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Ein Handwerker, der auch ein Künstler ist

Der Dammer Kulturpreis 2021 geht an Matthias Stöver. So erhält ein Mann die Auszeichnung, der einerseits selbst bildender Künstler ist, der sich andererseits aber auch sonst in Sachen Kunst engagiert.

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Der Laudator und der Ausgezeichnete: Gerd Muhle (links) überreichte Matthias Stöver die Urkunde, die er sich als Träger des Kulturpreises 2021 verdient hat. Foto: Lammert

Der Laudator und der Ausgezeichnete: Gerd Muhle (links) überreichte Matthias Stöver die Urkunde, die er sich als Träger des Kulturpreises 2021 verdient hat. Foto: Lammert

Es war eine illustre Schar an Gästen, die sich am Donnerstag im Dammer Kulturzentrum, der Scheune Leiber, eingefunden hatte, um der Verleihung des mit 1.000 Euro dotierten Kulturpreises 2021 an Matthias Stöver beizuwohnen. Er ist der 10. Träger des Preises seit 2001.

Den 1. hatte das Dammer Getöse erhalten. Dessen Leiter Thomas Aldenhoff und das damalige Mitglied Philipp Grimme befanden sich wie weitere Kulturpreisträger unter denen, die die Laudatio von Bürgermeister Gerd Muhle sowie die Reden des Vorsitzenden des Kunst- und Kulturkreises, Dr. Lars Petersen, und  des Geehrten selbst anhörten.

Musikalisch hatte die Stadt die Ukulelen-Gruppe "Way out West" aus Osnabrück verpflichtet, die Matthias Stöver schon, wie er verriet, bei der Feier seines 60. Geburtstages begeistert hatte.

Preisträger ist schaffender Künstler und Organisator von Veranstaltungen

Dass die 6-köpfige Jury, die den Preisträger benennt, sich unter den 10 Vorgeschlagenen für Matthias Stöver entschieden hatte, war seit Längerem bekannt gewesen. Der Dachdeckermeister und sein künstlerisches Wirken seien ein guter Grund, nach Damme zu kommen, sagte Bürgermeister Muhle bei seiner Rede. Zum wichtigen Anlass hatte er sogar die Amtskette des Bürgermeisters angelegt.

Matthias Stöver sei ein Mensch, der sich auf allen Ebenen für die Kunst einsetze, und das nicht erst seit gestern, zitierte der Bürgermeister aus der Vorschlagsbegründung des Kunst- und Kulturkreises, dessen stellvertretender Vorsitzender der Geehrte ist.

Der neue Kulturpreisträger sei nicht nur schaffender Künstler – ein Teil seiner Arbeiten ist derzeit in der Scheune Leiber ausgestellt, andere gehören fest zum Dammer Skulpturenpfad –, er habe sich seinerzeit auch für den Erhalt der Scheune Leiber und deren Nutzung für kulturelle Veranstaltungen eingesetzt und organisiere sie auch. Über 12 Jahre habe er zum Beispiel zusammen mit anderen „Kunst hält Hof“ durchgeführt.

Bereits als Jugendlicher habe er sich für die Kultur in Damme eingesetzt, habe seinerzeit für das Jugendzentrum an der Wiesenstraße gekämpft und dort selbst als Discjockey an zahlreichen Veranstaltungen mitgewirkt, lobte der Bürgermeister den Geehrten.

"Damit ist übrigens Matthias Stöver ein Beweis dafür, dass Handwerker Künstler sein können, wie auch umgekehrt."Gerd Muhle, Bürgermeister

Er verwies auch auf dessen närrische Karriere, nannte dabei die Gründung der Carnevalsgruppe "Die Exildammer", die wichtige Themen satirisch-witzig präsentiere, und die MMM-Bar, die es seit 2003 bei den Carnevalsumzügen gibt und in der Matthias Stöver als Mitinitiator als DJ Musik für alle Altersgruppen auflegt.

Mit Blick auf dessen aktives künstlerisches Schaffen,  sagte Gerd Muhle: "Damit ist übrigens Matthias Stöver ein Beweis dafür, dass Handwerker Künstler sein können, wie auch umgekehrt. Künstler können Handwerker sein. Auf jeden Fall geht beides Hand in Hand."

Und weiter sagte der Bürgermeister mit Blick auf das Schaffen Matthias Stövers: "Von seinem Engagement profitiert nicht nur die Kunstszene, sondern wir als Menschen, die hier leben."

Dr. Petersen sagte in Richtung seines Stellvertreters. "Als Vorsitzender des Kunst- und Kulturkreises bin ich froh, dass wir dich als Kulturpreisträger haben." Und in Richtung Zuhörer ergänzte er: "Ich mag ihn einfach."

Ganz wichtig sei: Matthias Stöver rede nicht nur über Projekte, er packe an: "Deswegen passiert etwas in der Stadt." Und er binde viele in die kulturelle Arbeit ein. Die Menschen brauchten Kultur, sie mache das Zusammenleben aus, sei die Musik für das Auge und das Ohr.

Matthias Stöver, der bei seiner Dankesrede launig plaudernd seinen künstlerischen Werdegang von den Anfängen als DJ, der noch mit einem Tonband arbeitete, bis in die Gegenwart nachzeichnete, dankte allen, die ihn bislang unterstützt haben.

"Wenn andere Männer die Straße fegten, durfte ich Kunst machen."Matthias Stöver, Kulturpreisträger

Allen voran aber seiner Frau Bernadette: "Ohne Detti wäre all das, was in den letzten 30 Jahren passiert ist, nicht passiert. Sie hat mir immer den Rücken freigehalten. Wenn andere Männer die Straße fegten, durfte ich Kunst machen."

Er erinnerte aber auch an seinen Onkel Karl Hillenhinrichs, von Beruf Schumacher, der ihn zur Literatur geführt habe, der ihm Bücher wie "Deutschstunde" von Siegfried Lenz und der "Der Archipel Gulag" von Alexander Solschenizyn zugänglich gemacht habe.

Natur, Gesellschaft und "ein bisschen Religion" stehen bei seiner Arbeit im Vordergund

Ausdrücklich dankte er allen, die in den vergangenen Jahren durch ihr Sponsoring die kulturelle Arbeit in der Stadt ermöglicht haben. Dabei nannte er die Familie Grimme, ohne deren finanzielle Unterstützung es die Scheune Leiber in ihrer heutigen Form nicht gegeben hätte. In Richtung Stadt erklärte er dabei allerdings, das kulturelle Engagement könne sich noch etwas verbessern: "Ein bisschen muss ich doch sticheln."

Über sein eigenes langjähriges künstlerisches Schaffen sagte der Geehrte, er befasse sich mit 3 Themenbereichen: Natur, Gesellschaft und ein bisschen Religion. Und er gab eine ganz spezielle Liebeserklärung für die Kunst ab: "Wer sich mit Kunst beschäftigt, dem geht es unter die Haut, was die Kunst in den vergangenen Jahrhunderten geschaffen hat." Ein Teil all dieser Kunst stammt von ihm, dem Dammer Kulturpreisträger 2021.

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