakteurin Herold erarbeitete mit Anke Lindemann (MDR) und Patricia Vasapollo (hr) die Idee. "Und dann suchen wir eine Produzentin und eine Drehbuchautorin. Die Arbeit an einem Drehbuch dauert auch mal mehrere Monate", berichtet Herold.

"Wir haben hier sogar Babylämmer und heute spielte ein kleines Pony eine Rolle."Katharina Wagner, Produzentin

Ohne die 18 Komparsen seien circa 50 Leute dauerhaft am Set. Einige Komparsen aus dem Landkreis organisierte das Museumsdorf.  "Die Komparsen müssen 'historisch' aussehen – also keine gefärbten Haare", sagt Wagner. Sie berichtet von ihrer Beobachtung am ersten Drehtag: "Wenn die Leute  Kostüme tragen, bewegen sie sich auch direkt dementsprechend." 

Aufgrund der tollen Bedingungen im Museumsdorf wurde dort auch der Greenscreen aufgebaut, informiert die Produzentin. "Aktuell werden viele Filme produziert, weil im vergangenen Jahr so wenig gedreht wurde", berichten die beiden Frauen. Daher seien sie froh, dass im Museumsdorf selbst der Innen-Dreh bei schlechtem Wetter möglich ist. "Wir haben hier sogar Babylämmer und heute spielte ein kleines Pony eine Rolle", schwärmt Herold von den Gegebenheiten vor Ort. "Hoffentlich können wir mit dem Film leuchtende Augen bei den Kindern erzeugen", so Herold.

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