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Ein Sonntag im Museumsdorf: Viele Dauergäste genießen den Sonnenschein

Das schöne Wetter lockte nicht nur Jahreskarten-Besitzer in das Cloppenburger Freilichtmuseum. Auch Touristen genossen den Ausflug in das weitläufige Areal mit den historischen Gebäuden.

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Aussichtspunkt: Die Bockwindmühle bietet nicht nur ein gutes Fotomotiv, sondern auch die Möglichkeit, von oben auf das Museumsdorf schauen zu können. Foto: Hahn

Aussichtspunkt: Die Bockwindmühle bietet nicht nur ein gutes Fotomotiv, sondern auch die Möglichkeit, von oben auf das Museumsdorf schauen zu können. Foto: Hahn

Es ist Sonntag und die Sonne scheint, da bietet sich doch ein Ausflug in das Cloppenburger Museumsdorf an. Diese Idee hatten anscheinend viele Menschen, denn mit dem aufklarenden Himmel füllen sich der Parkplatz und die Schlange vor dem Eingang. An einem Sonntag mit gutem Wetter besuchen rund 600 Menschen das Freilichtmuseum, schätzt das Personal am Eingang. OM-Online hat sich umgesehen und die Menschen gefragt, was sie herführt.

Das erste Mal im Museumsdorf und auch im Oldenburger Münsterland sind Renate und Monika Dautzenberg. Das weitläufige Areal gefällt den beiden Schwestern aus Düsseldorf, die auf der Rückreise von Neuharlingersiel im Oldenburger Münsterland einen mehrtägigen Zwischenstopp eingelegt haben. "Wir suchen uns öfter auch unbekanntere Urlaubsorte." Sie nächtigen in einem Hotel in Garrel, den Ausflug zum Museumsdorf hätten sie extra am Sonntag geplant: "Wir wollen ein paar schöne Stunden hier verbringen. Wir stammen aus einer bäuerlichen Familie, daher ist es schön zu sehen, wie die Vorfahren gelebt haben."

Der Großteil der Gäste besitzt Jahreskarten für das Museum

Viele der anderen Besucher sind dagegen Wiederholungstäter. So auch Familie Müller aus dem 30 Kilometer entfernten Werlte (Emsland). "Wir sind gerne früh da, dann ist noch nicht so viel los", erklärt Heike Müller. Sie spricht aus Erfahrung: Die Familienkarte werde bereits das 3. Jahr benutzt. Vor allem die verschiedenen Aktionen für Groß und Klein begeistern sie.

Suchen Abwechslung: Stefanie und Rainer Holtkamp aus Bad Zwischenahn.
Hahn
Entenhausen: Auch die Enten leben im Museumsdorf historisch.
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Tierisch: Neben Gänsen, Pferden, Schafen, Schweinen und Hühnern lassen sich mit Glück auch Wildtiere entdecken.
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Vor der Werkstatt eines Stellmachers, der Räder und Wagen herstellt, wurde Werkzeug drapiert.
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Die Hofanlage Wehlburg umfasst eine Torscheune, das Haupthaus, ein Backhaus, eine Dresch- und Getreidescheune, eine Remise und einen Schweinestall.
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Beim Ehepaar Luttmer aus Cloppenburg ist der Besuch im Museumsdorf sogar schon zu einer Tradition geworden. "Jeden Sonntag laufen wir von zu Hause aus los und spazieren hier. Zum Abschluss gibt es immer eine heiße Schokolade im Dorfkrug." Die Senioren seien dort schon bekannt. Außerdem tue die Bewegung an der frischen Luft gut. 

Vor dem Dorfkrug werden sie von Peter Lübbe gegrüßt, der Cloppenburger ist immer im Museumsdorf, wenn etwas los ist. Diesmal stand zwar keine große Veranstaltung an, sein Bruder habe aber seinen Geburtstag im Dorfkrug gefeiert.

„Der Knecht musste bei den Tieren schlafen. Das ist gemein.“Ida, 4 Jahre

Ebenfalls keinen weiten Anfahrtsweg hatte das Ehepaar Bosse mit ihren Enkeln. "Wir wohnen quasi direkt nebenan und waren am Samstag auch schon da." Die Jahreskarte mache es möglich. Die vierjährige Ida interessiere sich sehr dafür, wie die Menschen früher gelebt haben. Gerade aus dem Stall kommend, berichtet Ida: "Der Knecht musste bei den Tieren schlafen. Das ist gemein." Trotzdem scheinen sie und ihr zweijähriger Bruder Oke begeistert.

Doch nicht nur Familien und Senioren treibt es am Sonntag in das Freilichtmuseum. Pascal Sommer und Marina Meyer gefällt es als junges Paar dort ebenfalls. Die Jahreskarten-Besitzer nutzen das Areal zum Spazieren, das sei eine schöne Alternative zu anderen Routen in Cloppenburg.

Viele Besucher nutzen das 25 Hektar große Areal für Spaziergänge

Abwechslung bei den Spaziergängen bringt auch Stefanie und Rainer Holtkamp aus dem 45 Kilometer entfernten Bad Zwischenahn (Ammerland) nach Cloppenburg. Das Museumsdorf sei ein öfter angepeiltes Ziel, eine Jahreskarte besitze das Paar jedoch noch nicht. Der Spaziergang in der "Anlage mit den schönen alten Häusern" sei reizvoll, erklärte Stefanie Holtkamp.

Eine noch weitere Anfahrt hat Familie Kramer aus dem 70 Kilometer entfernten Brake (Wesermarsch) auf sich genommen. Das Museumsdorf sei bereits bekannt, aber die neue Attraktion habe sie gelockt: die Disco "Zum Sonnenstein". Der Familienausflug mit den beiden erwachsenen Söhnen habe gefallen, die einstündige Führung ließ die Besucher die 1980er-Jahre wieder aufleben. "Wir wollten unseren Söhnen mal zeigen, wie das so war zu der Zeit, als wir uns kennengelernt haben." 


Fakten:

  • Das Museumsdorf Cloppenburg gilt als das älteste Freilichtmuseum Mitteleuropas, das nach wissenschaftlichen und museologischen Maßstäben geführt wird. Es wurde 1936 eröffnet und ist eine Stiftung des öffentlichen Rechts.
  • Auf einem Areal von 25 Hektar werden ländliche Baudenkmäler und die Kulturlandschaft Nordwestdeutschland präsentiert. Dabei steht der Freizeit-, Erholungs- und Erlebniswert für das bildungs- und forschungsorientierte Museum im Mittelpunkt.
  • Von März bis Oktober hat das Museumsdorf von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Für alle Erwachsenen ab 18 Jahren gilt die 3G-Regel.

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