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Einige Ansichten des Allerallerflüchtigsten

Der Oldenburger Kunstverein zeigt "Wolken in der zeitgenössischen Kunst". Bis zum 16. August sind die Werke noch zu sehen.

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„Duisburg Rhein II“: Das Bild stammt von <b>Laur</b>enz Berges; er ist ein Neffe des aus Cloppenburg stammenden Künstlers Werner Berges. Quelle: C-Print

„Duisburg Rhein II“: Das Bild stammt von Laurenz Berges; er ist ein Neffe des aus Cloppenburg stammenden Künstlers Werner Berges. Quelle: C-Print

Flüchtigeres und zugleich Wandelbareres gibt es kaum: Der Oldenburger Kunstverein zeigt in seinen Räumen am Damm 2a „Wolken aller Art“.

In neuerer Zeit haben auch die deutschen Schriftsteller die Wolken entdeckt. Hans Magnus Enzensberger widmeten ihnen gar eigene Bücher. Dass Wolken ein bedeutendes künstlerisches Sujet sind: Den Malern musste man das nicht sagen. Die wussten das schon vor Jahrhunderten. Selbst als meteorologische Erscheinung sind Wolken bis heute nicht vollends erforscht. Sie bleiben rätselhaft.

Künstler haben in Wolken immer mehr gesehen als Gegenstand trockener Betrachtung. Wolken lösen immer etwas aus. Wie dies sich in der zeitgenössischen Kunst wiederfindet, will die Ausstellung des Oldenburger Kunstvereins zeigen. Die Exponate umfassen Malerei, Fotografie, Skulptur und Installation. Es geht um Schönheit und Rätselhaftigkeit (Vincent Tavenne, Andreas Gursky, Thilo Heinzmann, Erwin Kneishl, Bernhard Fuchs, Michael Schmidt, Richard Oelze, Luise Heuter, Bettina Khano, Axel Stoffers). Die Schönheit wird hinterfragt (Adrian Sauer, Axel Kasseböhmer, Ria Patricia Röder) oder via Gegenthese zur Flüchtigkeit bekräftigt (Michael Sailstorfer, Andreas Schulze, Thomas Pöhler).

Düster, satirisch, Grauen erweckend - Kunst kann all das

In den zeitgenössischen Werken dominieren zudem nicht mehr wie früher religiöse Motive, sondern interpretatorische, analytische und assoziative Aspekte (Hans Peter Feldmann, E.R. Nele, Stefan Löffelhardt, Yvonne Lee-Schulz, Karen Kilimnik, Grace Weaver, Henry Bond, Bettina von Arnim, Dieter Roth, Tue Greenfort, Alexandre Singh, Thomas Scheibitz, Benja Sachau). Die zeitgenössische Kunst beschäftigt sich auch mit den Gefahren, die von menschengemachten Wolken ausgehen. Über die Dokumentation hinaus sind die Bilder oft düster (Nasan Tur, Laurenz Berges), satirisch (Stephen Suckale) oder sie wollen Grauen evozieren (Thomas Ruff, Thomas Zipp, Axel Hütte). Das gelingt, mal mehr, mal weniger.

© Oldenburger Kunstverein
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Gertrude Wagenfeld-Pleister, die Kuratorin der Oldenburger Schau, spricht von "Figuren des Flüchtigen", die aber auch schon mal als "zeichenhafte Bedrohung" inszeniert werden. Die Ausstellung sollte sich um drei Aspekte - die Metapher des Flüchtigen, der Ankündigung und des Schreckens - gliedern.

Aus mathematischer Sicht ist eine Wolke eine "unorganisierte räumliche Struktur einer Menge von Punkten in einem Vektorraum". Tja. Und dann ist sie schon wieder fort.


Info: Die Schau "Wolken in der zeitgenössischen Kunst - flüchtig - zeichenhaft - bedrohlich" des  Oldenburger Kunstvereins (Am Damm 2a) dauert noch bis zum 16. August. Parallel findet eine Kabinettschau im Prinzenpalais des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte in Oldenburg statt: "Wolken in der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts". Sie endet Sonntag (2. August).

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