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Einfach faszinierend

Meine Woche: Ein verspäteter Geburtstagsgruß an Captain Kirk.

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"Am liebsten würde ich dich auf den Mond schießen." Wenn eine Verwünschung zu einer Verheißung mutiert – kann eigentlich nur eines daran schuld sein: die Corona-Pandemie. Aber statt zu lamentieren, schlage ich lieber das Logbuch der Enterprise auf und begebe mich mit den Helden meiner Kindheit in den "...Weltraum. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2200". Faszinierend (um mit dem viel zitierten Wort des 1. Offiziers, Spitzohr Mr. Spock, zu sprechen) fand ich Captain Kirk und seine krisenerprobte Crew schon vor Jahrzehnten. In vielem waren sie uns Lichtjahre voraus. Zum Beispiel was die Gleichberechtigung von Frau und Mann angeht.

Auf der Brücke Ende der 1960er Jahre schon wie selbstverständlich ein weibliches Crewmitglied: Lieutenant Nyota Uhura, die afrikanische Kommunikationsoffizierin. Die Besatzung war multikulturell aufgestellt mit dem japanischen Steuermann Mr. Hikaru Sulu und dem russischen Navigator Pavel Chekov. Amerikaner und Russen auf engstem Raum vereint, das war fortschrittlich, wenn man bedenkt, dass der Zweite Weltkrieg noch nicht so lange vorbei war. Zu Zeiten des Kalten Krieges war es außerdem visionär – und heute ist es das irgendwie wieder. Ein Japaner mit einem Russen auf Tuchfühlung – das war ebenso progressiv. Auch heute sind sich Russen und Japaner politisch betrachtet wegen des Kurilen-Archipels immer noch nicht grün.

Captain Kirk, Pille, Scotty und Co. zu mimen, war für mich als Kind ein unendlicher Spaß. Meine ältere Schwester übernahm die Regie und die weiblichen Rollen (also eine, bisweilen auch 2) und wir setzten das Gesehene fort. Ich weiß, dass ich mich weigerte auch noch die Nebenrollen zu übernehmen. Schließlich hatte ich gesehen, wer ein rotes Leibchen trägt, kommt bei einem Außeneinsatz meist nicht zurück an Bord.

Guter Rat der Enterprise: Holen Sie sich nicht unbedacht ein Haustier

Ein guter Ratgeber ist die Enterprise auch in simplen Dingen. Holen Sie sich nicht unbedacht – die Zeiten dafür sind ja verführerisch – ein unbekanntes Tier ins Haus. Das lehrt beispielsweise die Folge, in der Uhura ein pelziges Tierchen, Tribble genannt, kauft, das sich wie nichts Gutes vermehrt.

Technisch gesehen haben wir einiges an Vorsprung auf die Weltraum-Ritter wettgemacht. Handys und Computer gibt es inzwischen für jeden. Nur das Beamen liegt in weiter Ferne. Was soll's – in Zeiten der Notbremse hätten wir sowieso nichts davon. Trotzdem sende ich an dieser Stelle statt eines "Prost" ein "Beam mich hier raus". Natürlich an William Shatner – nachträglich zum Geburtstag. Der Captain Kirk-Darsteller feierte am Montag seinen 90. Geburtstag. Faszinierend.

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