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Ein Steinway kehrt überarbeitet zurück

Förderverein des Gymnasiums Damme hat den Konzertflügel „D-274“ aus dem Jahr 1954 instand setzen lassen. Nun soll das Instrument wie vor 66 Jahren klingen.

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Jede Menge Arbeit: Klavierbaumeister René Spree hat sich in den vergangenen Wochen intensiv mit dem Steinway-Flügel des Dammer Gymnasiums befasst. Viele Teile des Instruments hat er ausgetauscht. Foto: Punke

Jede Menge Arbeit: Klavierbaumeister René Spree hat sich in den vergangenen Wochen intensiv mit dem Steinway-Flügel des Dammer Gymnasiums befasst. Viele Teile des Instruments hat er ausgetauscht. Foto: Punke

Eines haben die Carnegie-Hall in New York, die Elbphilharmonie Hamburg und das Dammer Gymnasium nach Worten Michael Hansens von der Schulleitung gemeinsam: Alle besitzen einen Konzertflügel „D-274“, sozusagen das „Flaggschiff“ des weltbekannten Flügelbauers Steinway & Sons. 2,74 Meter lang, 1,57 Meter breit, eine halbe Tonne schwer und ein Klang, der, so loben Fachleute dieses Instrument, nicht von dieser Welt ist. Was Wunder also, dass der große Orchester- Konzertflügel zum Inventar aller großen Bühnen gehört. Und eben zum Gymnasium.

Der Flügel steht bereits seit 1969 in der Schule. Zur Einweihung der Aula stiftete Conrad Leiber, Inhaber der Damenoberbekleidungsfirma Bahlmann und Leiber, dem Förderverein der Schule eine hohe Geldsumme, so dass der Verein für 75 000 Deutsche Mark das Instrument seinerzeit kaufen konnte. Anschließend stellte er es der Schule zur Verfügung.

Das Instrument war da bereits 16 Jahre alt. 1954 hergestellt lieferte Steinway es von Hamburg aus an einen Händler in Budapest, der es 1958 verkaufte. Zehn Jahre später kehrte der Flügel nach Angaben Michael Hansens zur Aufarbeitung nach Hamburg zurück. Am 21. November 1969 lieferte Steinway ihn wieder aus – dieses Mal nach Damme.

Im Zuge der 50-Jahr-Feier des Gymnasiums kam die Frage auf, ob es sinnvoll sei, den Flügel sanieren zu lassen oder ob es besser sei, das Instrument zu verkaufen sollte und mit dem Erlös einen neuen und kleineren Flügel anzuschaffen. Es war der Förderverein als Eigentümer des Instruments, der sich klar und eindeutig für die Instandsetzung aussprach. „Der Förderverein hat dann nach Absprache mit der Schulleitung die Reparatur in Auftrag gegeben“, erklärte der Vorsitzende Stefan Rinklake. Über die Kosten der Instandsetzung haben der Verein und das Gymnasium allerdings Stillschweigen vereinbart, ebenso über den heutigen Wert des Instruments in Euro und Cent.

Über die Kosten der Instandsetzung herrscht Stillschweigen

Aber sie teilten mit, dass das Unternehmen „Piano-Rosenkranz“ in Oldenburg den Auftrag erhalten hatte, das Instrument zu überarbeiten. Unter anderem habe der Flügel eine neue Lackierung, neue Saiten, Wirbel sowie ebenfalls neue Dämpfer und eine neue Mechanik erhalten, erklärte in dem Zusammenhang Klavierbaumeister René Sperr auf Nachfrage.

Somit ist sichergestellt, dass auch in Zukunft Musiklehrer, Schüler und Gäste des Gymnasiums den einmaligen Klang des Steinway D-274 hören und erleben können. Zu dem privilegierten Personenkreis, der auf dem Flügel spielen durfte, gehörte nach Worten Michael Hansens der frühere Musiklehrer des Gymnasiums, Jakob Dervenich. Er galt als Mann mit dem absoluten Gehör und gab zahlreiche Konzerte an dem Flügel. Er ließ, so berichten es seine Wegbegleiter, das Instrument passend zu jedem Musikstück und Komponisten stimmen, um so jedes einzelne Konzert zu einem besonderen Klangerlebnis und einer einmaligen Interpretation werden zu lassen.

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