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Ehemalige Gymnasiallehrerin veröffentlicht ihr 8. Buch – einen Krimi

Margarete Bertschik hat jetzt ihr 8. Buch veröffentlicht. Am 25. April wird sie es um 17 Uhr im Haus "Die Macher“ in Cloppenburg vorstellen. Im Interview blickt sie auf ihren Werdegang zurück.

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In Damme geboren, in Harkebrügge aufgewachsen: Margarete Bertschik ist erst nach ihrer Pensionierung Buchautorin geworden. Foto: Ottenjann

In Damme geboren, in Harkebrügge aufgewachsen: Margarete Bertschik ist erst nach ihrer Pensionierung Buchautorin geworden. Foto: Ottenjann

Frau Bertschik, Sie sind ein Kind des Oldenburger Münsterlandes...
Ja, das stimmt: Geboren bin ich 1951 in Damme. Meine Eltern waren "arme Heuerleute", wie man das damals so sagte. Mein Vater hatte wohl auch deshalb den Ehrgeiz, einen eigenen Hof zu erwerben. Als ich 4 Jahre alt war, bekam er eine Siedlerstelle in Harkebrügge zugewiesen. Dort habe ich dann meine Kindheit und Jugend verbracht. Als einziges von uns sechs Kindern durfte ich aufs Gymnasium gehen – in Friesoythe.

Und dann?
Ich habe in Friesoythe mein Abitur gemacht, auf Lehramt studiert und bekam meine erste Stelle am Gymnasium in Friesoythe. Dort war ich 17 Jahre tätig, bevor ich 1996 nach Cloppenburg ans Clemens-August-Gymnasium gewechselt bin. Bis zu meiner Pensionierung im Jahre 2014 habe ich hier weitere 17 Schuljahre unterrichtet.

Gab es auch Lehr- und Wanderjahre außerhalb der Region?
Zum Studium bin ich nach Braunschweig gegangen, an die staatliche Hochschule für bildende Künste. Dort habe ich Kunst und Werken studiert; nebenbei auch Germanistik und Pädagogik. Zum Studienseminar war ich in Oldenburg.

"Die Gegend und die Art der Menschen sind mir vertraut. Vielleicht spielen auch deshalb drei meiner Bücher in Cloppenburg."Margarete Bertschik, Autorin

Was bedeutet Ihnen Heimat?
Ich fühle mich hier im Oldenburger Münsterland verwurzelt. Meine Sprache ist zwar Hochdeutsch, aber ich verstehe das Plattdeutsche sehr gut. Die Gegend und die Art der Menschen sind mir vertraut. Vielleicht spielen auch deshalb drei meiner Bücher in Cloppenburg. – Aber ich greife vor...

Ok – Wann haben Sie begonnen zu schreiben?
Na ja, ich habe immer kleine Geschichten nur für mich geschrieben. Mein erstes "Werk" entstand mit 10 Jahren – ein ganzes Schulheft über "Petra und ihre Puppe Erna"; ein "Buch" mit vielen Kapiteln und zahlreichen Illustrationen. Danach hatte ich keine Zeit mehr für so etwas. Schule, Studium, Lehrerberuf, Familie mit zwei Kindern nahmen mich voll in Anspruch. Deshalb habe ich mich erst nach der Pensionierung wieder auf das Schreiben besonnen.

Was reizt Sie, Bücher zu schreiben, zu gestalten, selbst zu verlegen? Der Start war ja bestimmt nicht einfach.
Mein Motto lautet: Lesen ist Lust, Schreiben ist Leidenschaft! Ich habe – wie schon gesagt – immer schon gerne geschrieben, aber nur für mich. Nach meiner Pensionierung habe ich an der Fernakademie Hamburg ein dreisemestriges Studium über das kreative Schreiben absolviert; denn ich wollte mit fachlicher Hilfe "gute Bücher" schreiben! Und es stimmt: Bei meinen ersten Büchern habe ich das Cover selbst gestaltet und sie auch selbst verlegt. Mit einer Ausnahme: Der erste Band der Krimi-Reihe wurde vom Isensee-Verlag in Oldenburg herausgegeben. Bei meinem neuen Buch konnte ich unter das Dach des Gmeiner-Verlages in Stuttgart schlüpfen. Er war auf mich aufmerksam geworden und an mich herangetreten. Das hat mich sehr gefreut und ist jetzt eine ganz neue Erfahrung für mich.

Kommen die Themen Ihnen zugeflogen?
Zugeflogen? Irgendwie schon. Zuerst ist da eine Idee, inspiriert durch das alltägliche Leben. Aus der Idee entwickelt sich im Kopf dann eine Geschichte.

Foto: Gmeiner VerlagFoto: Gmeiner Verlag

Wie entsteht überhaupt ein Roman?
Jede Geschichte bedarf dann einer gründlichen Recherche. Ich denke nach über die Erzählperspektive, Dialoge und vieles mehr. Handschriftlich fertige ich Karteikarten an zu den Namen und Eigenschaften der Charaktere. Aus all dem entsteht ein Konzept, dem dann das Manuskript folgt. Damit beginnt dann die eigentliche Arbeit. Wichtig ist mir auch immer ein Lektorat; fremde Augen sehen vieles anders, manchmal auch besser.

Der Inhalt Ihrer Bücher ist ja sehr vielseitig – Krimis, Kurzgeschichten, Autobiografisches, ein Psychothriller, ein Liebesroman. Haben Sie keine Angst, Ihre Leserschaft zu verwirren?
Nein, ich glaube nicht, dass den Leser so etwas irritiert. Im Gegenteil, er bemerkt, dass der Autor auch andere literarische Seiten hat. Das kann auch als Bereicherung erfahren werden, finde ich.

"Mein Anspruch ist es nicht, hohe Literatur zu schreiben, sondern nette Unterhaltungslektüre."Margarete Bertschik, Autorin

Was zeichnet Sie als Autorin aus?
Leserinnen und Leser, die eine geradlinige, schnörkellose Schreibweise mit gelegentlichem leisem Humor mögen, sind bei mir richtig. Ebenso diejenigen, die realistische, zeitgemäße Handlungen mit überraschenden Wendungen schätzen. Mein Anspruch ist es nicht, hohe Literatur zu schreiben, sondern nette Unterhaltungslektüre. Die Sprache ist mir jedoch wichtig; sie muss ein gewisses Niveau haben. Der Leser muss es einfach gerne lesen mögen.

Sie sind inzwischen 70 Jahre alt und haben seit Ihrer Pensionierung jedes Jahr ein Buch veröffentlicht. Spüren Sie inzwischen einen gewissen Druck?
Nein, das Schreiben macht mir Spaß. Es erfüllt mich!

Am 25. April werden Sie aus Ihrem neuesten Werk "Fuhlsbütteler Blutjuwelen" lesen. Mögen Sie schon etwas aus dem Inhalt verraten?
Na ja, so viel kann ich verraten: Die Handlung spielt im Norden von Hamburg. Die Hauptfigur ist der junge Privatdetektiv Fuchs. Er ist deutsch-italienischer Abstammung, und er versucht mit viel Charme und Klugheit, einen Juwelenraub und einen Mord aufzuklären. Dabei gerät er ständig – wie könnte es anders sein – mit der Kommissarin Julie Sommer aneinander, die den Fall auf ihre dienstlich erprobte, "professionelle" Weise lösen will. Letztlich können beide aber nur im Team erfolgreich sein.


Fakten

  • Margarete Bertschik wurde 1951 in Damme geboren.
  • Nach dem Studium in Braunschweig und dem Studienseminar in Oldenburg arbeitete sie als Lehrerin an den Gymnasien in Friesoythe und Cloppenburg.
  • Seit 2014 ist sie als freie Autorin tätig.
  • Ihre Bücher sind: Zeit der Kornblumen (2015); Der Tod ist nicht fair – das Leben auch nicht (2016); Die Mutter des Kommissars... (3 Bände: 2016, 2017, 2020); Diese verdammte Sehnsucht (2019); Ich bin nicht Eva (2019); Fuhlsbütteler Blutjuwelen (2022).
  • Infos gibt es online unter www.autorin-margarete-bertschik.de.
  • Anmeldungen zur Autorenlesung im Haus "Die Macher" sind unter Telefon 04471/87688 möglich.

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